18 Menschen starben 2011 auf Straßen im Bodenseekreis

Polizeichef Karl-Heinz Wolfsturm kritisiert erneut „unzureichende Verkehrsinfrastruktur“ im Kreis

Bodenseekreis. Mit 18 tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern ist die Zahl der Unfalltoten im vergangenen Jahr auf einen neuen Höchsstand gestiegen. So viele Menschen starben seit 2007 nicht mehr. Erneut kritisierte Polizeichef Karl-Heinz Wolfsturm die „unzureichende Verkehrsinfrastruktur“ im Kreis.

Zahl der Unfalltoten steigt wieder

Mit 18 Unfalltoten wurde ein trauriger Höhepunkt im Bodenseekreis erreicht. Seit 2007 hatte es nicht mehr so viele Tote auf den Straßen des Bodenseekreises gegeben. Noch einmal erinnerte die Polizeidirektion Friedrichshafen, als sie die Unfallstatistik fürs vergangene Jahr vorlegte, auch an einen als besonders tragisch empfunden Verkehrsunfall Mitte Oktober in Friedrichshafen. Eine 17-jährige Radfahrerin wurde vom Auto eines alkoholisierten 19-Jährigen erfasst, der nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis war und das Fahrzeug ohne Wissen des Fahrzeughalters benutzt hatte. „Mit überhöhter Geschwindigkeit war der junge Mann von der Straße abgekommen und hatte die Radfahrerin erfasst, die durch die Wucht der Kollision rund 20 Meter weit durch die Luft geschleudert wurde“, so ein Polizeisprecher. An ihren Verletzungen ist die 17-Jährige wenige Stunden später im Krankenhaus gestorben.

Posttraumatische Reaktionen bei Polizisten

„Die schrecklichen Bilder, denen die Einsatzkräfte ausgesetzt sind, sowie das unsägliche Leid für die Angehörigen, hinterlasse oftmals tiefe Spuren und führt teilweise zu posttraumatischen Reaktionen“, erklärte Wolfsturm.

Kritik an der Verkehrsinfrastruktur im Kreis

Stark belastet habe die Polizei auch die „nach wie vor unzureichende Verkehrsinfrakstruktur“. Wolfsturm nannte ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr: Die Anfang Juli errichtete Umleitung des Schwerlastverkehrs während der teilweisen Sperrung der B 31 bei Meersburg belastete Meersburg stark. Denn viele schwere Lastwagen fuhren verbotenerweise durch Meersburg. Die Polizei sei wegen „vermeintlich fehlender Verkehrsüberwachungsmaßnahmen“ in die Kritik geraten. Darauf hin habe die Polizei praktisch ihre gesamten personeller Ressourcen regelmäßig Stichprobenkontrollen eingesetzt und Verstöße konsequent geahndet.

In früheren Jahren hatte die Polizei auch schon die Verkehrsbelastung auf der B 31 gerügt.

Ein Kommentar to “18 Menschen starben 2011 auf Straßen im Bodenseekreis”

  1. dk
    23. Januar 2012 at 23:11 #

    Wenn man sich wegen eines Autobahn-Staus bei Würzberg durch Landstrassen-Umwege auf der Autobahn nach Ulm-Lindau verirrt, wirken die restlichen KM von Lindau nach Meersburg (KN) schon komisch und bewirken eher ein wenig Ärger als Heimkehr-Freude nach über 7 Std. entspannter Fahrt bei persönlicher Richtgeschwindigkeit von 100-120 km. Ein Erlebnis war nur die fast leere Fähre bei dunkler Nacht mit den Lichtern rund um den Bodensee.

    Man kann sich vorstellen, wie sich LKW-Fahrer bei Tag und voller Strasse mit umgebenden Alltag sich konzentrieren müssen: Alkohol kann man exakt messen, auch Ermüdung? Eine Fahrt mit 150-170 kmh verkürzte die Autobahn-Fahrt zwar um etwa 30-45 min, aber danach war man „kaputt“ und wenig gesprächsbereit. Die wenigen KM von Radolfzell nach KN sind bei zähem Verkehr harmlos, aber wirken auch etwas seltsam, wenn es ab Grenze 4-spurig weitergeht.

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