18 neue Stolpersteine für Konstanz – einer für Hans Venedey

Stein im Rathausinnenhof für Hans Venedey – Protest gegen die Hissung der Hakenkreuzfahne auf dem Konstanzer Rathaus 1933

Konstanz. In Konstanz gibt es demnächst 18 neue Stolpersteine. Am Freitag, 18. Mai 2012, verlegt den Kölner Künstler Gunter Demnig bereits zum 7. Mal in Konstanz Stolpersteine für Opfer des Nationalsozialismus. Bei der neuerlichen Verlegung soll insgesamt 18 jüdischen und politischen Opfern sowie Opfern der Euthanasie gedacht werden. Ein Stein ist für Hans Venedey. Er protestierte 1933 gegen das Hissen der Hakenkreuzfahne auf dem Konstanzer Rathaus. Bei jeder Verlegestelle werden Angehörige oder Paten den Opfern mit einer Ansprache gedenken. Gäste und Interessierte sind herzlich willkommen. Das teilte die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ mit.

Stolperstein im Rathaus-Innenhof

Um 13.30 Uhr wird der letzte Stein des Tages im Innenhof des Rathauses für Hans Venedey verlegt werden. Er stammte aus einer Juristenfamilie mit langer radikaldemokratischer Tradition. Er studierte Rechtswissenschaften in Freiburg, war Mitglied des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der SPD. Von 1929 bis 1933 war er Mitglied des Gemeinderats. Im März 1933 protestierte er gegen die Hissung der Hakenkreuzfahne auf dem Konstanzer Rathaus und wurde anschließend verhaftet. Er floh nach seiner Freilassung über die Schweiz nach Frankreich. Dort wurde er im Lager Le Vernet in den Pyrenäen interniert. 1942 gelang ihm die Flucht in die Schweiz. Er war Mitglied im Komitee Freies Deutschland. 1945 kehrte er nach Konstanz zurück. Von Oktober 1945 bis August 1946 war er hessischer Innenminister und engagierte sich für den Zusammenschluss von SPD und KPD. Ende 1948 kehrte er endgültig nach Konstanz zurück und arbeitete als Rechtsanwalt. Hans Venedey starb am 09. Januar 1969 in Konstanz.

Hier geht es zum zeitlichen Ablauf und zu den Namen. Stolpersteine_2012_Flyer

Ein Kommentar to “18 neue Stolpersteine für Konstanz – einer für Hans Venedey”

  1. Aaron Tarrago
    10. Mai 2012 at 15:05 #

    Ist doch klar!

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