30 Prozent der Junior-Profs sind heute weiblich

Uni Konstanz steigert Frauenanteil bei Juniorprofessuren deutlich

Konstanz (wak) Sechs von zwanzig Junior-Profs sind an der Uni Konstanz weiblich. Der Frauenanteil bei Juniorprofessuren erhöhte sich von 20% im Vorjahr durch drei Neuberufungen auf 30%. Bei den W3 bzw. C3/4-Professuren dagegen liegt der Frauenanteil nur bei 18%. Diese Zahlen nannte die Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Konstanz Jahresbericht in einer öffentlichen Sitzung des Senats.

Mehr Frauen seit Beginn der Exzellenzinitiative

Dr. Anna Kusser stellte in dieser Woche dem Senat den Bericht über ihre Amtszeit als Gleichstellungsbeauftragte an der Universität Konstanz vom Oktober 2008 bis September 2009 vor. Besonders hob sie dabei die erfolgreiche Steigerung der Frauenanteile auf allen Qualifikationsstufen seit Beginn der Exzellenzinitiative hervor.

Die Mehrheit der Studierenden ist weiblich

Der Frauenanteil unter den Studierenden (55%) liegt bereits seit Jahren über dem Männeranteil. Doch bereits bei den Promovierenden fällt der Frauenanteil unter die Hälfte (45%); im Vergleich zum Vorjahr gab es aber einen Anstieg um 3 Prozentpunkte. Weibliche Post-Docs sind mit 39% vertreten, hier setzt sich der Trend von mehr Frauen auf den einzelnen Qualifikationsstufen fort. Auf der Ebene der Professur sieht man nur bei den Juniorprofessuren eine deutliche Entwicklung, so hat sich der Frauenanteil von 20% im Vorjahr durch drei Neuberufungen im Berichtsjahr erheblich auf 30% (6 von 20) erhöht. Bei den W3 bzw. C3/4-Professuren dagegen liegt der Frauenanteil mit 18% nur leicht über dem des Vorjahres, da im Jahr 2009 lediglich drei Frauen für W3-Stellen gewonnen werden konnten.

Ziel strukturelle Verbesserung der Geschlechtergerechtigkeit

Das Gleichstellungsreferat und der Gleichstellungsrat hatten vielfältige Beratungs- und Qualifizierungsangebote für Nachwuchswissenschaftlerinnen angeboten. Um das Prinzip der Geschlechtergerechtigkeit strukturell, durchgängig und nachhaltig zu verankern, wurde ein Gender Mainstreaming-Konzept entwickelt. Ebenso konnte die Universität sich in der Re-Auditierung als familienfreundliche Hochschule erneut erfolgreich positionieren.

Bei Neuberufung von Professorinnen sieht es schlecht aus

Die erfolgreichen Zahlen und Entwicklungen sollen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor ein großer Handlungsbedarf, vor allem bei der Neuberufung von Professorinnen an die Universität Konstanz besteht. Deutschlandweit stehen 24% (2007) der Frauen bei den Habilitierten zur Verfügung, dieses Potenzial konnte die Universität Konstanz mit 25% an neuen W3-Professorinnen zwar abschöpfen und damit eine leichte Steigerung des Professorinnenanteils von einem Prozentpunkt auf 18% erreichen. Diese Steigerungsrate entspricht aber nur dem Bundesdurchschnitt. Als Exzellenzuniversität strebt Konstanz jedoch danach, deutlich über diesem Durchschnittswert zu liegen, und hatte sich 30% zum Ziel gesetzt. Um das zu erreichen, sei laut Anna Kusser die proaktive Rekrutierung von geeigneten Bewerberinnen der wichtigste Ansatzpunkt.

Bei Promotionen liegt Konstanz knapp unter Bundesdurchschnitt

Mit dem Frauenanteil von 40% bei Promotionen liegt die Universität Konstanz nur knapp unter dem Bundesdurchschnitt (41%) und wird sich – so wie bislang – die nächsten zwei Jahren weiter bemühen, eine größere Anzahl als bisher von Nachwuchswissenschaftlerinnen für die wissenschaftliche Karriere zu gewinnen. Dazu sollen in der Endphase der Promotion in allen Fachbereichen die hervorragenden Nachwuchswissenschaftlerinnen identifiziert und individuell und kreativ gefördert werden. Der Blick auf den deutschen Hochschulraum zeige, dass sich viele Ansätze im Bereich Gleichstellung, die vor drei Jahren noch innovativ waren, zwischenzeitlich bundesweit zum Standard entwickelt haben. Konstanz nehme hier inzwischen eine Vorreiterrolle ein.

Foto: Michael Latz Universität Konstanz

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