6. Konstanzer Konzilgespräch: Die deutsche Angst

Konzilgespräch über „Das ruinierte Vertrauen – Ist Deutschland eine Angst-Gesellschaft?“- Prominente Gäste

Konstanz. Die deutsche Angst macht der SWR beim 6. Konstanzer Konzilgespräch zum Thema. Diskutieren über die Frage „Das ruinierte Vertrauen – Ist Deutschland eine Angst-Gesellschaft?“ werden unter anderem der Autor Richard David Precht. Der Eintritt ist frei.

 

Es geht tiefer rein

 

Treffen sich kluge Menschen aus Politik, Philosophie, Religion und Geschichte, werden meist existenzielle Fragen diskutiert. So auch beim 6. Konstanzer Konzilgespräch. Am 8. April begrüßt SWR2-Moderatorin Ursula Nusser vier Gäste zum Thema „Das ruinierte Vertrauen – Ist Deutschland eine Angst-Gesellschaft?“.

Jeder siebte Deutsche hat Angst

Aus einer neuen Studie geht hervor, dass jeder siebte Deutsche unter Angstzuständen leidet. Es sieht so aus, als habe kein anderes europäisches Land ängstlichere Bewohner als Deutschland: sei es Existenzangst oder Zukunftsangst, Phobien oder Panikattacken. Weshalb das so ist und woher diese Ängste stammen, versuchen die Gäste des Konstanzer Konzilgesprächs zu ergründen.

Prominente Gäste

Thematisiert wird die Frage, welche Befürchtungen und Ängste real sind und welche von Politikern und Interessengruppen künstlich produziert werden, um daraus Kapital zu schlagen. Auch die Rolle der Medien steht im Fokus des Gesprächs. Es diskutieren Volker Kauder, der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der Philosoph und Autor Richard David Precht, Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), und Michael Stürmer, Historiker und Chefkorrespondent der Zeitung „Die Welt“.

Der Politiker: Volker Kauder

Volker Kauder ist Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Abgeordneter für den Wahlkreis Rottweil-Tuttlingen. Kauder setzt sich besonders für die Belange sozial Benachteiligter ein und treibt mit seinem Förderverein in Tuttlingen die gesellschaftliche Anerkennung psychisch Kranker voran.

Der Philosoph: Richard David Precht

„Zu viel Freiheit macht unsicher“, sagt der Philosoph und Bestseller-Autor Richard David Precht, der ebenfalls auf dem Podium dabei sein wird. Precht hat unter anderem die millionenfach verkauften Titel „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“ sowie „Liebe. Ein unordentliches Gefühl“ veröffentlicht. In der „Angst vor einem Sozialkrieg“ sieht er das drängende gesellschaftliche Problem in Deutschland und plädiert für mehr Mitverantwortung.

Der Kirchenmann: Nikolaus Schneider

Als weiterer Gast wird Nikolaus Schneider, der Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), anwesend sein. Er kritisiert eine in Deutschland mangelnde Moral- und Wirtschaftsethik. „Die humane Qualität einer Gesellschaft bemisst sich daran, wie sie gerade mit ihren schwächsten Gliedern umgeht“, so Schneider. Inwiefern sich das auf die ängstliche Stimmung der Bevölkerung auswirkt oder vielleicht deren Ursache ist, wird möglicherweise auch Gegenstand des Konzilgesprächs sein.

Der Journalist: Michael Stürmer

Ursula Nusser begrüßt zudem den Historiker und Chef-Korrespondenten der Tageszeitung „Die Welt“, Michael Stürmer. Stürmer war politischer Berater des Bundeskanzlers Helmut Kohl und hat zahlreiche Standardwerke zur deutschen Geschichte veröffentlicht, u. a. „Das Jahrhundert der Deutschen“. Zuletzt erschien „Welt ohne Weltordnung“, eine Bilanz seiner jahrzehntelangen Analysen als Historiker und seiner politischen Beobachtungen.

Eintritt frei – Mitschnitt im Radio

Die Diskussion findet am Freitag, 8. April 2011, im Konstanzer Konzil statt. Beginn ist um 20 Uhr. Einlass um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.

SWR2 sendet einen Mitschnitt des Konstanzer Konzilgesprächs in der Sendung „SWR2 Forum“ am Montag, 11. April, von 17.05 Uhr bis 18.00 Uhr.

 

Pressefoto: Jens Komossa SWR/INFO.TXT

 

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