Ab Montag Kandidaten-Watching im Kreis Konstanz auf See-Online

Persönliche Fragen und Antworten an und von sechs Konstanzer Landtagskandidaten

Kandidaten CheckKonstanz. Sechs Woche vor der Landtagswahl wird es Zeit für ein Kandidaten-Watching. Am Montag startet unsere Serie mit Fragen und Antworten an und von sechs Landtagskandidaten im Kreis Konstanz. Es folgen Interviews mit Kandidaten im Bodenseekreis. Bei Kaffee oder Apfelsaftschorle ging es um eher Persönliches, um Haltungen und Vorlieben. Die Interviews erscheinen in folgender Farbfolge: Grün, Schwarz, Blau-Gelb, Rot, Rot und Orange. Am siebten Tag verraten wir dann, wer mit wem gern etwas unternehmen möchte oder wer die Schmuddelkinder sind, mit denen lieber niemand spielen will.

Gruß aus der Küche: Das Amuse Gueule

Unsere Kandidaten sind zwischen 44 und 57 Jahre alt und für Überraschungen gut. Was glauben Sie, wer sagte, früher Fan von Willy Brandt gewesen zu sein? Es war nicht Zahide Sarikas (SPD). Falls Sie denken, Ute Hauth von der Piratenpartei besäße ein iPad und hätte Facebook kritisiert, weil der private Konzern mit Nutzerdaten Geld verdienen möchte, wäre das falsch. Nicht richtig wäre es zu glauben, Bernhard Hanke von der Linken wäre eine Bergziege und würde am Wochenende mit dem Rad die Schienerberg-Etappe bewältigen. Falsch wäre auch die Annahme, dass Andreas Hoffmann (CDU) gesagt haben könnte, er würde nie zu einem Open-Air ins Bodenseestadion gehen. Das war ein anderer. Dass es ohne die Grünen keine Umweltpolitik geben würde, sagte übrigens auch nicht Siegfried Lehmann (Bündnis90/Die Grünen). Wer auf die Idee kommen sollte, Tatjana Wolf (FDP) hätte im Gespräch erklärt, sie hielte Online-Petitionen für ein wichtiges Instrument, läge ebenfalls ganz verkehrt.

Erdbeermarmelade nicht wahlentscheidend

Kein einziger Kandidat und keine Kandidatin war unsympathisch, unwillig oder hätte sich geweigert, persönliche Fragen zu beantworten. Das Beste bei vielen Treffen waren kleine Gespräche am Rande. Darin ging es zum Beispiel um Berufspolitiker, mögliche Koalitionen nach der Landtagswahl am 27. März, verzerrte Wahrnehmungen oder Chips und Bier. Eine unserer Gesprächspartnerinnen sagte, Politiker hätten sich vielleicht weniger weit von ihren Wählern entfernt, wenn sie in der Vergangenheit ehrlicher gewesen wären und sich öfter als ganz normale Menschen mit Stärken und Schwächen geoutet hätten. In einem Gespräch ging es am Rande auch um die Medienrevolution und die tiefe Sorge eines Abgeordneten, dass Qualitätsjournalismus im Zuge des Niedergangs von Printmedien auf der Strecke bleiben könnte. Mag sein, dass der eine oder andere Leser beim Lesen der sechs Interviews sagen wird, dass es doch nicht wahlentscheidend sei, ob ein Kandidat zum Frühstück Erdbeermarmelade oder deftigen Wurstaufschnitt bevorzugt. Welchen Film ein Kandidat gern angeschaut hat, verrät sicher schon ein bisschen mehr. Am Schluss gibt es ein kleines Portrait und vielleicht rundum stimmige Bilder. Die Online-Botschaften erreichen bis zum 27. März vermutlich mehr Wähler als die Podiumsdiskussionen von BUND, Verdi oder der lokalen Tageszeitung zusammen.

Wer sind die Kandidaten?

Erfahrene Wahlkämpfer wissen, dass es in den kommenden Wochen nicht darum gehen wird, Menschen davon zu überzeugen, eine andere Partei zu wählen als sie momentan wählen möchten. Das Ziel der Parteien ist es vielmehr, die ihnen grundsätzlich zugeneigten Wähler zu erreichen und sie davon zu überzeugen, dass es wichtig ist, dass sie am 27. März zur Wahl gehen, egal ob an dem Tag die Sonne scheint oder nicht. Auch deshalb sind Hausbesuche wieder im Kommen. Glaubwürdigkeit spielt in den kommenden Wochen eine größere Rolle als es x-beliebige Themen tun. Glaubwürdig wiederum erscheint nur, wer in Übereinstimmung bringt, was er sagt und wie er sich verhält. Dazu müssen sich Wähler von der Persönlichkeit des Kandidaten ein Bild machen können und aus diesem Grund bedarf es Informationen jenseits von Flyern und Kandidatenwebsites.

Foto: Gerd Altmann, Carlsberg1988 PIXELIO www.pixelio.de

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