Abfuhr für eine bürgerferne Kommunalpolitik

Überwältigende Mehrheit gegen Kongress- und Konzerthaus

Konstanz (gro) Mit klarer Mehrheit hat die Konstanzer Bürgerschaft das Projekt eines Konzert- und Kongresshauses auf Klein Venedig abgelehnt. Auf rund 20.800 Stimmen brachten es die Gegner des Vorhabens. Damit kamen sie auf 65,7 Prozent oder fast zwei Drittel der abgegebenen Stimmen. Mit Ja stimmten knapp 10.900 oder 34,4 Prozent der an der Wahl beteiligen Bürgerinnen und Bürger. Das Ergebnis ist eine Abfuhr für eine in Teilbereichen bürgerferne Kommunalpolitik. Anscheinend war vor allem die Jugend für das Projekt komplett nicht zu gewinnen. Die Wahlbeteiligung lag mit 52,2 Prozent etwas höher als bei der jüngsten Oberbürgermeiserwahl und deutlich höher als bei den letzten Gemeinderatswahlen.

Die Mehrheit hat offensichtlich ganz andere Sorgen

Hinterher sind alle Beteiligten klüger, und an Erklärungen mangelt es nach einem Abstimmungsergebnis zuletzt. Unübersehbare Tatsache ist im Fall des jüngsten Konstanzer Bürgerentscheids allerdings, dass es nur einen einzigen von 74 Wahlbezirken gibt, in dem es mit 53,4 Prozent zu einer Mehrheit der Befürworter kommt: im Bezirk Parkstift Rosenau, also im Altersheim. Umgekehrt betragen die Nein-Stimmen im Wahllokal Uni-Laborgebäude knapp 70 Prozent, in Chérisy 73,4 und 72,8 und im Wahllokal Kindergarten St. Martin in Wollmatingen, in dessen Umkreis viele junge Familien leben, sogar über 77 Prozent. Typisch auch, dass die Nein-Stimmen im Bereich sozialer Brennpunkte besonders hoch sind: Berchenschule I, II und II verzeichnen 72,8, 73,4 und 72,8 Prozent Nein-Stimmen. Auch in Dettingen, wo die Schulsituation grosse Sorgen macht, kommen die Nein-Stimmen in allen drei Wahllokalen auf über 70 Prozent.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.