Abschiebung Stoppen! Auch in Konstanz

Konstanz. Nicht nur Weihnachtsmärkte und Christbäume passen zur Weihnachtszeit. Der U-AStA der Uni Konstanz ruft dazu auf, sich an einer Demonstration des Aktionsbündnisses „Abschiebestopp Konstanz!“ am Dienstag, 18. Dezember, in Konstanz zu beteiligen. Einen Tag später am Mittwoch, 19. Dezember 2012, um 19 Uhr ist dann im Treffpunkt Petershausen Dr. phil. Karin Waringo vom Romaverband Chachipe e.V., Luxemburg, zu Gast. Sie spricht auf Einladung von Jürgen Weber über Fluchtgründe von Roma aus dem Balkan.

AStA über Abschiebungen

Die Studierendenvertretung der Universität Konstanz verurteilt, so der U-AStA, die menschenfeindliche Abschiebepraxis in Deutschland und insbesondere in Baden-Württemberg. Weiter heißt es in einer Pressemitteilung des  U-AStA: „Aus der ganzen Welt fliehen Menschen nach Deutschland, um Verfolgung, Hunger und dem Elend in ihren Heimatländern zu entkommen, doch kaum richtig angekommen, erwartet AsylbewerberInnen bereits wieder die Abschiebung.“ Auch in Konstanz wurden, so berichtet der  U-AStA, in den letzten Wochen und Monaten mehrere Familien und Einzelpersonen abgeschoben, weiteren AsylbewerberInnen drohe das gleiche Schicksal. „Dieses Vorgehen entbehrt jeder Menschlichkeit und muss ein sofortiges Ende finden“, heißt es in der Mail weiter.

Aufruf zur Demo

Die Studierendenvertretung der Universität Konstanz unterstützt deshalb den Mobilisierungsaufruf des Aktionsbündnisses „Abschiebestopp Konstanz!“ und ruft mit zu einer Demonstration am Dienstag, Dezember 2012, ab 16:30 Uhr am Telekomplatz (Ecke Moltkestraße, Theodor-Heuss-Straße) auf.

Appell an Studierende und andere Bürger

Melina Hoffmann, Mitglied des Studierendenparlaments erklärte: „Wir müssen ein klares Zeichen gegen Abschiebung und für ein permanentes Bleiberecht setzen. Es ist unerträglich, das Menschen, deren letzte Hoffnung es war in Deutschland Zuflucht zu finden, zurück in ihre von Unfreiheit und Armut geprägten Heimatländer geschickt werden.“ Weiter heißt es: „Wir rufen alle Studierenden und Bürger von Konstanz auf, an der Demonstration teilzunehmen und für eine, humane Gesellschaft zu kämpfen, die allen Menschen Zuflucht gewährt.“

Roma im Fokus

Auch Jürgen Weber hat sich des Themas Flüchtlinge angenommen. Er schreibt: „Nach einer Recherchereise nach Ungarn, Polen und in die Tschechische Republik habe ich im vergangenen Sommer auf meinem Blog eine Reihe ,Diskriminiert und vertrieben – Roma in Europa‘ begonnen. Was lag nun näher als vor Ort in Konstanz weiter auf Spurensuche zu gehen.“

Roma in Konstanz

Jürgen Weber zitiert den 29-jährigen Roma Sahid H. aus Belgrad: „Diese Kinder wollen sich doch nicht wie Fußbälle fühlen, die man von einen Ort zum andern kickt“, so der 29-jährige. Weber weiter: „Er weiß wovon er spricht, wurde er doch in seiner Schulzeit als Jugendlicher aus Freiburg bereits einmal abgeschoben.“

Kritik an Minister Hans-Peter Friedrich

In die Sonnenhalde- und Geschwister-Scholl-Schule gehen derzeit die in der Konstanzer Gemeinschaftsunterkunft lebenden Roma-Kinder aus Serbien und dem Kosovo zur Schule, so Weber. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich stelle sich aktuell in einer „pauschal diskriminierenden Weise“ gegen die Roma-Flüchtlinge aus Serbien und Mazedonien.

Mit Landesregierung unzufrieden

Die grün-rote Landesregierung schiebe nahtlos zur Praxis ihrer Vorgänger – ungeachtet der sich zuspitzenden Lage staatlicher Diskriminierung und offen rassistischer Pogrome gegen Roma – von Baden Airport und Flughafen Stuttgart weiter ab. „Selbst in den Kosovo, wo kein menschenwürdiges Leben für Roma möglich ist“, so Weber.

Infoabend im Treffpunkt Petershausen

Mehr Infos darüber gibt es am Mittwoch, 19. Dezember 2012,  um 19 Uhr im Treffpunkt Petershausen. Zu Gast ist Dr. phil. Karin Waringo vom Romaverband Chachipe e.V., Luxemburg. Sie spricht über Fluchtgründe von Roma aus dem Balkan.

 

6 Kommentare to “Abschiebung Stoppen! Auch in Konstanz”

  1. Winfried Kropp
    18. Dezember 2012 at 11:58 #

    Innenminister Reinhold Gall (SPD) hat aus humanitären Gründen Abschiebungen gestoppt. Es ist also keineswegs so, dass die grün-rote Landesregierung alles so macht, wie die Vorgänger. Jürgen Weber könnte das auch wissen.

    Richtig ist allerdings, dass die Landesregierung sich die Forderung nach einem bedingslosen Bleiberecht für alle, die nach Deutschland eingereist sind, nicht zu eigen macht.

  2. Jan
    18. Dezember 2012 at 13:32 #

    Montag, den 10. Dezember:
    „Noch am Sonntag hieß es, dass der baden-württembergische Innenminister Gall (SPD), wegen des Wintereinbruchs und des bevorstehenden Weihnachtsfests die geplante Abschiebung von 26 Menschen aus Baden-Württemberg am Dienstag vom Baden-Airpark überprüfen will. Nun am Montag Nachmittag ist das Ergebnis der Überprüfung bekannt gegeben worden. Grüne und SPD lassen auch im eisigen Winter abschieben. Gall gibt sich aber einen christlichen Schein und schiebt keine Familien mit Kindern nach Serbien und Mazedonien ab. Diese Ausnahme gilt allerdings nur für die Weihnachtszeit, im Januar sollen die Abschiebungen dann nachgeholt werden. Insgesamt sollten etwa 180 Menschen aus mehreren Bundesländern vom Baden Airpark abgeschoben werden.“

    http://www.rdl.de/index.php?option=com_content&view=article&id=18785:gruen-rot-schiebt-auch-waehrend-des-eisigen-balkan-winters-ab-abschiebung-auch-aus-freiburg&catid=447:dorfnachrichten&Itemid=405

  3. dk
    18. Dezember 2012 at 22:34 #

    Herr Kretschmann sollte vor kurzem als Bundesratspräsidenten eine Rede über den NS-Völkermord halten, wobei auch die Sinti und Roma erwähnt werden sollten.
    Er war aber verhindert, weil er in Stuttgart als Ministerpräsident dringend gebraucht wurde: der Vizepräsident trug seine Rede in Berlin vor.

    die Ausgangssituation
    http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=10725590/mpdid=10729128/1fo5nol/index.html

    die Rede (vorgetragen vom Vizepräsident)
    http://www.bundesrat.de/cln_236/nn_6898/DE/presse/pm/2012/197-2012.html?__nnn=true

    Der Pflegedienst ist eine Tätigkeit mit schwerer körperlicher Arbeit. Gut ausgebildete PflegerInnen werden hierbei bei Bedarf von Azubis, Praktikanten oder Anzulernenden unterstützt, was nicht nur vom Alter der PflegerInnen abhängt.

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  1. Berichte zur Demo gegen Abschiebungen in Konstanz am 18. Dezember « emanzipatorische gruppe konstanz - 25. Dezember 2012

    […] zur Demo Radio Interview mit Radio Dreyeckland PM von der Partei „die Linke Konstanz“ Artikel von see-online.info Artikel auf seemoz.de Artikel von Jürgen […]

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