Abschreckung statt Nachsicht nach Konstanzer Facebook Party?

Ein Auszubildender soll 200.000 Euro zahlen – Hohe Gebührenrechnung für „Project X“ Party

Konstanz. Für seinen Aufruf zu einer Facebook-Party in Konstanzer Freibad Horn soll ein Lehrling mehr als 200.000 Euro zahlen. In dieser Höhe habe er Gebührenbescheide erhalten, sagte ein 20-Jährige aus Friedrichshafen der Bild am Sonntag.  Die Heimatzeitung erzählte due Geschichte am Montag nach. Für eine „Project X“ Party, die nie stattgefunden hat, und einen Lehrling ist das, wie See-Online-Leser meinen, viel Geld.

Teure Geührenrechnung

Facebook-Partys sind in diesem Sommer arg in Mode. Ob in Backnang oder in Konstanz, solche Partys sind teuer, auch wenn sie am Ende oft gar nicht stattfinden. Das war auch in Konstanz so. Weil ein Auszubildender zu einer Facebook-Party ans Konstanzer Hörnle eingeladen hatte, blieben die Konstanzer am 7. Juli einen Samstag lang aus dem Freibad ausgesperrt. Das war ärgerlich. Unterwegs waren aber zum Beispiel mehr als 200 Polizisten und am Himmel über Konstanz knatterte an dem Samstag ein Hubschrauber. Die Polizei hat denjenigen ermittelt, der nun die Zeche zahlen soll. Die Posten auf der Gebührenrechnung für die „Project X“ Party setzen sich laut Bild so zusammen: Kosten für die Polizeibeamten, Kosten für einen Helikopter, Schadenersatz und Bußgeld an die Stadt sowie Wiedergutmachung für einen Kioskbesitzer, der an diesem Tag wegen Sperrung des Hörnles keine Einnahmen hatte. Da kommt, wie es aussieht, so einiges zusammen.

Wann haftet die Gesellschaft?

Wenn der Verursacher diese Rechnung tatsächlich von seinem Geld, das er als Auszubildener verdient,  zahlen muss, bleibt ihm wohl nur die Privatinsolvenz. Offenbar setzen die Behörden in diesem Fall auch auf Abschreckung. Wenn Banker einen Fehler machen, fallen diese hingegen weich, weil für Verluste notfalls die Gesellschaft haftet. Die Frage lautet deshalb: Ist es da fair, dass ein Lehrling Selbstzahler sein soll?

Hier geht’s zu genauen Kostenaufstellung http://www.heise.de/newsticker/meldung/Lehrling-soll-200-000-Euro-fuer-Facebook-Party-zahlen-1655090.html

Foto: Gerd Altmann PIXELIO www.pixelio.de

2 Kommentare to “Abschreckung statt Nachsicht nach Konstanzer Facebook Party?”

  1. Peter
    30. Juli 2012 at 12:00 #

    Naja, Konstanz ist ja schliesslich inzwischen berühmt für die eine oder andere Provinzposse!!! Man darf gespannt blieben, und vor allem amüsiert!

  2. Hinterwäldler
    30. Juli 2012 at 16:49 #

    Bei http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/07/26/bestrafe-einen-erziehe-hundert/ befasst man sich mit dem Problem Packnang. Es bestehen zweifellos Analogien. Man beachte auch die mehr als 127 Kommentare, welche zum Teil auch von Juristen geschrieben wurden.

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