Aller letzte Frist für Synagogen-Neubau

Gespräche zwischen Stadt und Vertretern von Kultusgemeinde und Oberrat gehen weiter

Konstanz (wak) Morgen läuft die Frist ab, die der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz und dem Oberrat der Israealitischen Religionsgemeinschaft Baden gesetzt hat. Wie bereits mehrfach berichtet, hatte die Stadt der Israelitischen Kultusgemeinde ein Grundstück in der Sigismundstraße überlassen, auf dem eine Synagoge gebaut werden soll. Wegen des Streits der Konstanzer Gemeinde mit dem Oberrat hat sich ein Baubeginn aber immer weiter verzögert. Sollten sich örtliche Gemeinde und Oberrat nicht einigen, will die Stadt den Bauplatz zurück.

Gespräche zwischen Gemeinde und Oberrat dauern an

Bereits in der vergangenen Woche hielt sich eine Delegation des Oberrats der Israealitischen Religionsgemeinschaft Baden (IRG) in Konstanz auf. Gespräche hätten stattgefunden, bestätigte auch heute nochmals ein Sprecher der Stadt. Über Ergebnisse sagte er aber nichts. Die Gespräche seien auch noch nicht beendet. Die Stadt spreche weiterhin mit beiden Parteien, so die Auskunft. Offenbar bemüht sich die Stadt noch einmal um eine Annäherung zwischen den zerstrittenen Parteien, also zwischen den Vertretern des Oberrats der Israealitischen Religionsgemeinschaft Baden und der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz.

Konstanzer Gemeinden einigten sich auf Ausschussmitglied

Bisher blockierten sich die unter Zwangsverwaltung stehende Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz und der Oberrat der Israealitischen Religionsgemeinschaft Baden, der sogar eine neue zweite Gemeinde in Konstanz gegründet hat, nicht nur beim Synagogenbau gegenseitig. Auch im Kreisjugendhilfeausschuss fehlte bisher ein Vertreter der jüdischen Religionsgemeinschaft, da sich die Gemeinden nicht einigen konnten. Seit Montag diese Woche ist zumindest das aber anders. Offenbar verständigten sich die beiden Gemeinden soweit, dass sie einen Vertreter in den Kreisjugendhilfeausschuss entsenden. Gewählt wurde bei der Kreistagssitzung am Montag Michael Dörr von der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz.

Stillschweigende Fristverlängerung

Dass sich die Parteien auch in Sachen Synagoge annähern, dürfte aber komplizierter sein: Der Konstanzer Oberbürgermeister Horst Frank hatte der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz im vergangenen Jahr noch eine allerletzte Frist gesetzt, um den Streit mit dem jüdischen Oberrat zu beenden. Die Frist läuft Ende März aus. Sollte in den kommenden Tagen keine Einigung zwischen dem Landesverband der Juden in Baden und der Israelitischen Kultusgemeinde Konstanz zustande kommen, müsste ein Synagogen-Neubau in der Konstanzer City vor dem Aus stehen. Die Stadt kündigte im vergangenen Jahr – vielleicht auch m Druck auszuüben – an, in diesem Fall vom Wiederkaufsrecht des Bauplatzes Gebrauch machen zu wollen, auf dem die Synagoge entstehen soll. Mit der Frist nimmt es die Stadt nun aber offenbar doch nicht ganz so genau: Sollte es bis morgen kein Ergebnis geben, würden die Gespräche im April weitergehen, sagte ein Sprecher der Stadt.

Foto: wak/Baugrundstück mit dem Hotel Anker in der Sigusmundstraße

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