Allgäu Concerts: James Blunt Konzert findet statt

Landesregierung kannte offenbar Mietvertrag mit Schloss Schule Salem nicht

Konstanz/Stuttgart. Die SPD in Baden-Württemberg hat den Verdacht geäußert, dass das Land den Inhalt des Mietvertrags mit der Schloss Schule Salem gar nicht kannte. In dem Vertrag steht: „Der Eigentümer wird künftig auf Großveranstaltungen verzichten.“ So wird es aber nicht kommen, alle geplanten Open-Airs finden statt. Das gilt auch für das Konzert mit James Blunt.

SPD-Landtagsabgeordneter kritisiert Schludrigkeit

Der SPD-Landtagsabgeordnete Norbert Zeller, der Anstoss daran genommen hatte, dass Shakira in Salem anscheinend nicht auftreten durfte, erklärte jetzt: „Das Hin und Her bei diesen Open-Air-Konzerten zeigt mal wieder, wie schludrig die Landesregierung beim Thema Salem gearbeitet hat.“ Konzertveranstalter Franz Bernhard sagte, er habe eine Zusage für das Gelände und werde notfalls auf Durchführung auch des James Blunt Konzerts klagen. Gestern hatte es geheißen, dass das Konzert in den Prüfungszeitraum der Schule falle und deswegen möglicherweise auf der Kippe stehen könnte.

Schaden in Höhe sechsstelligen Betrags bei Absage

Wörtlich heißt es in einer Erklärung von Allgäu Concerts: „Das Konzert mit James Blunt wird entgegen anders lautender Veröffentlichungen in Salem stattfinden. Die Karten behalten ihre Gültigkeit.“ Da es sich bei der Durchführung um einen Zusammenschluss von in Deutschland etablierten Veranstaltern handele, werde die Absage durch den runden Tisch, an dem auch Salems Bürgermeister Manfred Härle, das Land als Eigentümer des Schlosses sowie die Salemer Schulleiterin Eva Marie Haberfellner und der ehemalige Zeit-Chefredakteur und Internatsvereinsvorsitzender Robert Leicht saßen, nicht akzeptiert. „Für das Gelände und diesen Termin liegt Allgäu Concerts die feste Zusage der staatlichen Schlossverwaltung vor.“ Daher sei der runde Tisch, bestehend aus Vertretern von Schule und Politikern, aus Sicht von Allgäu Concerts nicht berechtigt, rückwirkend Veranstaltungen abzusagen, „sonst könnte jeder Vertragspartner willkürlich Verträge absagen“. Allgäu Concerts werde auf die Durchführung des Konzerts klagen, weil der wirtschaftliche Schaden im sechsstelligen Bereich liegt und nicht tragbar sei.

Blauäugiger Vertragsabschluss mit Konzertveranstalter

In einer Pressemitteilung teilte die SPD heute mit: „Die SPD-Fraktion ist sehr verwundert darüber, dass die Landesregierung als Käufer des Schlosses Salem offensichtlich den bestehenden Mietvertrag mit dem Internat Salem nicht gekannt hat.“ Denn nur so sei der Vertragsabschluss mit einer Konzertagentur erklärbar, der das Land möglicherweise teuer zu stehen komme. So sagt es der Bildungsexperte Norbert Zeller. „Bei der Landesregierung wird erneut sichtbar, dass die eine Hand nicht weiß, was die andere tut.“

Mietvertrag mit Schule noch nie erwähnt

Wie bereits berichtet sind in Schloss Salem in diesem Sommer mehrere Open-Airs, darunter Konzerte mit Sting, Alpenrocker Hubert von Goisern, David Garret und James Blunt geplant. Verunsicherte Fans hatten sich gestern auch bei See-Online gemeldet und nachgefragt. „Das James Blunt Konzert findet auf jeden Fall statt“, so Thomas Bernhard, Chef von Allgäu Concerts. Weiter sagte Bernhard, dass er von der Klausel im Mietvertrag mit der Eliteschule Großveranstaltungen betreffend nichts gewusst habe. Die Vorverkäufe für die Konzerte gehen wie geplant weiter. Bei den Top-Acts mit internationalen Stars seien jeweils 8.000 bis 9.000 Fans nach Salem gekommen.

SPD-Mann Zeller sieht viele Widersprüche

Zeller weist gleich auf mehrere Widersprüche hin. So habe das Finanzministerium bisher als Hindernis für Konzerte immer auf angebliche Sicherheitsfragen verwiesen, die sich aber letztlich als unproblematisch erwiesen hätten. Der Mietvertrag zwischen dem Haus Baden und der Internatsschule, in den das Land als Rechtsnachfolger des Hauses Baden eingetreten ist, sei hingegen öffentlich nicht angesprochen worden. Falls das Land jetzt tatsächlich mit Steuergeldern für einen sehr hohen Einnahmeausfall der Konzert-Agentur gerade stehen müsste, wäre das nicht akzeptabel, sagt Zeller.

Falsche Erwartungen für Open-Airs im Schlosspark

Im Übrigen bedaure er es, dass offensichtlich keine größeren Konzerte im Schlossgelände mehr möglich seien. Davon weiß wiederum Franz Bernhard noch nichts. Zwar seien von Dritten und in der Presse Zahlen genannt worden, offiziell informiert sei er aber nicht. Zeller setzt noch eines drauf: CDU und FDP hätten beim Kauf der Anlage falsche Erwartungen bei den Bürgern geweckt. „Das Hin und Her bei diesen Konzerten zeigt mal wieder, wie schludrig die Landesregierung beim Thema Salem gearbeitet hat“, sagt Zeller.

Konzerttermin und Vorverkauf

James Blunt – “some kind of trouble” – Tour am Freitag 8. Juli 2011 Schloss Salem, Beginn: 20 Uhr.

Telefonischer Kartenvorverkauf: Reservix Ticket-Hotline: 01805 700 733 (0,14 € / Minute aus dem Festnetz der Deutschen Telekom, bei Anrufen aus dem Mobilfunknetz können die Kosten abweichen) Schwäbische Zeitung: 0751 / 5 69 15 57, Südkurier: 0800 / 999-177

Kartenvorverkauf im Internet: www.allgaeu-concerts.de

Foto: Pressebild

Mehr Infos über die Open-Airs gibt es beim Konzertveranstalter unter www.allgaeu-concerts.de

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