Am Samstag Freibad Horn in Konstanz wegen Facebook Party gesperrt

12.000 Facebook-Einladungen zu einer Geburtstagsparty verschickt – Alle Konstanzer müssen aus Strandbad draußen bleiben

Konstanz. Am Samstag ist das Freibad Horn für alle gesperrt. Der Grund ist eine Einladung zu einer Facebook-Party. 12.000 Einladungen sind ausgesprochen worden. 2.500 Gäste haben bereits ihr Kommen angekündigt. Die Stadt reagiert mit einem Verbot. So will Konstanz eine sogenannte Facebookparty/Project-X Party am 07. Juli 2012 im Bereich der Stadt Konstanz verhindern.

Warnung vor Facebook-Party

Der Stadtverwaltung Konstanz sowie der Bäder GmbH und der Polizeidirektion Konstanz sei, wie es in einer Medienmitteilung heißt, bekannt geworden, dass im Internet über das soziale Netzwerk Facebook für eine Facebookparty/Project-X Party im Bereich des Freibad Horn für den kommenden Samstag, 7. Juli 2012 eingeladen wird.

12.000 Einladungen verschickt

Bis Donnerstag wurden rund 12.000 Einladungen zu einer Geburtstagsparty ausgesprochen und nach Angaben der Stadt liegen bisher schon rund 2.500 Zusagen vor. „Da aus den Erfahrungen in anderen Städte wie Backnang, Wuppertal, Hagen, Ebersberg, Zürich usw. mit größeren Krawallen, Sachbeschädigungen und auch Körperverletzungen zu rechnen ist, haben sich die Stadt Konstanz, die Bäder GmbH sowie die Polizei Konstanz nach eingehenden Beratungen entschlossen, die Facebookparty in Konstanz zu untersagen“, teilte die Stadt mit.

Freibad Horn ganztägig gesperrt

Die Stadt begründet das Verbot so: „Insbesondere im Bereich des Freibad Horn wären größere Schäden durch Glasscherben zu befürchten. Da es sich dort um ein Wiesengelände handelt, das vorwiegend von Badegästen und Kindern genutzt wird, ist die Gefahr durch verbleibende Glasscherben erheblich.“ Es bestehe hier die Gefahr, dass das Bad über Wochen für die Badegäste nicht mehr nutzbar sein würde, da eine Reinigung der Wiese nur durch Abtragen der Oberflächen möglich wäre. Die Bäder GmbH hat sich, wie die Stadt ankündigte, daher entschlossen, im Sinne der Nutzer das Bad am 7. Juli 2012 ganztägig zu schließen.

Umfangreiches Verbot

In der Zeit vom 7. Juli 2012 0.00 Uhr bis einschließlich 8. Juli 2012 6.00 Uhr werden für das Stadtgebiet der Stadt Konstanz alle Aktionen einzelner Personen und Personengruppen, die zur Vorbereitung, zur Durchführung oder als Bestandteil der angekündigten Facebookparty geplant oder dieser zuzurechnen sind, verboten. Das Verbot umfasst alle über Internetforen/soziale Netzwerke organisierten Veranstaltungen im gesamten Stadtgebiet. Bei Zuwiderhandlung gegen das Verbot werde ein Platzverweis ausgesprochen. Zudem drohe ein Bußgeld in Höhe von bis zu 5.000 Euro.

Nicht mal Joggen auf Seeuferweg möglich

Weiterhin werden die Eichhornstraße ab der Einmündung Mainaustraße, sowie die Jakobstraße ab der Einmündung Hermann-von-Vicari-Straße bzw. Lindauer Straße in Fahrtrichtung Horn am Samstag von 14 bis 24 Uhr, für den Durchgangsverkehr gesperrt. Ein Parkverbot wird am Samstag, 7. Juli 2012, in der Zeit von 9 bis 24 Uhr in der gesamten Eichhornstraße, im Hermann-Hesse-Weg, den Straßen zur Torkel, Jakobstraße und Seehalde angeordnet. Auf dem Parkplatz Horn ist das Parken von Samstag, 7. Juli 2012, 9 bis Sonntag 6 Uhr untersagt. Eine Zufahrt ist in diesem Bereich nur für Anlieger möglich. Linie 5 der städtischen Busbetriebe endet am Samstag bei der Therme. Je nach Erfordernis erfolgt eine komplette Einstellung der Linie. Auch der Seeuferweg am Samstag für Besucher nicht begehbar.

Stadt verteilt Flyer

Zur Information der Bürger und Besucher der Stadt Konstanz werden in Bussen und Bahnen Flyer verteilt, die über das Verbot unterrichten. Dass das Freibad Horn am Samstag ganztägig geschlossen sein wird und erst wieder am Sonntagmorgen geöffnet ist, dürfte viele Konstanzer verärgern. Die Stadt Konstanz bittet aber alle Bürgerinnen und Bürger um Verständnis.

Foto: Gerd Altmann PIXELIO www.pixelio.de

7 Kommentare to “Am Samstag Freibad Horn in Konstanz wegen Facebook Party gesperrt”

  1. Auto-Fahrer-D
    5. Juli 2012 at 21:34 #

    Tipp für die Polizei: Da die meisten von auswärts kommen, stellt weiträumig Schilder auf, wo lang es zum Bad geht. Natürlich alle falsch. Bildet mit den Schildern einen Kreis, oder führt die Leute damit Stadtauswärts.

    Die Deutsche Bahn könnte z.B. die Leute schon in Hegne aussteigen lassen, und ab hier gehen Schilder zu Fuß weiter. Bis die in Konstanz sind, sind sie müde und wollen schon nicht mehr Feiern.

    Aber ich finde es richtig. Einerseits ist es Traurig, aber die Vergangenheit hat ja gezeigt, daß die Facebook-Partys nur Krawalle verursachen. Scheinbar sind alle Rowdys dort gut organisiert. Andererseits sind Scherben dort das schlimmste, was passieren kann. Schlimm wird es nur, wenn wirklich 1000 Leute kommen und dann wo anders Randalieren. Hoffen wir, daß es nicht so weit kommt.

  2. Max Schneider
    5. Juli 2012 at 22:18 #

    12.000 Einladungen und 2.500 Zusagen, soll das ein Witz sein?!
    Bei Facebook sind es aktuell rund 6.500 Einladungen und 800 Zusagen :’D
    Vielleicht würden davon 400 kommen, da ist das alles ja sowas von überzogen!!
    Leider ist es auch in diesem Fall das Selbe wie immer; es benehmen dich ein paar Leute (eventuell) daneben und die Masse leidet…

  3. Daniel Thun
    6. Juli 2012 at 08:19 #

    Heute ist es eine „Party“ – morgen vielleicht ein Aufruf von Occupy (siehe Frankfurt), S21-Gegnern oder den Piraten. Hier üben Stadt (Staat) schon mal, wie sie sich verhalten, wenn sich die unliebsame Masse in Bewegung setzt: Es wird einfach verboten. Und der Rest darf zahlen. Beides ist nicht okay. Verbote zeigen nur die Hilflosigkeit…. – und damit dringenden Handlungsbedarf auf. Und zwar politischen. Wer in Konstanz nur verbietet, darf sich nicht über massive Gegenwehr wundern!

  4. Ralph J. Schiel
    6. Juli 2012 at 08:27 #

    Falls das Ganze eine gezielt eingefädelte virale Guerillamarketingskampagne ist, bei der es gar nicht um diese eine Party am Hörnle geht, sondern um Werbung für den Kinofilm ProjektX, dann klappt das schon ganz gut, bei all der Aufmerksamkeit, die dadurch erzeugt wurde bisher. Vielleicht wäre es auch hier ratsam von medialer Seite her so zu verfahren, wie zum Teil schon geschehen bei der Fussball EM: Keine Bilder zeigen von Bengalofeuern und Flitzern keine Aufmerksamkeit geben. Schon reduziert sich die „Erfolgsquote“ dieser Leute. Denn wenn es fast keiner sieht und wahrnimmt, dann sind sie ja keine „Medienhelden“ mehr.

  5. Daniel Thun
    6. Juli 2012 at 09:57 #

    @ Ralph J. Schiel: Klar, einfach Realität ausblenden und das Volk dumm halten. Sie sollten in die Politik gehen! Es kann nicht sein, was nicht sein darf – also Zensur. Es war schon immer ein Fehler, seine Mitmenschen zu unterschätzen. Was glauben Sie, passiert, wenn eine Gruppierung kein Gehör mehr findet? Sie wird lauter aufbegehren….. Wollen Sie das? Gehör und Fingerspitzengefühl ist hier gefragt. Ernst nehmen statt ignorieren. Dann klappts auch mit den Nachbarn.

  6. Hinterwäldler
    6. Juli 2012 at 10:27 #

    Das finde ich äußerst lustig. Konstanz verzichtet auf die Einnahmen aus diesem Event. Bei der Menge der Veröffentlichungen auch in der Regionalpresse tippe ich mal ganz simpel auf eine Neuauflage des so genannten Barbra Streisand-Effektes (https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt). Nun werden wohl erst recht die Besucher kommen um zu schauen was es zu sehen gibt :-)

  7. Kimesch
    6. Juli 2012 at 15:35 #

    Unnötige Aktion. Will mir jemand den Link zu der Veranstaltung geben? :D

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