Amnestie für illegale Waffenbesitzer läuft aus

Nach dem Amoklauf von Winnenden

soi waffe(wak) Allein seit August sind beim Landratsamt Bodenseekreis über 400 Waffen zur Vernichtung abgegeben worden. Diese Zahl nannte Zero Danner, der Leiter des Rechts- und Ordnungsamts im Kreis. Viele der Waffen stammen von Kreisbewohnern, die illegal Gewehre oder andere Schusswaffen besaßen. Dass Waffenbesitzer ihre Waffen zurück geben, dürfte auch eine Folge des Amoklaufs von Winnenden sein. Die Amnestie für Waffenbesitzer, die ihre illegalen Waffen freiwillig abgeben, endet am 31. Dezember.

Kontrolleure überprüfen Waffenbesitzer im Kreis

Nicht alle Waffen aber wurden freiwillig abgegeben. Einige der illegalen Waffen haben auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rechts- und Ordnungsamts bei Kontrollen im Bodenseekreis gefunden. Bei ihren Kontrollen überprüfen die Landratsamtsmitarbeiter, ob Waffenbesitzer ihre Waffen gemäß den Anforderungen des Waffengesetzes aufbewahren. „Es ist schon erstaunlich, welche Zustände man da zum Teil vorfindet“, erklärte Zeno Danner. Laut Danner, der bei den Kontrollen zum Teil selbst mit dabei ist, müssten deshalb einige Waffenbesitzer mit dem Widerruf ihrer Waffenbesitzkarte und erheblichen Bußgeldern rechnen.

Amnestie endet am 31. Dezember

Gleichzeitig herrsche im Landratsamt aber große Erleichterung darüber, dass die Amnestieregelung so gut angenommen werde. „Es ist zwar eine Heidenarbeit, aber dafür sind in Zukunft deutlich weniger Waffen im Bodenseekreis im Umlauf, und außerdem geht die Zahl der Waffenbesitzer erheblich zurück“, freut sich Daniela Daub, die im Rechts- und Ordnungsamt für das Waffenwesen zuständig ist. Bis 31. Dezember gilt noch die Amnestieregelung. Wer illegaler Waffenbesitzer ist, und freiwillig seine illegalen Waffen bis Ende des Jahres abgibt, geht straffrei aus.

73 Tonnen Waffen in Baden-Württemberg vernichtet

Der Appell der Behörden zur freiwilligen Rückgabe von Waffen nach dem Amoklauf von Winnenden zeigt offenbar in ganz Baden-Württemberg Wirkung: 73 Tonnen Waffen wurden bisher nach einem Bericht von focus online landesweit vernichtet. Im Jahr 2008 waren es insgesamt nur 18 Tonnen, im Jahr 2007 elf Tonnen.

Debatte begann nach dem Amoklauf von Winnenden

Dass in diesem Jahr im Vergleich zu den Vorjahren schon jetzt viel mehr Waffen abgegeben worden sind, führt auch der Stuttgarter Regierungspräsident Johannes Schmalzl auf den Amoklauf von Winnenden zurück. In der etwa 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart gelegenen Stadt Winnenden und in Wendlingen hat der 17-jährige Täter Tim Kretschmer am 11. März 2009 15 Menschen ermordet. Der Vater des Täters war Sportschütze und besaß 15 Waffen. Nach dem Amoklauf begann eine politische Diskussion über das Waffenrecht. Schmalzl sagte, der Appell zur freiwilligen Rückgabe von Waffen zeige Wirkung. Allerdings seien auch im Regierungsbezirk Stuttgart – zu dem die Stadt Winnenden gehört – zuletzt wieder massive Verstöße gegen die Aufbewahrungsvorschriften festgestellt worden. Jede Waffe weniger sei ein mehr an Sicherheit, sagte Schmalzl.

Waffenbesitzer im Bodenseekreis strafffrei bis 31. Dezember

Im Bodenseekreis können Waffenbesitzer ihre Waffen noch bis 31. Dezember straffrei von Montag bis Freitag zwischen 8 Uhr und 12 Uhr, und Donnerstags zusätzlich zwischen 14 Uhr und 17 Uhr beim Landratsamt in der Glärnischstr. 1-3, 88045 Friedrichshafen, abgeben. Telefon: 07541 204- 5102 / 5457.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.