An Fasnacht feiern oder fliehen

Sechseinhalb Tage vernarrt in Konstanz

Konstanz (wak) Die eine gruselt’s schon, die anderen freuen sich aufs fasnächtliche Treiben. Nur noch sieben Tage bis zum Schmotzigen Dunschtig. Selbst die Konstanzer Universität lassen die Narren traditionell nicht aus. Wir sagen Ihnen wo es in Konstanz an den närrischen Tagen was zu erleben gibt und von welchen Orten sich Stadtbewohner, die nicht vernarrt in die Fasnacht sind, besser fern halten sollten.

Startschuss fällt am Mittwoch vorm Schmotzigen Dunschtig

Am Mittwoch, 10. Februar, trifft sich in Konstanz die Gemeinschaft der maskentragenden Vereine und Zünfte um 20 Uhr am Schnetztor zum Butzenlauf. Durch die Hussen- und Wessenbergstraße geht es zum Münsterplatz. Abfeiern ist danach zum Beispiel im Pfohlkeller und auch in vielen anderen Kneipen angesagt. Der vielleicht wichtigste Tag, der Donnerstag, 11. Februar, beginnt um 6 Uhr, wenn die Freien Blätz die Niederburg und die Blätzlebuebe-Zunft die Altstadt wecken. Die Letzten dürften zu diesem Zeitpunkt gerade erst nach Hause gekommen sein. Im Paradies ist ebenfalls ab 6 Uhr die Kamelia Paradies unterwegs. Die Konstanzer Seegeister marschieren gar schon um 5.45 Uhr am Lutherplatz los, um ebenfalls das Paradies zu wecken. In Petershausen übernimmt das Wecken ab 6 Uhr der Narrenverein Schneckenburg, und in Wollmatingen ziehen die Giraffen durchs noch schlafende Wollmatingen. Ab 10 Uhr beginnt auch das närrische Treiben im Eingangsbereich der Universität. Einer der Höhepunkte am Schmotzigen Dunschtig ist traditionell das Jakobiner-Tribunal auf dem Obermarkt, bevor um 19 Uhr dann der große Hemdglonkerumzug beginnt. Traditionell sind am Schmotzigen Dunschtig und am Fasnachtssamstag neben den Mäschgerle auch viele Guggenmusiken in der Konstanzer Altstadt unterwegs.

Am Fasnachtswochenende Narrenmarkt und Umzug

Treffpunkt am Samstag, 13. Februar, ist der Konstanzer Narrenmarkt auf dem Augustinerplatz. Freie Blätz, Alt-Konstanzer Hanselezunft, Blätzlebuebe, Altstadthexen, Seehasen, Jakobiner und Konstanzer Teufel laden von 10 bis 17 Uhr auf den Konstanzer Narrenmarkt ein. Mit dabei ist auch das SWR-Fernsehen. Um 13 Uhr beginnt eine närrische Olympiade. Ab 19 Uhr steigt im Konzil die Partynacht des Narrenvereins Schneckenburg. Karten gibt’s im Vorverkauf in den Edeka Frischemärkten Baur. Gefeiert wird am Samstag ansonsten traditionell in den Kneipen, Weinstuben und Kellern der Niederburg und der Altstadt. Am Fasnachtssonntag, 14. Februar, werden dann voraussichtlich etwa 70 Zünfte und Gruppen am Fasnachtsumzug durch die Konstanzer Altstadt teilnehmen. Ein bunter Lindwurm schlängelt sich ab 14 Uhr durch die Stadt. Verköstigen können sich Narren am Donnerstag, Sonntag und Montag traditionell auch an Wurstständen – viele bringen ihr Proviant aber auch auf einem Leiterwagen oder im kleinen Koffer selber mit.

Innenstadtbewohner leben mit Konfetti, Krach und Scherben

Vor allem Innenstadtbewohner, die an fasnächtlichen Brennpunkten wie der Niederburg oder der Konstanzer Altstadt wohnen, sehen dem närrischen Treiben wie alle Jahre wieder nicht nur in freudiger Erwartung, sondern auch mit Grauen entgegen. Während in der Innenstadt feiernde Mäschgerle und Hästräger, wenn sie genug vom Feiern haben, in ihre Busse und den Seehas steigen und in ihre ruhigen Vororte entschwinden, bleiben die Innenstadtbewohner zurück: Sechseinhalb Tage vom Butzenlauf am Mittwochabend kommender Woche bis zum Aschermittwoch leben sie mit den Narren vor der Haustür. Denn wer dachte, dass am Fasnachtsdienstag um Mitternacht Schluss wäre, der irrt. Wer keine Lust auf Konfetti, Krach und Scherben hat, sollte am besten aus der Innenstadt fliehen. Ho Narro!

Foto: Archiv wak

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