Arbeitgeber und Arbeitnehmer verhandeln über Zukunft der Nycomed-Beschäftigten

Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie informiert Mitarbeiter auch auf Facebook – Betriebsrat warnt Kollegen vor auf Gerüchte basierenden Entscheidungen

Konstanz. Arbeitgeber und Arbeitnehmer von Nycomed haben sich am Freitag vergangener Woche zu einem ersten Gespräch getroffen. Für März sind weitere drei Termine zwischen der Arbeitgeber- und der Arbeitnehmerseite vereinbart. Das teilten die Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie und der Nycomed-Betriebsrat mit. Allein in Konstanz will Nycomed 700 Stellen streichen. In den kommenden Wochen geht es darum, einen Sozialplan auszuhandeln. Von ihm wird zum Beispiel auch die Höhe der Abfindungen abhängen. Die Arbeitnehmervertreter informieren die Betroffenen  direkt über die Website der Gewerkschaft und die Facebook-Seite der Gewerkschaft.

Rolf Benz: Demonstration war wichtig

Betriebsrat und Gewerkschaft gehen davon aus, dass die Demonstration am 24. Januar in Konstanz die Arbeitnehmerseite stärkte. Auch solche Aktionen seien nötig. Betriebsratsvorsitzender Rolf Benz sagte: „Wir gehen davon aus, dass dieses Signal nicht nur die Solidarität innerhalb der Belegschaft befördert hat, sondern auch auf der Arbeitgeberseite aufmerksam wahrgenommen worden ist. Wir werden bald wissen, ob wir eine offene und konstruktive Verhandlungsatmosphäre herstellen können oder es rauer zur Sache gehen wird.“

Arbeitnehmerseite informiert online

Zunächst gehe es darum, dass der Arbeitgeber genaue Informationen zum bevorstehenden Personalabbau und zur zukünftigen Aufstellung des Unternehmens in Deutschland geben müsse. Für Interessierte würden sowohl auf der Internetseite der IG BCE Freiburg  als auch auf Facebook aktuelle Informationen über den Stand der Gespräche online gestellt.

Erste Runde vergangene Woche

Die Verhandlungsrunde wurde nach Mitteilung von Betriebsrat und Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie Engerie (IG BCE) am 10. Februar eröffnet. Die Arbeitgeberseite habe die geplante Betriebsänderung mit annähernd 250 Seiten Text, Schaubildern und Zahlenkolonnen dargestellt, um die unternehmerische Entscheidung darzustellen. Jedes Kommissionsmitglied erhielt nach Mitteilung der IG BCE ein persönliches Exemplar, das namentlich gekennzeichnet war und noch zusätzlich mit dem Verweis auf „streng vertraulich“ versehen wurde.

Betriebsrat und IG BCE gehen in Klausur

Der Betriebsratsvorsitzende Rolf Benz sagte: „Wir handeln im Auftrag unserer Kolleginnen und Kollegen.“ Zur Vorbereitung der nächsten Gespräche mit der Arbeitgeberseite würden die Arbeitnehmervertreter noch im Februar mit ihren Beratern in einer zweitägigen Klausurtagung die weitere Vorgehensweise besprechen, Vorschläge erarbeiten und offene Punkte abarbeiten.

Nicht alle Arbeitnehmer wollen dasselbe

IG BCE-Bezirksleiter Wilfried Penshorn sagte: „Wir müssen versuchen, die Erwartungshaltungen in den Belegschaften an den unterschiedlichen Standorten zu berücksichtigen.“ Einige Betroffene wollten schnellstmögliche Klarheit, während andere wiederum darauf drängen, sich mit den Verhandlungen Zeit zu lassen. Der Betriebsrat stehe für die Anfragen aus der Belegschaft zur Verfügung und habe bereits im Intranet die häufig gestellten Fragen dokumentiert. Darüber hinaus könnten auch vertrauliche Einzelanfragen telefonisch oder per e-Mail gestellt werden. „Auf Gerüchte oder nicht belastbare Aussagen sollten keine Entscheidungen aufgebaut werden“, warnt die Arbeitnehmerseite. Der Betriebsrat und die IG BCE bemühten sich, schnellstmöglich für Klarheit zu sorgen.

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