Arbeitslosenzahl in der Schweiz stieg am stärksten

Arbeitsmarkt in der Regio Bodensee im vierten Quartal 2009 massiv schlechter

Bodenseeregion (wak) Eine Entspannung der Lage auf dem Arbeitsmarkt der Bodenseeregion ist vorerst noch nicht abzusehen. Auch wenn die Konjunkturindikatoren in der Regio Bodensee offenbar langsam wieder nach oben zeigen, sei eine Entspannung auf dem Arbeitsmarkt noch nicht in Sicht. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ist die Zahl der Arbeitslosen weiter dramatisch angestiegen, die Zahl der gemeldeten offenen Stellen ist dagegen weiter zurückgegangen. Den Bericht über die Lage am Arbeitsmarkt erstellt hat das Projekt „Statistik für die EUREGIO-Bodensee“ der translake GmbH im Auftrag der EURES-Grenzpartnerschaft Bodensee. Der Bericht liefert einen Überblick über die Arbeitsmarktsituation in der internationalen Bodenseeregion in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein.

Arbeitslosigkeit in der Regio Bodensee

Im vierten Quartal 2009 sind in der REGIO Bodensee fast 48 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet gewesen als im gleichen Quartal des Vorjahres. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel in der Schweizer Bodenseeregion mit knappen 70 Prozent am stärksten aus.

Offene Stellen in der Regio Bodensee

Die Zahl der offenen Stellen lag im vierten Quartal 2009 ca. 26 Prozent unter den Werten des Vorjahres. Lediglich in Liechtenstein ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen gegenüber dem Vorjahresquartal sogar geringfügig angestiegen.

Top Ten der offenen Stellen

Die meisten offenen Stellen wurden letzten Quartal 2009 in Vorarlberg und in der Schweizer Bodenseeregion in den Bauberufen sowie in den Gast- und hauswirtschaftlichen Berufen gemeldet.Nach Berufsgruppen differenzierte Daten aus der deutschen Bodenseeregion standen den Statistikern nicht zur Verfügung.

Das Untersuchungsgebiet im Detail

Das Untersuchungsgebiet „REGIO Bodensee“ umfasste die deutschen Landkreise Konstanz, Sigmaringen, Bodenseekreis, Ravensburg, Lindau, Oberallgäu (inklusive der kreisfreien Stadt Kempten) sowie Ostallgäu (inklusive Kaufbeuren), die Schweizer Kantone Zürich, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, St.Gallen und Thurgau sowie das Fürstentum Liechtenstein und das österreichische Bundesland Vorarlberg.

Arbeitslosigkeit im Gebiet in der Region Bodensee

Auch im vierten Quartal 2009 ist die Arbeitslosigkeit im Gebiet von EURES Bodensee weiter deutlich angestiegen. Die Arbeitslosenzahlen erhöhen sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um knapp 48 Prozent. Dies war auch in den Teilregionen zu beobachten. Zwar lagen die Arbeitslosenzahlen immer noch deutlich über den Vorjahreswerten, der Anstieg fiel jedoch durchweg etwas geringer aus als noch im dritten Quartal 2009.

Schweiz am härtesten von Anstieg der Arbeitslosigkeit getroffen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit fiel in der Schweizer Bodenseeregion erneut am stärksten aus. Die absolute Anzahl der Arbeitslosen erhöhte sich hier im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knappe 70 Prozent . In Liechtenstein lag die Zahl der Arbeitslosen etwa 35 Prozent über dem Vorjahreswert, in den deutschen Landkreisen waren ca. 31 Prozent mehr Arbeitslose gemeldet. Den niedrigsten Zuwachs verzeichnete das österreichische Bundesland Vorarlberg mit einem Anstieg von 25 Prozent. In der Bodensee Region stieg die Arbeitslosigkeit stärker als in den Nationalstaaten insgesamt. Dies sei einerseits auf die Wirtschaftsstruktur der Region – den besonders hohen Anteil exportabhängiger Industrien – andererseits auf das niedrige Ausgangsniveau der Arbeitslosigkeit in der Bodenseeregion zurückzuführen.

Kurzarbeit verhinderte Arbeitslosigkeit in der Regio Bodensee

Zwar hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Vergleich zum Vorjahr massiv verschlechtert, doch haben sich auf der anderen Seite Prognosen nicht erfüllt, die noch deutlich negativere Entwicklungen befürchten ließen. Insbesondere die hohe Inanspruchnahme der Kurzarbeit konnte eine noch stärkere Zunahme der Arbeitslosigkeit verhindern. Unmittelbare Auswirkungen der inzwischen positiveren Konjunkturprognosen auf die Arbeitsmärkte seien jedoch zunächst nicht zu erwarten. Auch Schweizer Arbeitsmarktinstitutionen rechnen offenbar noch nicht mit einer baldigen Erholung des Arbeitsmarktes, sondern gehen von einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit aus. Im Fürstentum Liechtenstein herrschte trotz der im Jahresverlauf 2009 steigenden Arbeitslosenquote und der angespannten Wirtschaftslage Optimismus – Industrie und Gewerbe sahen im vierten Quartal laut einer Umfrage des Amtes für Statistik wieder Anzeichen einer Konjunkturbelebung.

Offene Stellen im Gebiet in der Region Bodensee

Auch im vierten Quartal blieb die Situation bei den gemeldeten offenen Stellen angespannt. Im Vergleich zum Vorjahr war ein deutlicher Rückgang bei den gemeldeten offenen Stellen zu beobachten: insgesamt hat sich die Anzahl im Vergleich zum Vorjahresquartal um über 26 Prozent verringert. Auch im Vergleich zum dritten Quartal 2009 ist die Zahl der gemeldeten offenen Stellen deutlich gesunken. Überraschend war nur die positive Entwicklung in Liechtenstein. Im Fürstentum waren fast 8 Prozent mehr offene Stellen gemeldet als im vierten Quartal 2008. In den anderen Teilgebieten fielen die Entwicklungen negativer aus. in Vorarlberg betrug der Rückgang knapp 25 Prozent, in Deutschland hatte sich die Anzahl der gemeldeten Stellen um über 27 Prozent verringert. Berücksichtigt man, dass sich die Zahl der offenen Stellen in der Schweizer Bodenseeregion durch die geänderte Erfassungsmethode erhöht hat, wird deutlich, dass auch hier die Zahl der offenen Stellen stark zurückgegangen ist.

Top Ten der offenen Stellen nach Berufsgruppen

In der Betrachtung der Top Ten fehlen Angaben von deutscher Seite, da entsprechende Daten von der Bundesagentur für Arbeit den Satistikern nicht vorlagen. Die meisten offenen Stellen wurden in Vorarlberg und der Schweizer Bodenseeregion in diesem Quartal in denselben Branchen gemeldet wie im dritten Quartal 2009: den Bauberufen und den Gast- und hauswirtschaftlichen Berufen, gefolgt von den Handelsberufen. Nicht in den Top Ten waren in diesem Quartal die landwirtschaftlichen Berufe, neu hinzu kam die Berufsgruppe Reinigung und Körperpflege. Im Vergleich zum vorangegangenen Quartal ist im vierten Quartal des Jahres in der Schweizer Bodenseeregion die Zahl der gemeldeten offenen Stellen in allen Berufsgruppen zurückgegangen. Auch in Vorarlberg ist die Zahl der offenen Stellen in vielen Bereichen gesunken. Lediglich bei den Gast- und hauswirtschaftlichen Berufen, den Kaufleuten und Bürokräften sowie den Gesundheitsberufen ist die Zahl der offenen Stellen gestiegen. Der Anstieg fiel jedoch mengenmäßig relativ gering aus und vermochte den deutlichen Abwärtstrend in der gesamten Regio Bodensee kaum abzumildern.

Mehr als leichte Konjunkturaufhellung nötig

Wenn auch die Zahlen für das deutsche Beobachtungsgebiet noch ausstehen, so ist der schon über mehrere Quartale anhaltende Trend sehr deutlich erkennbar. Gibt der Arbeitsmarkt in den Winterquartalen saisonal bedingt für gewöhnlich etwas nach, so zeigt der Blick auf die Zahlen des Vorjahreszeitraums dennoch die deutliche Verschlechterung der Arbeitsmarktzahlen. Um an das Arbeitsmarktniveau vergangener Jahre anknüpfen zu können, bedarf es nun mehr als nur einer leichten Konjunkturaufhellung.

Quelle: „Statistik für die EUREGIO-Bodensee“

http://www.statistik.euregiobodensee.org

im Auftrag von Die EURES-Grenzpartnerschaft Bodensee.

Foto: wak

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