Asbest-Quelle in Konstanzer Unibibliothek noch nicht identifiziert

Asbest-Messungen in Bibliothek noch bis Ende der Woche – Voraussichtlich in der kommenden Woche liegen Ergebnisse vor

Kein Einlass in UnibibliothekKonstanz. Auch zweieinhalb Wochen nach dem Asbest-Alarm an der Konstanzer Universität ist noch immer vollkommen unklar, woher das in der Unibibliothek entdeckte Asbest stammt und wann sich die Fasern in der Raumluft befunden haben. Das sagte Julia Wandt, Leiterin Kommunikation und Marketing an der Universität, am Dienstag. Ansonsten verweist Wandt auf die Website, auf der die Hochschule ihre Mitarbeiter und Studenten informiert.

Herkunft des Asbests in Unibibliothek ungeklärt

Zur Verweildauer, zum Alter und der Herkunft der Asbestfasern könnten laut Universität derzeit noch keine exakten Angaben gemacht werden. Da in der Raumluft keine Fasern gefunden wurden, sei eher davon auszugehen, dass die Asbestablagerungen im Staub älteren Datums seien. Diese Fragen müssten aber bei weiteren Untersuchungen noch geklärt werden.

Asbest befand sich früher in Raumluft

Derzeit werde in der Unibibliothek noch gemessen. „Die Messungen sollen in dieser Woche abgeschlossen werden, dann wird es noch einige Tage dauern, bis die Ergebnisse vorliegen“, sagte Wandt. Klar ist offenbar nur, dass die Asbestfasern zu einem früheren Zeitpunkt, vermutlich über die Raumluft, an die überprüften Stellen gelangt sind. Da der Zeitpunkt unklar ist, ist auch noch vollkommen unklar, wer und wann möglicherweise Asbestfasern eingeatmet haben könnte. Asbest gilt als krebserregend.

Totalsperrung der Unibibliothek gilt weiter

Am Freitag, 5. November, war die Bibliothek der Universität Konstanz am späten Nachmittag deshalb geschlossen worden. Bücher aus der Unibibliothek konnten und können seit diesem Zeitpunkt nicht mehr ausgeliehen werden und Arbeitsplätze sind gesperrt. Nicht betroffen war der Bereich N. Auch bei den Messungen im Buchbereich J, dem Erweiterungsbau der Bibliothek, wurde nach Auskunft der Universität kein Asbest nachgewiesen.

Studierende sind gehandicpat

Seit Schließung der Bibliothek, die mindestens vier bis sechs Wochen dauern soll, ist ein normales Studieren an der Konstanzer Universität für viele Studenten nicht möglich. Die sonst 24 Stunden geöffnete Freihandbibliothek ist nicht zugänglich und auch Semesterapparate sind nicht erreichbar. Wer in der Vorlesungszeit, die Mitte Oktober begonnen hat, Referate oder Seminararbeiten vorbereiten möchte, ist gehandicapt. Ein Schock war die Bibliotheksschließung vor allem aber für Studierende, die vor Zwischen- und Abschlussprüfungen stehen.

Vier Wochen Fristverlängerung

Schnell hatte die Universität angekündigt, dass Fristen verlängert würden. So ist es nun zum Beispiel so, dass bei mündlichen Abschlussprüfungen, für die bereits ein Termin festgesetzt worden ist, der Prüfungstermin auf Antrag verschoben werden kann. Die Auswirkungen der Bibliotheksschließung würden dabei angemessen berücksichtigt, heißt es.

Mehr Zeit für Abschlussarbeiten

Wer gerade dabei ist, eine Abschlussarbeiten, zum Beispiel in den Fächern Philosophie, Geschichte, Soziologie oder Literaturwissenschaft zu schreiben, könne beantragen, dass die Bearbeitungszeit um vier Wochen verlängert wird. Weiter sagte Wandt: Das Landeslehrerprüfungsamt (LLPA) Freiburg gewähre den Konstanzer Lehramtsstudierenden für schon begonnene wissenschaftliche Arbeiten eine generelle Abgabefristverlängerung von vier Wochen auf Antrag. Ähnliche Regelungen gelten für Jurastudenten vor Prüfungen.

Lernen im Mensatrakt

Knapp sind allerdings Arbeitsplätze für Studierende. In der Naturwissenschaftlichen Bibliothek wurden zwar zusätzliche Arbeitsplätze eingerichtet. Neue Arbeitsräume finden Studierende auch auf der Ebene K5 (Gruppenarbeitsbereich) sowie im IBZ2 (Raum K503, Einzelarbeitsbereich). Der gesamte Bereich sei neu mit W-Lan ausgestattet worden. Auch in der Bibliothek der HTWG und in anderen Bibliotheken der IBH sowie in der Stadtbücherei Konstanz könnten Studierende arbeiten und zumeist einen kostenlosen Ausweis bekommen.

Fernleihen ersetzen Konstanzer Bücher

Derzeit dürfen auch Mitarbeiter die Hauptbibliothek noch nicht betreten. Dies werde frühestens nach der Reinigung der Bereiche möglich sein. Ausnahmsweise sind deswegen Fernleihbestellungen auf Titel möglich, die eigentlich im Buchbestand der Unibibliothek wären, die aber aufgrund der Schließung nicht zugänglich sind. Eingegangene Fernleih-Bücher und Aufsatzkopien können im Buchbereich Naturwissenschaften abgeholt werden. Die Konstanzer Unibibliothek bekomme auch Unterstützung von vielen Hochschulen im Land, sagte Wandt. Auch Verlage zeigen sich kooperativ.

Neuanschaffungen sollen Situation entschärfen

Die Bibliothek arbeitet intensiv an der Beschaffung von Medien, heißt es seitens der Universität. Teile der Semesterapparate würden neu beschafft, ebenso Lehrbücher und anderes, was in den letzten Jahren besonders oft ausgeliehen wurde.  Der AStA habe in Zusammenarbeit mit der Bibliothek eine Bücherbörse eingerichtet. Auch die türkische Hochschulgruppe der Universität und HTWG Konstanz, Turkuaz e.V. hat ein Büchertausch-Forum eingerichtet.

Bücher keine Asbestschleudern

Bücher seien bisher nicht auf Asbest untersucht worden. Es müsse aber angenommen werden, dass in den Staubablagerungen auf Büchern Asbestfasern gewesen sein könnten. Auf welchen Büchern und wie viel, ist noch unklar. Dass Studierende möglicherweise ihre Zimmer verseucht haben könnten, sei nicht wahrscheinlich: Durch den Transport seien die Fasern eventuell bereits größtenteils entfernt worden, heißt es seitens der Universität.

Die Raumluftmessungen in der Bibliothek wurden an sechs Bereichen gemacht, verteilt von G 2 bis S 5a. Es seien aktuell keine Asbestfasern in der Raumluft festgestellt worden, jedoch in Staubablagerungen an Gegenständen, heißt es weiterhin. Wandt lobte die Studierenden, die sehr besonnen auf die Situation reagiert hätten.

Foto: Stephan Greitemeier Universität Konstanz

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.