Atommüllendlager im Hegau – Nein, danke!

Linke halten den Hegau als ehemaliges Vulkangebiet für ungeeignet und sorgen sich wegen fallender Immobilienpreise

Singen. Die Linke möchte kein Atommülllager im Hegau. Das teilte Kreisrat Michael Krause mit. Die Linke stehe für eine ergebnisoffene Suche nach einer Atommülllagerstätte. Dies schließe eine Suche auch im Hegau ein, so Kreisrat Michael Krause. Die Linke könne sich aber nicht vorstellen, dass der Hegau eine sicheres Atommülllager bieten kann.

Gefahr von Erdbeben

Selbst wenn die Bodenschichten geeignet sein sollten, so müssen doch alle Gegebenheiten mit einbezogen werden. Hierzu gehöre die Erdbebeneinstufung sowie die Tatsache, dass der Hegau ein ehemaliges Vulkangebiet ist.

Problem Grundwasser

Trotz aller Beteuerungen zu „sicheren“ Behältern müsse auch das Risiko einer Beschädigung berücksichtigt werden. Und schließlich müssten die dichte Besiedelung und die Grundwasserversorgung (durch den Rhein für halb Deutschland!) Bewertungskriterien sein.

Bedenken gegen Schweizer Lagerstätte

Für Die Linke ist ein Atommülllager im Hegau unter den gegebenen Bedingungen nicht vorstellbar. Andere Regionen seien wohl besser geeignet. „Daher erwarten wir, dass die Untersuchung zum gleichen Ergebnis kommt“, heißt es in einer Medienmitteilung. Aus denselben Gründen habe Die Linke auch große Bedenken gegen das Atommüllendlager auf Schweizer Seite.

Linke sorgt sich um Immobilienpreise

„Wo immer zum Schluss die Lagerstätte entsteht, wird sich Widerstand bilden“, schreibt Michael Krause. Viele Bürger würden die Region verlassen. „Andere werden regelmäßig auf die Straße gehen“, kündigte er an. Die „ausgesuchte Region“ werde an Wert verlieren. Unternehmen würden sich andere Standorte suchen. Die Grundstückspreise würden fallen. Und das ist nur der Anfang.

Ein sicherer Ort

„Unabhängig davon muss gesagt werden, dass es eigentlich gar kein ,Endlager‘ geben kann“, heißt es weiter. Eine Lagerstätte für über tausend Jahre sei einfach nicht planbar. „Worüber wir also zu reden haben, ist nur eine Zwischenlösung, ein ,Zwischenlager‘, das regelmäßig kontrolliert werden müsse. „Aus diesem Grund sollte für die Lagerstätte der sicherste Ort gesucht werden – und dieser Ort ist sicher nicht der Hegau“, teilte Kreisrat Krause mit.

5 Kommentare to “Atommüllendlager im Hegau – Nein, danke!”

  1. TB
    12. Mai 2011 at 08:22 #

    „…sowie die Tatsache, dass der Hegau ein ehemaliges Vulkangebiet ist.“ Na und? An die Geo-Experten bei den Linken: Der Vulkanismus im Hegau spielte sich vor 15 bis 7 Millionen Jahren ab.

  2. Hans Paul Lichtwald
    12. Mai 2011 at 10:12 #

    Mir kommen die Tränen der Rührung Die Linke sorgt sich um die Immobilienpreise. Zu Benken fällt mir Jürgen Trittin ein, der im „Grünen Baum“ in Moos als Minister auf konkrete Anfragen sagte, er gehe davon aus, dass die Schweiz beim Genehmigungsverfahren dort so beteiligen werde, wie es Deutschland umgekehrt auch machen würde. Was daraus geworden ist, wissen wir. Die geologischen Fragen sind zudem nicht vom Tisch – sie werden nur seit einiger Zeit ignoriert.

  3. Hinterwäldler
    12. Mai 2011 at 10:21 #

    TB schrieb:
    “…sowie die Tatsache, dass der Hegau ein ehemaliges Vulkangebiet ist.” Na und? An die Geo-Experten bei den Linken: Der Vulkanismus im Hegau spielte sich vor 15 bis 7 Millionen Jahren ab.

    Du hast einen Nachsatz vergessen:
    Vor wenigen Stunden fand ein Erdbeben der Stärke 4,5 in einem erdbebensicheren Gebiet Spaniens statt.

    Weiterhin hast du vergessen uns zu schreiben, das im oberen Rheingraben jährlich mindestens ein Erdbeben der Stärke 3 stattfindet. Es reicht schon, das uns eine Giftmülldeponie zugemutet wurde. http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/dossiers/giftmuell/ Der Bodenssee ist ein Trinkwasserreservoir für einen großen Teil Deutschlands und eine Touristenattraktion. Es ist kaum anzunehmen, das solche Deponien die Attraktivität der Region steigern. oddr?

  4. Bolle Knallquist
    12. Mai 2011 at 13:07 #

    Hinterwäldler:
    4,5 ist ein leichtes Beben mit ein paar Schäden. Die Richterskala ist logarithmisch aufgebaut. Also keine Panik, wenn die Werte nahe bei einander sind. Erdbeben bis 3 sind nur messbar, nicht spürbar. Auch in Deinen „erdbebensicheren“ Gebieten gibt es Beben. Ein bisschen mehr Sachlichkeit und weniger laienhaftes Löwenzahnwissen würde dieser Diskussion gut gut tun. Baden-Württemberg liegt auf Zonen, die nicht, bzw. gering gefährdet sind. Anders sieht es dort aus, wo Kontinentalplatten aufeinander treffen. Wie z.B. bei Japan.
    Mal zur Kenntnis nehmen: http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/1538/Info_Erdbeben_110315_Internet.pdf

  5. Hinterwäldler
    12. Mai 2011 at 21:43 #

    Du schwatzt wie du es verstehst. 8 Tote und 165 Verletzte sind nur leichte Schäden bei 4,5 auf der Momenten-Magnituden-Skala? Wenn bei 3,5 in meinem Wohnzimmerschrank die Gläser wackeln fährt wahrscheinlich gerade ein 40-Tonner auf der B32 um die Kurve.

    Dieses von dir verlinkte Geschreibsel (hast du es überhaupt gelesen?) wurde von der Behörde erstellt, die vor dem Ausstieg vom Ausstieg zum Ausstieg der CDU verantwortlich für die Sicherheit deutscher AKWs sein sollte. Eine ähnliche Behörde hat in Japan die Standorte für deren AKWs festgelegt und bestätigt. Das Ergebnis ist bekannt.

    Zudem verwechselst du etwas: Die Richterskala wird schon seit 1977 nicht mehr angewandt. Sie geistert nur noch in den Köpfen einiger Laien herum. Aktuell wird nach der Momenten-Magnituden-Skala die Stärke eines Bebens bestimmt. Auf dieser ist bei 10,6 alles vorbei. https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Momenten-Magnituden-Skala

    Mehr Klärung bringt dieser Bericht: http://www.stern.de/wissen/natur/erdbeben-in-baden-wuerttemberg-wo-europa-auseinander-bricht-662946.html

    Ps: Ich habe in meiner Diskussion an keiner Stelle die Richterskala erwähnt ;-)

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