Auch Radolfzell setzt bei Seepromenade auf Bürgerbeteiligung

80 Bürgerinnen und Bürger haben sich angemeldet – Workshops zum Bahn-Areal zwischen Altstadt und Bodenseeufer

Radolfzell. Seit Stuttgart 21 und vielleicht auch seit die Konstanzer in einem Bürgerentscheid mit großer Mehrheit den Bau eines Konzert- und Kongresshauses abgelehnt haben, das Verwaltung und Gemeinderat ohne Bürgerbeteiligung auf den Weg bringen wollten, ist nichts mehr so wie es früher einmal gewesen ist. Auch der Radolfzeller Oberbürgermeister Jörg Schmidt (SPD) will nicht über die Köpfe der Bürgerinnen und Bürger hinweg regieren, sondern sie beteiligen. Gleich zwei Workshops plant die Stadt zur Neuüberplanung des Bahn-Areal zwischen Altstadt und Bodenseeufer. Am Ende entscheidet aber – so wie auch bei der Bürgerbeteiligung Verkehr in Überlingen oder Konstanz – der Gemeinderat. Er kann den Willen der Bürger – so wie in Überlingen –  auch ignorieren.  Allerdings sind 2014 wieder Kommunalwahlen.

Zwei Workshops mit Bürgern

In einer Klausurtagung hatte die Stadtverwaltung mit dem Radolfzeller Gemeinderat vereinbart, die Gestaltung der Radolfzeller Seepromenade mit Bürgerbeteiligung und in einem professionellem Planungsprozess zu entwickeln. Das war im Juli 2011. Das Stadtplanungsamt organisierte in diesem Frühjahr zwei ganztägige Workshops am 21. April und am 5. Mai, bei denen sich alle interessierten Bürgerinnen und Bürger mit ihren Vorschlägen zur künftigen Gestaltung der Seepromenade einbringen können. Insgesamt 80 Radolfzeller Bürgerinnen und Bürger haben sich angemeldet.

Ziele stehen am ersten Tag im Fokus

Am nun bevorstehenden 1. Workshoptag am 21. April 2012 bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Überblick über die Aufgabenstellung und Rahmenbedingungen. Nach einer Ortsbegehung werden gemeinsam mit den Fachleuten der Planungsbüros und der Stadtverwaltung Ziele und Aktionen erarbeitet.

Über das Areal am See

Die Stadt Radolfzell überplant und entwickelt in enger Abstimmung mit der Deutschen Bahn AG und der aurelis Real Estate GmbH & Co. KG derzeit das Bahn-Areal, das zwischen Altstadt und Bodenseeufer liegt. Das Ziel ist eine bessere Anbindung der Stadt an den See, durch Aufwertung und Umbau der Unterführung, zusätzliche Fußgängerbrücken über die Gleisanlagen und städtebauliche Planungen auf den Konversionsflächen. Die Stadt hat sich für einen transparenten Beteiligungsprozess auf Augenhöhe zwischen Bürgern, Planern und der Verwaltung entschieden. Ideen, Ziele, Probleme und Konflikte sollen im Dialog herausgearbeitet werden und konkrete Planungsvorschläge für die Seepromenade entstehen. Gehen wird es um Gastronomie, Aufenthaltsräume, Veranstaltungen, Bootsverleih, Spielplätze und touristische Aktivitäten.

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