Auch Tatort-Kommissarin Blum braucht Polizeipräsidium in Konstanz

Polizeistrukturreform sieht nur noch zwölf Präsidien vor – Resolution für Erhalt des Standorts Konstanz

Konstanz/Bodenseekreis. Im Zuge der Polizeistrukturreform plant das Land Baden-Württemberg die Zusammenlegung der vier Landespolizeidirektionen mit den 37 Polizeipräsidien und Polizeidirektionen zu zwölf Polizeipräsidien. In der Gemeinderatssitzung vom 1. März erklärte der Konstanzer Gemeinderat die Notwendigkeit, dass eines der künftigen Polizeipräsidien am Standort Konstanz angesiedelt wird, und verabschiedete einstimmig eine Resolution. Auch der Kreistag des Bodenseekreises hat eine entsprechende Resolution verabschiedet.

Konstanzer Resolution im Wortlaut

„Der Konstanzer Gemeinderat spricht sich nachdrücklich für die Beibehaltung der Polizeidirektion bzw. bei der vom Land Baden-Württemberg beabsichtigten Verschmelzung der vier Landespolizeidirektionen mit den 37 Polizeipräsidien/-direktionen zu zwölf Polizeipräsidien für die Ansiedlung eines Polizeipräsidiums in Konstanz aus und beauftragt Herrn Oberbürgermeister Horst Frank, sich bei der Landesregierung sowie dem Innenministerium Baden-Württemberg für dieses sehr wichtige Anliegen einzusetzen.“

 Bodensee und grenzüberschreitende Kriminalität

Eine Schließung des Standorts Konstanz hätte weitreichende Konsequenzen: Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen würden hoheitliche Aufgaben in Konstanz weiter abgebaut und ein Zentralitätsverlust des Oberzentrums Konstanz wäre zu befürchten. Die Polizeidirektion Konstanz hat in einem Positionspapier Fakten im Vergleich zu anderen Landkreisen zusammengetragen, welche die Notwendigkeit der Ansiedlung eines der künftigen Polizeipräsidien am hiesigen Polizeistandort Konstanz begründet. Zwingend notwendig ist ein Präsidium aus Sicht der Verwaltung auch mit Blick auf die am Bodensee agierende Wasserschutzpolizei sowie die grenzüberschreitende Kriminalität und Verbrechensbekämpfung in Zusammenarbeit mit der Schweiz.

Resolution auch im Bodenseekreis

Ein Präsidium bekommen würde auch gern der Bodenseekreis. Auch der Kreistag des Bodenseekreises hat eine entsprechende Resolution verabschiedet. In der Resolution heißt es unter anderem: „Der Bodenseekreis hält es aufgrund der gemachten Erfahrungen für erforderlich, dass die Wasserschutzpolizei nicht wieder aus der allgemeinen Polizeiorganisation herausgelöst wird. Der Bodensee ist der größte Trinkwasserspeicher Europas. Die Wasserschutzpolizeien der Polizeidirektionen Konstanz und Friedrichshafen, des Freistaates Bayern, des Landes Vorarlberg wie auch der Kantone St. Gallen, Thurgau und Schaffhausen arbeiten eng zusammen. Seit Einbeziehung der Wasserschutzpolizeien in den allgemeinen Polizeidienst haben sich die ohnehin schon bestehenden engen Verknüpfungen der Polizeidienste der Länder rings um den Bodensee noch vertieft. Kriminalität macht nicht am Bodenseeufer halt. Es wäre fatal, die Zuständigkeiten auf dem Land und zu Wasser wieder zu trennen.“

Konstanz hat Klara Blum

Problematisch werden dürfte der Verlust des Präsidiums in Konstanz übrigens auch für Tatort-Kommissarin Klara Blum werden. Sie ermittelt schließlich zu Lande, auf dem Wasser, über dem See und auch grenzüberschreitend. Eine normale Dienststelle täte es da wohl kaum. Das steht so aber natürlich nicht in der Konstanzer Resolution.

Foto: SWR/Archiv See-Online

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