Aufschwung bei der MTU in Friedrichshafen angekommen

Tognum Prognose nach erstem Halbjahr: Auftragseingang steigt auf 1.389,5 Mio. Euro

Friedrichshafen (red) Der Aufschwung ist kein Phantom. Er erreicht auch Unternehmen am Bodensee. Positives vermeldet auch der Motorenbauer aus Friedrichshafen. Der Antriebssystem- und Energieanlagen-Spezialist Tognum hat seine Jahresprognose nach dem ersten Halbjahr bestätigt und präzisiert. Das Unternehmen geht nun davon aus, einen Umsatz innerhalb des bekannten Prognosekorridors in Höhe von 2,4 bis 2,5 Mrd. Euro zu erzielen. Die bereinigte EBIT-Marge soll jetzt, ebenfalls innerhalb der bislang prognostizierten Spanne, im Bereich von 7,5 bis 9 % liegen. Ausschlaggebend dafür ist die höhere Nachfrage, beispielsweise im Bereich der dezentralen Energieversorgung sowie bei Bau- und Industriemaschinen. Der ursprünglich im März veröffentlichte Ausblick war von einem Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Mrd. Euro und einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 6 und 9 % ausgegangen.

Zwischen Krise und Boom: Übergangsjahr 2010

„Wir sind mit der sich positiv entwickelnden Nachfragesituation zufrieden, daher haben wir unseren Ausblick bestätigt und innerhalb des bekannten Prognosekorridors nach oben konkretisiert“, erklärt Volker Heuer, Vorstandsvorsitzender der Tognum AG. „Das Gesamtjahr 2010 sehen wir aber nach wie vor als Übergangsjahr. Wir haben eine gute Balance aus Kosten- und Produktionsverbesserungen gefunden, die sich in einer verbesserten bereinigten Bruttoergebnismarge niederschlägt. Gleichzeitig investieren wir in unsere Vertriebsaktivitäten und insbesondere in Forschung und Entwicklung. So sind wir für die neue Emissionsgesetzgebung gerüstet und bauen unsere Technologieführerschaft langfristig weiter aus.“

Auftragseingang steigt, Umsatz sinkt erwartungsgemäß

Der Auftragseingang stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres um 8,9 % auf 1.389,5 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 1.275,9 Mio. Euro). Ohne Berücksichtigung der im Jahr 2009 verkauften Rotorion-Aktivitäten hätte der Anstieg sogar 14 % betragen. Dieser Zuwachs beruht im Wesentlichen auf der guten Auftragslage im Segment Onsite Energy & Components – insbesondere im Liefergeschäft für die OEM-Kunden. Der Umsatz ging – nach dem Verkauf von Rotorion – erwartungsgemäß um 12,4 % auf 1.086,0 Mio. Euro zurück (1. Hj. 2009: 1.239,2 Mio. Euro), ohne Rotorion wäre er lediglich um 8,1 % gesunken. In der Umsatzentwicklung des ersten Halbjahres schlägt sich zunächst vor allem der niedrige Auftragseingang des durch die Wirtschafts- und Finanzkrise geprägten Jahres 2009 nieder.

Höheres bereinigtes EBIT

Das bereinigte EBIT erhöhte sich im Berichtszeitraum um 16,9 % auf 97,0 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 83,0 Mio. Euro). Dieser Anstieg resultiert im Wesentlichen aus der verbesserten Kapazitätsauslastung und den leicht gesunkenen Vertriebs- und Verwaltungskosten. Hingegen steigerte das Unternehmen seine Aufwendungen für Forschung und Entwicklung um 11,9 % auf 77,2 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 69,0 Mio. Euro). Diese Investitionen in die Zukunft zielen darauf ab, den Technologievorsprung mit neuen Motoren und Systemen weiter auszubauen. Die bereinigte EBIT-Marge erhöhte sich auf 8,9 % (1. Hj. 2009: 6,7 %).

Gestiegener bereinigter Konzernüberschuss

Der bereinigte Konzernüberschuss stieg in den ersten sechs Monaten um 3,7 % auf 52,8 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 50,9 Mio. Euro). Damit beläuft sich der bereinigte Gewinn je Aktie für die Berichtsperiode auf 0,40 Euro je Aktie (1. Hj. 2009: 0,39 Euro). Bei einem bereinigten Bruttoergebnis von 313,0 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 303,6 Mio. Euro) ergibt sich eine um 4,3 Prozentpunkte verbesserte bereinigte Bruttoergebnismarge von 28,8 % (1. Hj. 2009: 24,5 %). Die Eigenkapitalquote sank gegenüber dem Jahresende 2009 vor allem aufgrund der Dividendenausschüttung im Mai 2010 geringfügig und betrug zum 30. Juni 2010 26,9 % (31.12.2009: 27,6 %). Die Nettofinanzverschuldung befindet sich mit 194,7 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahresstichtags (31.12.2009: 192,2 Mio. Euro). Der Free Cashflow1 verbesserte sich in den ersten sechs Monaten um 31,3 % auf 85,6 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 65,2 Mio. Euro).

Verbesserte Ergebnisse in den Segmenten Engines und OE&C

Die Berichtssegmente Engines und Onsite Energy & Components (OE&C) verzeichneten im ersten Halbjahr steigende Ergebnisse bei erwartungsgemäß gesunkenen Umsätzen2. Das Segment Distribution konnte seinen Umsatz leicht verbessern und erzielte ein Ergebnis auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Halbjahresumsatz im Segment Engines erreichte 743,3 Mio. Euro und lag damit um 10,3 % unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums (1. Hj. 2009: 829,0 Mio. Euro). Der Umsatz reduzierte sich vor allem im Bereich Defense, da Projekte ausliefen und im laufenden Jahr keine größeren Neuprojekte zur Auslieferung anstehen. Im Bereich Oil & Gas waren die Auswirkungen der im Jahr 2009 gesunkenen Rohstoffpreise und die damit verbundenen rückläufigen Investitionen in der Umsatzentwicklung immer noch spürbar. Der zwischenzeitlich gestiegene Auftragseingang wird erst zeitverzögert zu einem höheren Umsatz in dieser Anwendung führen, heißt es in einer Mitteilung von Tognum. Der Bereich After Sales/Übrige entwickelte sich positiv und erwies sich als 1 Free Cashflow = Cashflow aus Geschäftstätigkeit und Cashflow aus Investitionstätigkeit 2 alle Segmentdaten inkl. Intersegmentbeziehungen, d.h. Transaktionen zwischen den Segmenten Stütze des Segments. Das bereinigte Segment-EBIT verbesserte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich um 32,1 % im Vergleich zur Vorjahresperiode auf 83,5 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 63,2 Mio. Euro). Das Segment OE&C erzielte mit 322,2 Mio. Euro im ersten Halbjahr einen um 12 % niedrigeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum (1. Hj. 2009: 366,1 Mio. Euro). Ohne Berücksichtigung der verkauften Rotorion-Aktivitäten im Vorjahr wäre es zu einem Anstieg von 4,4 % gekommen. Im Anwendungsbereich OE Diesel Systems & Engines entwickelte sich das Liefergeschäft mit OEM-Kunden deutlich positiv, das Geschäft mit Diesel- Systemen aufgrund der Schwäche des nordamerikanischen Marktes dagegen zurückhaltend. Das bereinigte Segment-EBIT stieg um 15,7 % auf 12,5 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 10,8 Mio. Euro). Das Umsatzvolumen des Segments Distribution stieg in der Berichtsperiode um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 229,9 Mio. Euro (1. Hj. 2009: 217,2 Mio. Euro). Das bereinigte Segment-EBIT bewegte sich mit 21,2 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres (1. Hj. 2009: 21,3 Mio. Euro).

Jahresprognose 2010

Trotz des weiterhin volatilen Marktumfeldes bestätigt und präzisiert Tognum ihre Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2010. Basis dafür sind die Entwicklungen bis zum heutigen Zeitpunkt sowie die konkretere Informationsbasis für das zweite Halbjahr 2010. So rechnet das Unternehmen jetzt für das Gesamtjahr 2010 mit einem Umsatz zwischen 2,4 und 2,5 Mrd. Euro, was innerhalb des bislang kommunizierten Prognosekorridors liegt. Ausschlaggebend hierfür sind aktuelle Aufträge mit Liefertermin im zweiten Halbjahr, insbesondere die höhere Nachfrage in den Anwendungen dezentrale Energieversorgung sowie Bau- und Industriemaschinen. Die bereinigte Umsatzrendite erwartet das Unternehmen im Rahmen der bislang prognostizierten Spanne nunmehr im Bereich von 7,5 bis 9 %. Positiv wirken sich hierbei die gestiegene Nachfrage sowie die verbesserte Auslastung aus. Bei einer Steuerquote von rund 30 bis 32 % plant Tognum ein deutlich positives bereinigtes Ergebnis je Aktie. Mittelfristig geht das Unternehmen im Zuge der abklingenden Wirtschaftskrise und einer Belebung der Off-Highway-Märkte von einem überdurchschnittlichen Umsatzwachstum aus.

Foto: Tognum

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