Badeanstalten am Konstanzer Bodenseeufer unwiederbringlich verschwunden

Bodeensee-Therme plant Saunaturm direkt am Seeufer – Abschied von Seesauna

Konstanz. An die traditionellen Badehäuser und Badeanstalten, die es früher einmal am Konstanzer Bodenseeufer gab, erinnern nur noch Fotos. Dass die Konstanzer Bädergesellschaft ein Saunahaus auf Stelzen in den See setzen könnte, ist illusorisch. Jetzt plant die Bädergesellschaft einen Saunaturm. Ein Steg soll vom Turm zum Wasser führen.

Neue Sauna am See

Die beiden Geschäftsführer der Bädergesellschaft, Georg Geiger und Konrad Frommer, ihren Saunaturm, der an einen Sprungturm erinnern soll, direkt am Ufer geplant. Ein Steg soll vom Panoramadeck der Sauna zum Turm und weiter in den See hinein führen. Auch die Konstanzer Sauna hätte dann – so wie die Thermen in Meersburg und Überlingen- eine Außensauna als zusätzliche Attraktion und einen Wettbewerbsnachteil weniger. Aus wasserrechtlichen Naturschutzgründen muss die Bädergesellschaft aber viele Kompromisse machen. So baut sie zum Beispiel lediglich eine Saunakabine für 20 Gäste. Ein bisschen neidvoll schauen die Konstanzer auch nach Vorarlberg, wo das Seehotel „Am Kaiserstrand“ einen auf Stelzen stehenden Baukörper in den See hinein bauen durfte. So etwas wäre in Konstanz unvorstellbar.

Abschied von den Stelzen

Seit 2003 gibt es in Konstanz Pläne, eine Seesauna zu bauen. Wäre die frühere Planung realisiert worden, stünde das Saunahaus im See und die Form wäre dem Design des Katamarans nachempfunden. Damit die Planungen voran kamen, koppelte die Bädergesellschaft 2005 die Planung der Seesauna von der restlichen Thermen-Planung ab. FFH-Richtlinien, Vogelschutz, Wasserrecht und Umweltverträglichleitsprüfungen machten den Bau einr Seesauna unmöglich. Deswegen entschied sich die Bädergesellschaft alternativ für den Bau einer Außensauna. 2013 könnte sie fertiggestellt sein.

Seebadeanstalten verblasste Mythen

Ein bisschen wehmütig zeigt Georg Geiger Fotos vom alten Dampfschiffanleger und der Badeanstalt Jakob, die von 1905 bis 1935 in etwa dort stand, wo sich heute die Bodensee-Therme befindet.Auch in der Seestraße gab es bis 1941 noch eine Seebadeanstalt. Die historischen Bauten sind alle verschwunden. Ähnliche Badeanstalten gibt es heute zum Beispiel noch in der Schweiz.

Holz und Sprungturm-Optik

Im März vergangenen Jahres nahm die Bädergesellschaft einen ersten Anlauf zum Bau einer neuen Außensauna und schlug drei Standorte vor. Einer scheint genehmigungsfähig zu sein. Die neue Außensauna soll auf gar keinen Fall wie ein Fremdkörper am Seeufer wirken. Das Architekturbüro 4a aus Stuttgart, das auch schon den Thermenbau entworfen hat, greift das Motiv eines Sprungturms auf. Errichten möchte die Bädergesellschaft eine Saunkabine und – eine Ebene weiter unten – einen Ruheraum. Die Saunabader sollen in Richtung Konstanzer Trichter blicken. Rund um den Turm soll einen Steg führen. Parallel zum Schiffssteg möchte die Bädergesellschaft einen zweiter Steg neu errichten, über den Saunabesucher zum Abkühlen in den Bodensee gelangen. Die Planer möchten auf das Baumaterial Holz zurückgreifen. Kosten soll der Saunaturm 1,4 Millionen Euro.

Bürgerschaftliche Beteiligung

Bisher habe die Bädergesellschaft noch nicht einmal einen Bauantrag gestellt. Die Bädergesellschaft möchte die Öffentlichkeit vorab informieren. Konrad Frommer spricht von „bürgerschaftlicher Beteiligung“. Seit wenigen Tagen steht deswegen eine Informationstafel am Seeufer und im Eingangsbereich der Therme informiert die Bädergesellschaft auf einer Stele. Kämen 20 bis 30 Gäste pro Tag zusätzlich, wäre der Saunabau bereits finanziert. Saunbader müssten allerdings 1 Euro mehr Eintritt bezahlen.

 

 

 

 

 

 

Fotos: wak

2 Kommentare to “Badeanstalten am Konstanzer Bodenseeufer unwiederbringlich verschwunden”

  1. dk
    30. Mai 2011 at 01:16 #

    Vielleicht ergeben sich durch das „Packaging Design“ weitere Anregungen für Architekten:

    25 Examples of Amazing Packaging Design
    http://vandelaydesign.com/blog/design/packaging-design/

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