Bahn sucht neues Fernverkehrskonzept für Linie Stuttgart–Zürich (Gäubahn)

Bahn will Gäubahn verbessern

Bahn will Gäubahn verbessernKonstanz/Stuttgart. Deutsche Bahn erarbeitet neues Fernverkehrskonzept für die Linie Stuttgart–Zürich (Gäubahn). Der Einsatz von ICE-Zügen mit Neigetechnik sei nicht mehr vorgesehen. Trotzdem soll die Verbindung attraktiver werden. Das teilte die Deutsche Bahn mit. 

Bahn sieht Verbesserungsbedarf

Die Deutsche Bahn (DB) prüfe Alternativen für ein verbessertes Fernverkehrsangebot auf der Linie Stuttgart-Singen-Zürich (Gäubahn). „Grund dafür sind die anhaltenden Probleme der Fahrzeugindustrie, neue Achsen für die auf dieser Strecke eingesetzten ICE T-Züge zu liefern“, heißt es in einer Mitteilung der Bahn. Darüber habe der Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr AG, Berthold Huber, den Verkehrsminister des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, in einem persönlichen Gespräch am Montagabend in Stuttgart informiert.

Keine ICE T-Züge mit Neigetechnik seit 2010

Von 1999 bis März 2010 verkehrten auf dieser Linie ICE T-Züge mit Neigetechnik. Sie ermöglichten durch das bogenschnelle Fahren auf der kurvenreichen Gäubahn höhere Geschwindigkeiten und damit eine auf 2 ¾ Stunden verkürzte Fahrzeit. So konnten sowohl in Zürich als auch in Stuttgart wichtige Anschlüsse erreicht werden.

Aktuelle Fahrzeit 3 Stunden

Seit dem Feststellen eines Risses bei Routineuntersuchungen an zwei Rad-satzwellen von ICE T-Zügen im Oktober 2008 verzichtet die Deutsche Bahn auf den Einsatz der Neigetechnik. Dadurch erhöhten sich die Fahrzeiten auf rund drei Stunden; zudem ergab sich durch die ungünstigeren Zeitlagen eine deutlich schlechtere Anschlusssituation in Stuttgart. Die gesunkene Reisequalität hatte in den letzten drei Jahren auch einen Fahrgastrückgang auf der Gäubahn zur Folge.

Schuldzuweisung an Fahrzeugindustrie

Im Februar 2010 hat sich die DB mit dem Hersteller Alstom und seinen Konsortialpartnern darauf geeinigt, dass neue Radsätze konstruiert, gefertigt und geliefert werden. Da es derzeit keine Anzeichen für eine kurz- oder mittelfristige technische Lösung des Problems seitens der Fahrzeugindustriegebe, gehe die DB nicht mehr von einer Rückkehr des bogenschnellen ICE-Verkehrs auf der Gäubahn in einem angemessenen Zeitraum aus.

 DB und SBB suchen Lösung

Um die Fernverkehrsverbindung zwischen Stuttgart und Zürich unter den gegebenen Rahmenbedingungen insgesamt wieder deutlich attraktiver zu gestalten, erarbeite die Deutsche Bahn derzeit gemeinsam mit den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) ein optimiertes Fahrplankonzept unter Verzicht auf die Neigetechnik. Dazu werden auch Gespräche und ein fachlicher Austausch mit dem Land Baden-Württemberg aufgenommen. Ziel ist es, zeitnah eine einvernehmliche alternative Lösung zu erarbeiten.

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