Bahnverbindung vom Bodensee nach Stuttgart bleibt schlecht bis 2019

Bahn hält Ausbau der Gäubahn bis 2019 für möglich – Neue Alpentransversale ohne Anschluss

Singen.  Wenig Hoffnung für Bahnreisende nach Stuttgart. Der Bahn-Chef für Baden-Württemberg, Eckart Fricke, hält einen leistungsfähigen Ausbau der Gäubahn frühestens innerhalb der nächsten acht Jahre für möglich. Neu heißt die Strecke jetzt „Internationaler Bahnkorridor Stuttgart – Zürich“. Schneller geht es trotzdem nicht. Immerhin noch in diesem Herbst will der baden-württembergische Bahnchef einen Masterplan vorlegen. Die Landesregierung werde die weitere Ausbauplanung finanziell unterstützen, kündigte in diesem Zusammenhang SPD-Fraktionschef Claus Schmiedel an.

SPD-Landtagsabgeordneter greift nach Stohhalm

Die SPD-Landtagsfraktion hatte Anrainer-Kommunen der Bahnlinie zwischen Stuttgart und Zürich und Interessenverbände zu einer Fachtagung nach Tuttlingen eingeladen. Hans-Peter Storz, SPD-Landtagsabgeordneter aus Singen sieht in der Ankündigung des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg eine weitere Chance für den Ausbau, die Land und Kommunen gemeinsam ergreifen müssten.

Schweizer sind verärgert weil Anschluss an Alpentransversale fehlt

Der Schaffhauser Verkehrsstadtrat Peter Käppeler brachte eine weit verbreitete Stimmung sowohl der Schweizer als auch der deutschen Bahnfahrer zum Ausdruck: „Wir sind ungeduldig.“ 1995 habe Deutschland der Schweiz vertraglich zugesichert, die neue Alpentransversale (NEAT) mit leistungsfähigen Bahnen anzubinden. Doch weder im Rheintal noch bei den Verbindungen nach Stuttgart und München halte das Nachbarland seine Versprechungen ein.

Ausbau bis 2019 angeblich „ehrgeizig“

Auch Fricke sagt, dass 2019 als Termin, an dem der Ausbau abgeschlossen sein soll, „ehrgeizig“ aber gleichwohl „realistisch“ sei. In der Tat gebe es bei den vier notwendigen Ausbaumaßnahmen nur im Abschnitt zwischen Horb und Neckarhausen eine Planung. Diese wurde, wie es in einer Mitteilung des SPD-Landtagsabgeordneten Storz heißt, unter anderem von den Anrainer-Kommunen vorfinanziert. Ausgerechnet diese Planung stockt jetzt auch noch, weil die Bahnlinie ein FFH-Schutzgebiet berührt, was aufwändige Biotopkartierungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen erforderlich mache.

So soll es voran gehen

Vertreter der Interessensgemeinschaft Gäubahn kündigten an, dass sie auch die Planung der beiden nächsten Abschnitte, die doppelgleisigen Kreuzungsinseln bei Neufra und Rietheim finanzieren könnte. Eine Entscheidung darüber werde auf dem Geber-Treffen im Oktober fallen, erklärte der Tuttlinger Landrat Guido Wolf. SPD-Fraktions-Chef Schmiedel stellte für diesen Fall auch einen Beitrag des Landes in Aussicht. Wir werden uns dafür einsetzen, dass das Land die weitere Planung unterstützt, sicherte er zu. Ziel des Masterplans sei es, Meilensteile zu definieren und festzulegen, welcher der Projektpartner zu welchem Zeitpunkt tätig werden müsse, sagte Fricke.

Güterverkehr in Zukunft an Singen vorbei

Baumaßnahmen an der Singener Kurve werde es erst zum Abschluss des Ausbaus geben, erläuterte Fricke auf Nachfrage von Hans-Peter Storz. In diesem Abschnitt soll der Güterverkehr an Singen vorbeigeführt und so vom Personenverkehr getrennt werden, so dass die Trasse dort insgesamt leistungsfähiger werden könne. Ändern soll sich auch der Name: Anstelle von Gäubahn verwendet die Bahn künftig die Bezeichnung „Internationaler Bahnkorridor Stuttgart – Zürich“ so Fricke. Mit dem Masterplan und den von Land und Gemeinden finanzierten Ausbauplanungen werde aus der Gäubahn ein durchgeplantes Projekt, das ab 2015 gute Chancen habe, vom Bund berücksichtigt zu werden, hofft nicht nur der Bahn-Mann.

Foto: wak

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