Bald Doktoren aus Friedrichshafen

Privat-Universität am Bodensee in Baden-Württemberg erste mit eigenständigem Promotionsrecht

Friedrichshafen. Der Wissenschaftsrat hat der Zeppelin Universität (ZU) die Empfehlung zur Vergabe des eigenständigen Promotionsrechts ausgesprochen. Die ZU wäre damit die erste Privat-Universität in Baden-Württemberg, die Doktortitel vergeben darf.

ZU zeichnet sich durch Forschungsorientierung aus

„Mit ihrer klaren Forschungsorientierung leistet die ZU einen begrüßenswerten Beitrag zur weiteren Differenzierung des privaten Hochschulsektors in Deutschland“, sagt der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Professor Wolfgang Marquardt. Die bisherige sehr gute Entwicklung der ZU und die hohe Einsatzbereitschaft aller Beteiligten ließen eine stetige weitere Verbesserung der bereits jetzt überzeugenden Forschungsleistungen erwarten.

Der Wissenschaftsrat würdigte zudem, dass die ZU durch die Integration von forschungsorientierten Formaten in die grundständigen Studiengänge und die Durchführung von kooperativen Promotionsverfahren wichtige Grundsteine für ein eigenes Promotionsrecht gelegt habe. Rund 70 in Kooperation mit anderen Universitäten abgeschlossene und derzeit mehr als 90 laufende Promotionsverfahren belegen die Forschungsintensität der im Jahr 2003 gegründeten ZU.

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Stuttgart hat in einer ersten Reaktion den Beschluss des Wissenschaftsrates begrüßt: „Die Empfehlung des Wissenschaftsrates ist ein entscheidender Schritt für die erstmalige Verleihung des Promotionsrechts an eine Privathochschule durch das Wissenschaftsministerium. Ich sehe darin eine Bestätigung der dynamischen und überzeugenden Entwicklung der ZU“, sagte Ministerin Theresia Bauer.

Nach dem Landeshochschulgesetz Baden-Württemberg ist eine Empfehlung des Wissenschaftsrates zwingende Voraussetzung für die Vergabe der eigenständigen Titelrechte durch das Land. Es würden unmittelbar die erforderlichen Schritte zur Verleihung der Titelrechte an die ZU eingeleitet.

„Die ZU wurde immer als eine ungewöhnliche und insbesondere im Bereich der Lehre innovative Universität wahrgenommen – wie die Spitzenplätze der Rankings belegten. Uns freut es, dass wir in so kurzer Zeit im Bereich der Forschung nun als ganz normale Forschungsuniversität gewürdigt wurden“, sagt ZU-Präsident Prof. Dr. Stephan A. Jansen. „Der Dank des Präsidiums gilt insbesondere den über 100 engagierten wie mutigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die dies in den letzten acht Jahren durch ihre beeindruckenden Forschungsleistungen ermöglicht haben.“

Mit der Empfehlung des Wissenschaftsrates zur Vergabe des Promotionsrechts verbunden ist auch die Vergabe des Habilitationsrechts. Diese Entscheidung ermöglicht den weiteren personellen Ausbau in allen Departments in den nächsten Jahren. Derzeit sind zehn Lehrstühle und Professuren in der Berufung.

Der Wissenschaftsrat

Der Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Länder. Er hat die Aufgabe, Empfehlungen zur inhaltlichen und strukturellen Entwicklung der Wissenschaft, der Forschung und des Hochschulbereichs zu erarbeiten sowie zur Sicherung der internationalen Konkurrenzfähigkeit der Wissenschaft in Deutschland im nationalen und europäischen Wissenschaftssystem beizutragen. Mit seinem Akkreditierungsverfahren prüft der Wissenschaftsrat, ob Hochschuleinrichtungen Lehre und Forschung nach anerkannten wissenschaftlichen Maßstäben leisten. Dies dient der Qualitätssicherung und soll Transparenz und Vergleichbarkeit von Bildungsangeboten schaffen.

Foto: ZU

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