Bald länger draußen sitzen in 78 Gaststätten und Cafés in der Konstanzer Altstadt?

Kommunalpolitiker entscheiden diese Woche über Garten-Öffnungszeiten bis Mitternacht

Konstanz. Cafés, Bars, Biergärten, Kneipen, Gaststätten und Pizzerien. Im Sommer möchten alle lieber draußen sitzen. Bisher ist in Konstanz in allen Nächten um 23 Uhr Schluss. Darüber, ob die Wirte im Juli und August erstmals bis 24 Uhr unter freiem Himmel bewirten dürfen, entscheidet am morgigen Donnerstag, 30 Juni, der Konstanzer Gemeinderat. Außerdem geht es um verlängerte Öffnungszeiten am Hafen und im Industriegebiet.

Wirte möchten länger bewirten

Dass mehrere hundert Wirte am Dienstag in den Konstanzer Ratssaal kommen und die Debatte über die Verkürzung der Sperrzeit verfolgen, dürfte unwahrscheinlich sein. Schon im Vorfeld der Sitzung haben sie unmissverständlich klar gemacht, dass sie am Hafen und im Industriegebiet gern länger öffnen und ihre Gäste länger draußen bewirten möchten.

Konflikte in Altstadt befürchtet

Die Stadt sieht die Altstadt auch als Wohnort von Familien und befürchtet Konflikte mit Anwohnern, wenn Gäste bis Mitternacht im Freien sitzen und sich unterhalten.Das Bürgeramt möchte deshalb am liebste, alles belassen wie es ist. Mit der Bewirtung im Freien sollte um 23 Uhr Schluss sein, sagte Bürgeramtsleiter Hans-Rudi Fischer. Im Sommer nehme die Zahl der Beschwerden zu, so das Bürgeramt. Hanna Binder (SPD) hatte sich in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ganz ähnlich geäußert. Sie sagte, der DEHOGA-Vorschlag gehe ihr zu weit. Die Altstadt sollte auch als Wohngebiet für Familien genutzt werden können.

Am Hafen bald bis 3 Uhr

Die Sperrzeit im linksrheinischen Konstanz beginnt um 1 Uhr, in der Nacht auf Samstag um 2 Uhr und in der Nacht auf Sonntag um 3 Uhr. Das soll sich nicht ändern. Zugeständnisse machen möchte die Stadt aber bei der Verkürzung der Sperrzeit am Hafen. Ginge es nach der Verwaltung, sollte sie um 2 Uhr und in den Nächten zum Samstag und Sonntag um 3 Uhr beginnen. Die Wirte möchte am Hafen aber gern täglich bis 3 Uhr öffnen.

Nachts länger draußen sitzen

Voraussichtlich dürfte dieser Vorschlag der DEHOGA mehrheitsfähig sein und die Gaststätten am Hafen in Zukunft an allen Tagen bis 3 Uhr bewirten dürfen. Nur raus sitzen dürfen die Gäste so spät nicht mehr. Spätestens um Mitternacht ist auch am Hafen in Zukunft mit der Außengastronomie Schluss. Eine Sperrzeitverkürzung bei der Außenbewirtung für die Gesamtstadt einschließlich der Altstadt von 23 Uhr auf 24 Uhr im Juli und August dürften die Kommunalpolitiker aber befürworten.

Altstadt-Wirte fühlen sich benachteiligt

Nicht alle Gastronomen machen aber offenbar die verlängerten Öffnungszeiten am Hafen glücklich. Die Betreiberinnen einer Kneipe in der Altstadt fürchten, dass die Gäste dann gleich an den Hafen gehen. Sie sagten, alle Wirte sollten gleich behandelt werden. Das sieht ein weiterer Gastronom, der auch einen Biergarten betreibt genauso. Er bezahlt wie viele Wirte eine Gebühr für die Sperrzeitverkürzung für seine Kneipe. Auch Stadtrat Jürgen Wiedemann (Neue Linke), selbst Gastronom, hatte sich vor einiger Zeit in einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses ähnlich geäußert. Er hatte gesagt, dass er die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Gebieten problematisch finde.

Keine Veränderungen im Industriegebiet

Nicht mehrheitsfähig ist hingegen voraussichtlich eine DEHOGA-Forderung das Industriegebiet betreffend. Die DEHOGA möchte die landesweite Regelung übernehmen und die Sperrzeit von Sonntag bis Donnerstag um 3 Uhr morgens, am Samstag und Sonntag um 5 Uhr morgens beginnen lassen. Hans-Rudi Fischer würde in diesem Fall aber zusätzliche Probleme befürchten. Weiter sagte er, die Diskotheken seien grundsätzlich bis 5 Uhr konzessioniert.

 

 

 

 

 

 

Fotos: wak

 

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