Baubürgermeister Werner weist Kritik des Bürgerprojekts Chérisy zurück

Stellungnahme zur Presseerklärung vom 31. Juli – Investor muss nicht Entwurf des ersten Preisträgers nehmen

Konstanz. Der Konstanzer Baubürgermeister weist die Kritik des des Bürgerprojekts Chérisy an Investor Manfred Löffler zurück, der ein Studentenwohnheim im Chérisy-Areal bauen möchte und sich nach einem Architektenwettbewerb gegen die Realsisierung des Entwurfs des ersten Preisträgers entschieden hat. Bürgermeister Kurt Werner erklärte, Löffler sei in seiner Entscheidung frei.

Baubürgermeister verteidigt Löffler

Werner erklärte, dass wenige private Bauherren den „aufwändigen und kostenintensiven Weg“ auf sich nehmen und einen Wettbewerb mit zehn Architekturbüros ausloben, um einen qualitätsvollen Entwurf zu bekommen, so wie es Löffler getan hatte. Investor Manfred Löffler hatte tatsächlich immerhin 85.000 Euro für den Wettbewerb ausgegeben und zusammen mit der Jury im März spannende Entwürfe präsentiert. Der mit 18.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Konstanzer Büro Linie 4. Umgesetzt wird dieser Entwurf nun aber nicht – Löffler gab einem der beiden dritten Preisträger den Planungsauftrag.

Bürgerprojekts Chérisy kritisierte Löffler

Rudy Haenel, Sprecher des Bürgerprojekts Chérisy, hatte deswegen Ende Juli Alarm geschlagen. In einer Presseerklärung teilt der Anwalt mit, dass das Bürgerprojekt Chérisy erstaunt und enttäuscht sei, dass Manfred Löffler, Investor und Bauherr des neuen von Anfang an umstrittenen Studentenwohnheims im Joseph-Belli-Weg, vom Entwurf des ersten Preisträgers abrücke. Haenel fordert den Gemeinderat der Stadt Konstanz auf, Einfluss zu nehmen und eine „Bausünde“ zu verhindern

Keine rechtliche Verpflichtung für Löffler

Bürgermeister Kurt Werner stellte jetzt klar: Aus dem Wettbewerb heraus, den der Vorhabenträger Löffler ausgelobt hat, gibt es keine rechtliche Verpflichtung für den Vorhabenträger (nur die Empfehlung des Preisgerichts) den 1. Preisträger mit der weiteren Planung für das Studentenwohngebäude in der Chérisy am Joseph-Belli-Weg zu beauftragen. Daher bestehe die Möglichkeit, einen der übrigen Preisträger zu beauftragen – dies stehe auch in Abhängigkeit zu den im Preisgerichtsprotokoll festgehaltenen Kritikpunkten, die überarbeitet und ausgeräumt werden müssen. Auch beim Entwurf des 1. Preisträgers habe es Überarbeitungsbedarf gegeben.

Bausumme war der Knackpunkt

Werner Weiter: „Zwischen Vorhabenträger und dem Architekt des 1. Preisträgers konnte hinsichtlich der Bausumme keine Einigung erzielt werden. Bereits im Preisgericht hatte der Vorhabenträger auf die notwendige Überprüfung der Wirtschaftlichkeit hingewiesen. Die Verwaltung hat vermittelnde Gespräche zwischen Vorhabenträger und Architekt geführt, die Einflussnahme auf die Entscheidung des Vorhabenträgers ist letztendlich begrenzt. Dabei ist nicht außer Acht zu lassen, dass wenige private Bauherren und Vorhabenträger den aufwändigen und kostenintensiven Weg auf sich nehmen und einen Wettbewerb mit 10 Architekturbüros ausloben, um einen qualitätsvollen Entwurf zu bekommen. Im Hinblick darauf ist es verständlich, dass dem Vorhabenträger das Wahlrecht zur Weiterbeauftragung zusteht.“

Änderungen am Entwurf des Drittplatzierten

Zwischenzeitlich sei der Entwurf des 3. Preisträgers des Stuttgarter Büros Schlude-Ströhle-Richter überarbeitet worden. Kurt Werner dazu: „Ein Teil der Kritikpunkte entsprechend Wettbewerbsprotokoll sind bereits ausgeräumt (z.B. Erdgeschossgrundrisse und Nutzungen, Abstandsflächen, Auskragung des Gebäudes wurde zurückgenommen usw.). Weitere Änderungen des Entwurfs sind notwendig und derzeit in der Überarbeitung durch das Büro Schlude-Ströhle-Richter. Erst wenn die Mängel ausgeräumt sind, kann der Entwurf dem weiteren Bebauungsplanverfahren zu Grunde gelegt werden- damit werden die Qualitätsansprüche gesichert.“

Studentenwohnheim soll Passivhaus werden

Insgesamt stelle der Entwurf des 3. Preisträgers Schlude-Ströhle-Richter ebenfalls eine gute Grundlage dar, welcher wie der Entwurf des 1. Preisträgers die städtebauliche Zeilenstruktur der Chérisy mit langgestreckten Gebäuden aufnehme und fortführe. „Ebenfalls 5- geschossig, mit zwei gegeneinander verschobenen Gebäuderiegeln und zentralem Erschließungselement als Atriumhalle und flexiblen Zimmergrundrissen, lässt der Entwurf eine hohe Wohnqualität erwarten“, so Werner. Durch die Verschiebung der Gebäuderiegel gelinge es, die schützenswerte Baumgruppe im Nordosten in den Eingangsbereich zu integrieren, der zweite Eingang im Süden biete mit seiner Freitreppe eine hohe Aufenthaltsqualität. Trotz Tiefgarage werde im geplanten Objekt eine große Anzahl von Fahrradstellplätzen (ca. 100 – 120 Stück) vorhanden sein. „Die Firma Löffler möchte das Gebäude als Passivhaus bauen, CO2-neutral und mit 7 bis 10-facher Energieeinsparung“, so Werner.

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