Begegnungszone vorm Konstanzer Bahnhof: Es bleibt dabei

CDU-Fraktionschef Alexander Fecker will nicht am Projekt rütteln

Konstanz (wak) Für den Fraktionsvorsitzenden der CDU im Konstanzer Gemeinderat, Alexander Fecker, steht fest: Es bleibt bei der Begegnungszone beim Konstanzer Bahnhof. „Die Stadt rückt näher an den See“, sagte Fecker. Er erhofft sich durch die Begegnungszone auch eine Verringerung des Verkehrs. 15 Prozent der Fahrzeuge, die heute noch durch die Bodanstraße und am Bahnhof vorbei fahren, halten nicht einmal an, sondern sind Durchgangsverkehr, so Fecker. Die Haushaltslage der Stadt ist aus Sicht des CDU-Fraktionschefs kein Grund, das zweieinhalb Millionen teure städtebauliche Vorzeigeprojekt zu stoppen. Allerdings möchte Fecker, dass wegen der Zunahme des Verkehrs in der Laube zuvor noch die Obere Laube saniert wird.

Neue Begegnungszone mit hoher Aufenthaltsqualität

Wie berichtet plant die Stadt Konstanz einen neuen städtebaulich attraktiven Bahnhofsplatz. Damit würde in Konstanz ein Kapitel der ausschließlich autogerechten Stadt zugeklappt. Vorbilder sind längst Schweizer Städte mit ihren Shared Spaces und Ulm mit seiner neuen Mitte. Konstanz bekäme vor dem Bahnhof einen Platz mit großstädtischer Atmosphäre und hoher Aufenthaltsqualität. Umbauen sollen den Platz, so viel steht bereits fest, der Züricher Landschaftsarchitekt Guido Hager und Alexandra Wicki vom Züricher Planungsbüro Stadt Raum Verkehr. Beide haben mit ihren Entwürfen in Konstanz überzeugt. Entstehen soll ein weitläufiger städtischer Platz mit einer einheitlichen Verkehrsfläche, auf dem Fußgänger Vortritt haben und Busse und Autos nicht schneller als 20 Stundenkilometer fahren dürfen.

2,5 Millionen Euro sind im Haushalt eingeplant

Für 2010 stehen für die Begegnungszone, die 2,5 Millionen Euro kosten soll, bereits 1,5 Millionen Euro im Haushalt. 2011 hat die Stadt eine weitere Million eingeplant, so Fecker. Für die Obere Laube, den dritten Bauabschnitt, hat die Stadt bisher aber erst für 2012 Geld eingeplant. Darüber müsse im Mai, wenn die mittelfristige Finanzplanung auf der Tagesordnung des Gemeinderats stehe, aber noch einmal gesprochen werden, sagte Alexander Fecker. „Wir müssen die Obere Laube zuerst sanieren und die Verkehrsplaner müssen die Kreuzung beim Schnetztor optimieren.“ Wenn der Platz vor dem Bahnhof zu Begegnungszone werde, erwarte die Stadt 4.500 Fahrzeuge mehr, die über die Laube fahren. Nachts soll wegen der Emissionen Tempo 30 gelten. Das ist schon beschlossen.

Vorrang für Obere Laube und einen Bypass

Fecker möchte, dass neben der Kreuzung am Schnetztor auch der Döbele-Kreisel umgebaut wird. Über den Döbele-Kreisel fließt der Ausfall- und Einfallverkehr, der aus Richtung Singen über die Neue Rheinbrücke oder aus der Schweiz über den Zoll in die Stadt kommt. Der Kreisel sei oft verstopft und nicht leistungsfähig genug, sagte Fecker. „Manchmal staut sich der Verkehr bis zum Schnetztor zurück“, so Fecker. Er möchte deshalb einen Bypass. Wie bei einer Bypass-Operation am Herzen könnten verstopfte Wege durch eine „Umleitung“ überbrückt werden. Konkrete Vorschläge, die Detailplanung, sei Aufgabe der Stadtplaner.

Foto: wak

2 Kommentare to “Begegnungszone vorm Konstanzer Bahnhof: Es bleibt dabei”

  1. dk
    20. April 2010 at 13:08 #

    @ Konkrete Vorschläge, die Detailplanung, sei Aufgabe der Stadtplaner.

    Es ist nachvollziehbar, dass die 3 Teil-Projekte „Sanierung Laube“, „Bypass Döbele“ und „Begegnungszone Bahnhof“ als Ganzes gesehen werden, weil es Abhängigkeiten und Beeinflussungen gibt.

    Es wurde nicht gesondert im Artikel erwählt, ob wichtige Eckpunkte des Projektes als Rahmen gegenüber den Planungs-Beauftragten bereits bestehen.
    Sicherlich ist es sinnvoll, eine partei-übergreifende Einigkeit über wesentliche Punkte zu formulieren und den Dialog dann gemeinsam zu führen.
    Es wäre mir ein Novum, falls ein Verkäufer nicht die Erwartungs-Haltungen des Kunden erfragen würde, um das optimale Gewünschte zu finden.
    Ein wenig scheint man sich zwischen den Parteien untereinander und der Politik gegenüber der Verwaltung entweder im Kreis zu drehen oder aneinander zu reden.

    Wenn ich die mir neuen Aspekte von Hr. Fecker des gestrigen Beitrages lese, ergab sich zumindest ein grosses Kommunikations-Problem der Ja-Sager mit den Bürgern. Bei mir ist lediglich eine „vage Vision mit Schicksals-Charakter“ (als Altana-Ersatz) angekommen, die eine skeptische Wahl-Enthaltung verursacht hat.

  2. loewe
    21. April 2010 at 19:50 #

    Kompliment liebe Konstanzer! In Überlingen wäre die Lösung eine Einbahnstraße gewesen. Auf moderne lösungsorientierte Methoden, wie sie in der benachbarten Schweiz schon lange erfolgreich vorhanden sind, kommen die Überlinger-Verantwortlichen leider nicht. Etliche Studien zeigen, dass neben der Zunahme der Aufenthaltsqualität auch die Umsätze der Einzelhändler signifikant gestiegen sind. Der besonders „schlaue“ WVÜ in Überlingen befürchtet jedoch das Gegenteil und die Stadtverwaltung „frisst“ dem WVÜ aus der Hand. Deswegen wäre es diesen Leuten am liebsten, wenn Autos sogar in die Geschäfte hineinfahren könnten.

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