Berufsfischer am Bodensee klagen über schlechte Fänge

NABU lehnt Düngung des Bodensees kategorisch ab – Naturschützer wollen See noch sauberer machen

Friedrichshafen. Die Berufsfischer am Bodensee machen immer kleinere Fänge. Sie beklagen, dass der See zu sauber ist und die Fische zu wenig Nahrung finden. Deswegen hat der Württembergische Fischereiverein, der Zusammenschluss der 23 Berufsfischer zwischen Kressbronn und Fischbach, einen offenen Brief hat an Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, und an Umweltminister Franz Untersteller geschrieben. Bei allem Verständnis für die schwierige Lage der Bodenseefischer lehnt der NABU Baden-Württemberg eine Düngung des Bodensees aber kategorisch ab.

Nabu-Landesvorsitzender empört

„Nachdem der See über Jahrzehnte verschmutzt und durch Abwässer überdüngt wurde, gelang Umweltschützern und Politikern endlich der große Erfolg: Heute ist der Bodensee wieder sauber und dient als Badeparadies, Naturreservat und Trinkwasserreservoir für rund vier Millionen Menschen. Diesen Erfolg zu gefährden wäre fahrlässig und widersinnig“, sagt der NABU-Landesvorsitzende Dr. Andre Baumann. Der Bodensee sei von Natur aus ein nährstoffarmer Voralpensee mit entsprechend geringen Fischbeständen.

NABU will See noch sauberer machen

Der NABU fordert die Minister Franz Untersteller und Alexander Bonde (beide Grüne) auf, den Kurs der Vorgängerregierung beizubehalten und den See weiter nährstoffärmer und damit naturnäher und sauberer zu machen. Diesen erfolgreichen Weg hatte der ehemalige Umweltminister Ulrich Müller (CDU) gegen große Widerstände von Seiten der Fischerei durchgesetzt. Um diesen Weg weiterzugehen, gelte es nun, die diffusen Einträge aus der Landwirtschaft, insbesondere Phosphate und Stickstoffverbindungen, weiter zu reduzieren.

Nicht mehr der Kormoran ist schuld

Als richtig bezeichnet der NABU die Erkenntnis, dass die rückläufigen Fischerträge nicht weiter hauptsächlich dem Kormoran angelastet werden. Diesen Vorwurf hatte die Fischereiverwaltung bei der Verhandlung der „Kormoranklage“ des NABU 2008 erhoben. Der NABU hatte bereits damals die rückläufigen Erträge auf den kleiner werdenden Phosphatgehalt und das sauberere Wasser zurückgeführt.

Fischern fordern Umdenken

Der Württembergische Fischereiverein beklagt für den Bodensee rückläufige Fangerträge. Wesentlicher Grund sei der verringerte Phosphorgehalt aufgrund der effektiven Abwasserreinigung. In einem Brief an Landwirtschaftsminister Bonde und Umweltminister Untersteller forderte der Fischereivereinsvorsitzende Markus Knöpfler nun „ein Umdenken“.

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