„Betrifft jeden Konstanzer Bürger“

Stadtsportverband Konstanz steht KKH skeptisch gegenüber

Konstanz (wak) Der Stadtsportverband Konstanz hat die 30.000 organisierten Sportlertinnen und Sportler zur Teilnahme am Bürgerentscheid am 21. März aufgefordert. Die Interessenvertretung der Konstanzer Sportvereine steht dem Projekt Konzert- und Kongresshaus kritisch gegenüber. Das geht aus einer Erklärung des Vorstands hervor, die auch an die Mitglieder des Sportausschusses des Konstanzer Gemeinderats gibt.

Multifunktionales Haus fehlt in Konstanz

Wörtlich heißt es in der Erklärung: „Wir anerkennen, dass in Konstanz ein modernes, zweckmäßiges und multifunktionales Veranstaltungsgebäude fehlt. Ob die vorgelegte, geplante und vom Gemeinderat ausgewählte Konzeption als Konzert- und Kongresshaus in seiner Gestaltung, seiner Innenausführung und seinem Standort auf dem Gelände ,Klein Venedig‘ tatsächlich diesem Anspruch gerecht wird, darüber kann durchaus diskutiert und auch Kritik angebracht sein.“ Als Dachverband der Konstanzer Sportvereine und damit deren Interessensvertretung konzentriere sich der Stadtsportverband jedoch in seiner Stellungnahme auf „die durch das ehrgeizige Projekt ganz sicher tangierten Belange des Sportes im weitesten Sinne“.

Saalmiete nur für wenige Sportveranstaltungen bezahlbar

Ob die Sportvereine das neue KKH nutzen könnten, zieht der Stadtsportverband aber in Zweifel. Auch, dass OB Horst Frank zugesichert habe, dass die Vereine durch Zuschüsse bei den Mieten etc. in die Lage versetzt werden sollten, Veranstaltungen im KKH zu planen, beruhigt die Sportler nicht. Die Aussagen sind dem Stadtsportverband zu pauschal. „Die wahrscheinlichen Saalmieten und sonstigen Benutzungsgebühren, auch wenn diese heute verständlicherweise noch nicht konkret genannt werden können (auch nicht wurden!), lassen für uns den Schluss zu, dass letztendlich nur wenige Veranstaltungen von Sportvereinen dort tatsächlich stattfinden werden können, weil einfach finanziell nicht tragbar“, heißt es in der Erklärung. Das belegen nach Einschätzung des Stadtsportverbands zu Genüge auch die Konditionen vergleichbarer Häuser in Singen, Radolfzell oder Friedrichshafen. „Weshalb sollte es also beim KKH in Konstanz anders sein?“, fragt der Stadtsportverband.

Konzert- und Kongresshaus betrifft alle Bürger

„Wir meinen abschließend, dass das Projekt ,Konzert- und Kongresshaus‘, mag es ein ,Haus für Alle‘ werden oder auch nicht, jede Bürgerin, jeden Bürger der Stadt Konstanz betrifft“, erklärt der Vorstand des Stadtsportverbands. „Diese Botschaft scheint noch nicht alle erreicht zu haben!“, warnen die Sportler. „Der bevorstehende Bürgerentscheid ist deshalb unerhört wichtig, ist praktizierte Basis-Demokratie!“ Wer also nicht teilnehme und nicht wähle, der möge sich später nicht über die Konsequenzen wundern. „Es geht also darum, dass mindestens 25 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl gehen und wir rufen insbesondere die etwa 30.000 organisierten Sportlerinnen und Sportler in Konstanz zur Teilnahme am Bürgerentscheid auf.“ (Richtig ist, das Quorum liegt bei 25 Prozent. Die Wahlbeteiligung müsste höher liegen, damit der Bürgerentscheid zählt. A.d,R.) Informationen über das Projekt seien durchaus vorhanden, man müsse sich aber auch mit diesen beschäftigen, seine eigenen Schlüsse ziehen und dann eine Entscheidung treffen. Der Vorstand des Stadtsportverbandes Konstanz habe mit seiner Stellungnahme konkret seine Meinung dargelegt und auf die Unwägbarkeiten hingewiesen. Man soll uns nicht später fragen dürfen: „Was habt Ihr getan?“, heißt es in der Erklärung wörtlich.

3 Kommentare to “„Betrifft jeden Konstanzer Bürger“”

  1. Fenedig
    7. März 2010 at 12:24 #

    Zwischen „skeptisch“, wie die Überschrift suggeriert, und „kritisch“, ist schon zu differenzieren. Dass sich ein grosser städtischer Verband beim Projekt KKH in eine Bewertung einklinkt, ist verständlich und richtig. Die Verantwortlichen an der Spitze erklären dann auch, dass sich der Verband den Vorwurf ersparen möchte, sich nicht geäussert zu haben. Grundsätzlich handelt es sich bei Klein-Venedig aber nicht um ein Sportprojekt, obwohl man sich etwa im Bereich von Gymnastik und des Tanzes (und ähnliches) eine sinnvolle Mitbenutzung gut vorstellen kann. Ein innersportliches Thema war dagegen zum Beispiel die Erstellung der schönen Schänzlehalle und ist – ganz aktuell – die entstehende Zweifeld Ellenrieder Sporthalle (ab 2011). Sie bringt nach Ansicht von Sachverständigen eine deutliche Entspannung der Hallensituation. Es läuft also auch auf der Sportebene recht Erfreuliches. Die (politische) Stadt ist allgemein einer breiten Nachfrage verschiedenster Verbände, Vereine und loser Gruppen ausgesetzt und es ist bekanntlich nicht immer einfach, allen Forderungen gerecht zu werden. Zu hoffen ist, dass die vielen Sportler der Stadt auch mal die berechtigten Anliegen einer mehr auf „musikalische Kultur“ fokussierten Bürgergemeinde zu würdigen wissen. Dem Musischen sind Sportler ja oft sehr persönlich zugeneigt: Zwischen Sport und Musik finden sich entsprechend viele Parallelen. Es wäre auf jeden Fall fatal, sich gegenseitig auszuspielen. Das beabsichtig der Sportverband auch nicht. Und das ist gut so.

  2. superstefan
    7. März 2010 at 12:37 #

    KKH ist nicht wirtschaftlich zu führen – Email-Zitat von Herrn Hilmar Wörnle: „Keiner der Befürworter –soweit mir bekannt- behauptet ein solches Haus sei in der Form wirtschaftlich zu führen,“

  3. Fenedig
    8. März 2010 at 18:56 #

    Zu „superstefan’s Kommentar bitte die Entgegnung bei „Überzeugungstäter auf samstäglicher Wahlkampf-Tour“ (wak) lesen. Danke!

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