Beweisfotos ans Überlinger Ordnungsamt geschickt

Protestaktion vom Wochenende im Dorf nicht angemeldet

Überlingen (wak) Die Demonstration im Überlinger Dorf vom vergangenen Samstag war nicht angemeldet. Das sagte der Überlinger Anwalt Hermann-Josef Faupel See-Online. Nach Beendigung der Aktion setzten die Protestieren nun aber sogar noch eins drauf: Sie haben Beweisfotos ans Überlinger Ordnungsamt geschickt, auf denen Fahrzeuge zu sehen sind, die am vergangenen Samstagmorgen auf dem Gehweg oder Radstreifen gehalten oder geparkt hatten.

Bürger-Aktion weist auf Regeln hin

Faupel sieht die Aktion, bei der Pflanzen, Fahrräder und Grableuchten im öffentlichen Verkehrsraum aufgestellt worden sind, als Selbsthilfe. Faupel, der sich auch in der Initiative zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt engagiert, kritisiert bereits seit längerem, dass die Stadt Ordnungswidrigkeiten dulde, die Verkehrsteilnehmer in Gefahr bringen. Wenn Gehwege und Radspuren zugeparkt sind, müssten Fußgänger und Fahrradfahrer auf die Fahrbahn ausweichen. Faupel reagiert auch deswegen empört, da er sich persönlich betroffen fühlt. In der Vergangenheit wurde ein Familienmitglied des Anwalts in der Aufkircherstraße von einem Auto angefahren. Jetzt will er Fußgänger und besonders Schulkinder schützen.

Beweisfotos ans Ordnungsamt

Faupel sieht es so: Die Protestierenden hätten nur mitgeholfen, eine eindeutige verkehrsrechtliche Anordnung durchzusetzen. Die Aktion, bei der mit brennenden roten Grablichtern die Fahrspur zusätzlich abmarkiert wurde, sei erfolgreich gewesen. Fahrzeuge seien langsamer gefahren als sonst. Einige Verkehrsteilnehmer hätten sich aber selbst während der Aktion nicht an Verkehrsregeln gehalten. Faupel spricht von „nachgewiesenen Ordnungswidrigkeiten“. Am Zug ist jetzt Michaela Hauke – was nun, Frau Hauke?

Bürgerbeteiligungsprozess pausiert

Die Proteste begleiten den so genannten moderierten Prozess zur Lösung des Verkehrsproblems in Überlingen, an dem sich die Bürger, die sich zuvor beworben hatten, beteiligen können. Eine erste Gruppen-Gesprächsrunde fand bereits statt. Im September soll der Prozess fortgesetzt werden. Widerstreitende Interessen und Ziele von Anwohnern und Gewerbetreibenden in verschiedenen Quartieren machten bisher eine Lösung des Verkehrsproblems unmöglich. Auch aufgrund von teilweise unsinnigen Verkehrsregelungen und unnötigen Umwegverkehren hat sich die Situation bis zuletzt immer weiter zugespitzt. Vor allem im Sommer kommt es in Überlingen regelmäßig zu langen Staus. Mehrfach sei der Verkehr zu Stosszeiten kurzzeitig zusammen gebrochen, berichten Anwohner und Autofahrer.

Foto: wak/Michaela Hauke, Leiterin Ordnungsamt Überlingen.

7 Kommentare to “Beweisfotos ans Überlinger Ordnungsamt geschickt”

  1. St. Pauli
    27. Juli 2010 at 18:35 #

    Sehr geehrte Redaktion, nun wäre es doch noch interessant, ob die Überlinger Polizei endlich gegen Herrn Faupel u.A., in Sachen gefährlichem Eingriff in den Strassenverkehr und wegen der von ihm bereits zugegebenen Straftat nach § 26 Nr.2 Versammlungsgesetz, von Amts wegen vorgeht. Die Strafandrohung aus dem Versammlungsrecht beträgt hier Freiheitsstrafe bis zu 1 Jahr oder Geldstrafe.
    Soll der Herr Rechtsanwalt ( übrigens, der kann nur Familienrecht, aber Unwissenheit schützt ja vor Strafe nicht) hier etwa doch geschont werden?
    Wenn ja, zeige ich ihn an, damit ich in Zukunft in Ruhe meine Brötchen in der Aufkircher Str. kaufen kann, ohne durch illegale Aktionen des Rechtsverdrehers gestört zu werden.

  2. RA-F
    27. Juli 2010 at 21:03 #

    Nun kann Frau Hauke mal zeigen, ob Sie Frau der Lage ist, um hier durchzugreifen. Sollte dies NICHT der Fall sein, so sollte Sie zum Rücktritt aufgefordert werden!

    Bei Selbstjustiz hört der Spaß auf. Auch die Überlinger-Polizei ist hier in der Pflicht.

  3. loewe
    27. Juli 2010 at 21:18 #

    Ich lese schon die Schlagzeile in der Bildzeitung:

    „ÜBERLINGER RECHTSANWALT HINTER GITTER“ Selbstjustiz entzieht sich dem Gesetz. Einzig Fahnenträger Hubert besucht ihm im Knast….

  4. advokat
    27. Juli 2010 at 21:52 #

    was nimmt sich denn dieser Anwalt noch alles raus?

    Klar, dass Vorschriften eingehalten werden müssen. Es kann aber nicht sein, dass dieser Anwalts durch Gesetzesbruch eine Gesetzeseinhaltung fordert!
    Bei einer Demonstration, die nicht einmal angemeldet war, und dadurch eine zusätzliche Gefährdung darstellte, müssen Konsequenzen erfolgen!

    Hier muss ein Exempel gesetzt werden, ansonsten greifen demnächst alle Überlinger zur Selbstwehr, wie im „Wilden Westen“.

  5. sparring
    28. Juli 2010 at 00:27 #

    Anwälte machen normalerweise keine Werbung für sich ! Könnte
    es nicht sein, daß Herr Faupel auf die schlaue Idee gekommen ist, über das Thema „Manipulation des Straßenverkehrs“ Punkte für sich und seine Kanzlei zu sammeln ? Wäre doch billig !

    Aber wer vertraut schon einem Juristen, der geltendes Recht
    für sich selbst außer Kraft setzt ?

    — sparring —

  6. stephan
    4. August 2010 at 14:50 #

    „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ Mehr fällt mir dazu nicht ein.

  7. Fritz
    28. August 2010 at 14:59 #

    Gott sei Dank gibt es solche Plattformen wie see-online. Bis heute Morgen (28.08.2010) habe ich als Überlinger gar nicht gewusst wer Herr Faupel ist. Da mir aber auch eine Ordnungswidrigkeit auf Initiative von diesem RA zuteil kam habe ich den Herrn sozusagen als Nachbar von der Uhlandstraße in der Aufkircherstraße besucht. Es ergab sich dann in etwa folgender Dialog: Herr Faupel ich komme zu Ihnen, weil Sie mich angezeigt haben. Antwort: Ich habe Sie nicht angezeigt sondern dem Ordnungsamt gemeldet, dass Sie auf dem Radweg standen und das ist eine Sache für den Staatsanwalt. Haben Sie denn nur mich gemeldet? Ich habe 25-zig gemeldet. Finden Sie den das richtig, dass Überlinger, Überlinger anzeigen? Solche Leute wie Sie meinen hier alles machen zu können….er hat dann sich abgedreht, abgewunken und etwas von Gefährdung geredet.
    Da es nur ein paar Meter zum „Tatort Bäckerei Bader“ waren habe ich mir gedacht ich muss mal die Verkäuferin fragen, ob denn das stimmt was ich da vernommen habe. Die Verkauferin hat mir dann auch bestätigt dass Herr Faupel im großen Stile seine Nachbarn anzeigt. Aber jetzt kommt erst der interessante Teil der Geschichte: Wie ich mich beim Bader wieder zum Ausgang drehe- wer steht da mit der Kamera? Natürlich- der Rechtsanwalt Faupel. Sofort begann er mit Mutmaßungen: Ich habe es gleich gewusst Sie wurden vom Bader geschickt. Selbstverständlich musste ich diese unwahre Behauptung bestreiten. Er ließ sich nicht davon abbringen. Am Schluss ist er dann etwas unsachlich geworden und hat mir noch mit einer Anzeige gedroht, weil ich sein Grundstück betreten hätte.
    Danach bin ich nach Hause und habe „gegoogelt (Faupel Über-lingen)“ und somit erstmals über die ganzen Vorkommnisse hier bei see-online Bescheid bekommen. Dass ich mich nun hier anmeldete und die Geschichte hier wahrheitsgemäß wiedergebe ist selbstverständlich.
    Meine ganz persönliche Meinung zu dem Ganzen: Recht muss Recht bleiben. Die Überwachung von Verstössen sollte aber nicht von Nachbarn und einzelnen Bürgern ausgehen sondern von den dafür zuständigen öffentlichen Organen. Eine gute Stadtverwaltung kann z.B. auch Ihre Duldungsgrenzen den Bürgern mitteilen und dem Bürger klar ansagen, dass gewisse Vorkommnisse stärker kontrolliert werden. Das Vehalten von Herrn Rechtsanwalt Faupel halte ich unredlich und gegen den Gemeinsinn gestellt. Es ist für mich ein ungutes Gefühl einen solchen Nachbar zu haben, der Freude hat andere anzuzeigen.
    Kleine Anmerkung noch zum Schluss: Selbstverständlich fahre ich normalerweise mit dem Fahrrad zum Bäcker oder jogge dort hin. An jenem Morgen musste ich für den Tennisclub ein großes Kuchenblech abholen und war gezwungen mit dem Auto zu fahren.
    Dies sollte noch erwähnt sein weil ich persönlich durchaus auch gerne meinen Beitrag für ein besseres und autofreieres Überlingen leisten will. Wir Bürger von Überlingen müssen auch registrieren dass die Hauptverkehrslast in der Stadt größtenteils von uns selbst kommt. Es kann also jeder seinen Teil für einen bessere Lebensqualität in unserer schönen Stadt einbringen. Die Verwaltung sollte ihr Mandat als Ordnungshüter ruhig wahrnehmen. Sich aber von selbsternannten privaten Ordnungshütern (wie der Herr Rechtsanwalt Faupel) klar distanzieren. Denn sein Verhallten macht ihn doch selbst zu einem unsichern Menschen. Er traut niemand mehr, schleicht Geschädigten mit der Kamera nach und unterstellt Ihnen Sachen um sich selbst zu rechtfertigen. Mir persönlich geht es nicht um die 25€, sondern um den Gemeinschaftssinn. Mein Beitrag soll all jenen Mut machen dem Advokaten ihr Gesicht zu zeigen und ihm kundtun, dass Sie mit seiner Vorgehensweise nicht einverstanden sind. Denn wir wollen nicht, dass wir vor unserem Nachbar Angst haben müssen und wegen einer Banalität angezeigt werden. Dies muss Sache der Behörde bleiben!!!

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