Bodensee Tourismus blamiert sich mit miserabler Website

Besucher der Bodensee-Seite sollen zuerst neues Programm installieren – Totalverriss des Auftritts im Web

Konstanz. Seit wenigen Tagen zeigt sich die Internationale Bodensee Tourismus GmbH mit einer neuen Website unter www.bodensee.eu im Netz. Wer den neuen Auftritt anschauen will und auf die Seite klickt, soll erst einmal ein neues Programm laden. Eine höhere Barriere gibt es kaum. Das Netz hat die Seite verrissen.

Totalverriss der neuen Tourismus- Website

Den Anfang machte (Bodensee) Peter Eich, selbst erfolgreicher, kreativer Unternehmer und mit seinen Firmen ein Player im Tourismus. Er urteilt auf seinem Blog: „Die vorige Webseite der IBT war unterirdisch schlecht, komplett unprofessionell und für den Bodensee als touristische Destination peinlich und richtig schädlich.“ Weiter schreibt er: „Leider ist die neue Webseite noch schlechter geworden. Das muss man erst mal schaffen. Jede aus zwei Schülern bestehende Agentur hätte es besser geschafft als die von der IBT wieder und wieder beauftragte Agentur BytesAtWork.“

Vorm Anschauen erst einmal Programm herunterladen

Tatsächlich ist die Seite ein echter Flop. Bodensee-Urlauber, die auf die Seite kommen, müssten erst einmal das Programm Microsoft Silverlight installieren. Ansonsten ist nach der Startseite schon wieder Schluss mit Bodensee. Die Aufforderung „Herzlich Willkommen auf bodensee.eu! Tauchen Sie ein in unsere neue Erlebniswelt“, klingt seltsam deplatziert. Statt mühsam ein Programm auf den Rechner herunterzuladen, um die Seite der Destination Bodensee anschauen zu können, dürften Besucher der Einfachheit halber eher auf die Seite einer anderen Destination klicken. Es muss nicht der See sein. Auch ein Strandurlaub auf der Insel Rügen oder Ferien in Tirol wären schön. Barrieren gibt es da – anders als bei der Destination Bodensee – bei der virtuellen Anreise nicht.

Daniela Pahl-Humbert nicht zu erreichen

IBT-Geschäftsführerin Daniela Pahl-Humbert hat sich mit der neuen Website rundum blamiert. Am Mittwochnachmittag war sie erst einmal außer Haus. Ein Gespräch mit ihr war nicht möglich. Sie sei die ganze Woche über nur schwer zu erreichen. Auch sonst mochte sich in der Hafenstraße in Konstanz niemand zur neuen Seite äußern. Für Stellungnahmen zum neuen Auftritt sei allein Daniela Pahl-Humbert zuständig, ließ Marketingchef Stephan Bickmann ausrichten.

So urteilt das Web über den Auftritt

Im Internet hagelte es dagegen umso mehr Stellungnahmen: „Ich habe keine Ahnung wie hoch das Budget für diesen miesesten Web-Auftritt einer Top-Destination, den ich je gesehen habe, war“, schreibt ein Tourismus-Profi. Ein anderer kommentierte: „Dümmer geht’s wirklich kaum noch. Danke für das Archivieren dieser ‚designerischen Meisterleistung‘.” Harsche Kritik kam auch von einem ehemaligen Geschäftsführer der IBT. Er bemerkte: „Weil hier schon geschrieben wurde, es sei nur ein Problem der Minderheit der Apple-User. Ich nutze Windows 7 und Chrome (alles up-to-date). Ergebnis: Nach 19 Sekunden Warten kommt die Meldung: ,Das folgende Plug-in ist abgestürzt: Silverlight Plug-in.‘ Die Verantwortlichen müssen um die Probleme wissen, anders ist der Link auf die alte Website nicht zu erklären.“ Diese steht auch weiterhin noch im Web. Auch bei Linux scheint nichts besser zu sein als in der Apple- oder Windows-Welt: „Mir ergeht es ähnlich – ich habe Linux / Ubuntu. Es gibt zwar ein Silverlight-Abklatsch der sich Moonlight nennt. Doch auch mit diesem Plugin geht, wie hätte ich es anders erwartet, nicht.“ Ein weiterer urteilt: „Ich kann hier nur noch den Kopf schütteln. Das ist doch untragbar.“

Aufruf zum Wettbewerb

Sollten sich Programmierer und ein Sponsor finden, könnte demnächst sogar eine Konkurrenz-Website online gehen. „Ganz provokativ dazu schlage ich einen Wettbewerb vor um der IBT mal zu zeigen wie man das besser machen kann: maximales Budget für die Realisierung von unter 5.000 EUR, Zeit: 4 Wochen“, schlägt einer vor. Zum Lachen ist das nicht, immerhin gehören einige, die sich äußerten, zum Who is who des Tourismus und bieten selbst Tourismus-Dienstleistungen an. Apropos Geld: Im Web geht es nebenbei längst auch um die Frage, wie viel Geld der Internationale Bodensee Tourismus für die Website ausgegeben – oder auch in den Sand gesetzt – hat. Die Debatte dürfte gerade erst beginnen.

Hier geht es zum Blogbeitrag von Peter Eich über den Auftritt und den Kommentaren zu Eichs Blogbeitrag: http://www.bodenseepeter.de/2011/05/03/bodensee-webseite-der-ibt-ist-schrott/

Foto: Screenshot http://bodensee.eu/

2 Kommentare to “Bodensee Tourismus blamiert sich mit miserabler Website”

  1. Marusha
    4. Mai 2011 at 17:41 #

    Naja, wer im Glashaus sitzt…

  2. Markus
    5. Mai 2011 at 09:40 #

    Ich empfehle http://de.jimdo.com/
    Da schafft es jeder ne bessere Seite zu bauen.

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