Bodensee-Touristikerin wirft Journalisten „verfälschte Aussage“ vor

Kommunikationspanne bei Pressekonferenz bei ITB in Berlin

Konstanz (wak) Der Bodensee ist nicht ausgebucht, lässt Daniela Pahl-Humbert, Geschäftsführerin der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH in Konstanz, verbreiten. Anlass für die Klarstellung ist ein Zeitungsbericht. Offenbar hatte es eine Kommunikationspanne, zumindest aber eine missverständliche Äußerung, bei der Pressekonferenz der Bodensee Touristiker aus Konstanz auf der ITB in Berlin gegeben. Schlimmstenfalls könnten Feriengäste nun sogar davor abgeschreckt werden, an den Bodensee zu reisen. Ausgezogen waren die Touristiker aber, um möglichst viele Urlauber für die Ferienregion zu gewinnen.

Böse Schlagzeile schlägt ein wie Bombe

Eine Schlagzeile in der Schwäbischen Zeitung vom vergangenen Samstag hat am Bodensee für berechtigten Unmut gesorgt. Ein Journalist hatte den Pressesprecher der Landestourismus-Organisation Rainer Laubig mit dem Satz zitiert, im Sommer sei der Bodensee ausgebucht. Die Schwäbische Zeitung zitierte Laubig zwar korrekt, titelte aber verkürzt „Der Bodensee ist ausgebucht“. Die Schlagzeile schlug am Bodensee ein wie eine Bombe. Als Touristiker die Zeitung in die Finger bekamen, waren sie über die unmissverständliche und inhaltlich nicht korrekte Schlagzeile so wenig amüsiert wie Hoteliers und Inhaber von Ferienwohnungen am Bodensee.

Daniela Pahl-Humbert macht auf Schadensbegrenzung

Daniela Pahl-Humbert versucht sich nun in Schadensbegrenzung. Sie selbst dürfte an der Kommunikationspanne zwar nicht schuld sein, andererseits wurde sie aber auch nur mit dem Satz zitiert, der Bodensee habe ein Plus von 2 Prozent. Begeisterung für den Bodensee wecken, klinge anders, bemängeln Messebesucher. Einen Knaller habe die Tourismuschefin bei der Pressekonferenz, an der 26 Journalisten teilnahmen, nicht gehabt, heißt es – aber leider wieder einmal nur hinter vorgehaltener Hand. Die Geschäftsführerin der IBT ist – das lassen solche Äußerungen vermuten – offenbar nicht unumstritten.

Zu wenig Emotionen in Berlin

Während der Journalist der Schwäbischen Zeitung zum Ärger der IBT auch noch behauptete, der Stand der Bodenseeregion habe „versteckt in einer Ecke“ gelegen und Daniela Pahl-Humbert erklärt, der Stand sei „weithin sichtbar“ und „stark frequentiert“ gewesen, fanden andere den Stand vor allem viel zu „emotionslos“. Ein Zepplin, Mainau-Blumen, Pfahlbauten oder die Illustration des Themas Fahrradtourismus wurden von einigen am Stand schmerzlich vermisst.

Tourismus-Chefin greift Berufsstand der Journalisten an

Daniela Pahl-Humbert spricht in Zusammenhang mit dem Bericht der Schwäbischen Zeitung von einer „Falschaussage“ und stellt, wohl um es sich mit der Zeitung nicht zu verscherzen, nicht die Redaktion, sondern den Autor an den Pranger. Natürlich sei es möglich, auch kurzfristig ein Zimmer in einem Hotel oder einer Pension oder eine Ferienwohnung am Bodensee zu bekommen. Die Region sei mitnichten in diesem Sommer ausgebucht, erklärt Humbert. Bemerkenswert: Angeblich verfolgen Journalisten bei ihrer Berichterstattung „eigene Ziele“, so formuliert Humbert in einem Schreiben, das an Vertreter aus Tourismus und Politik im Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung ging. Es gehe zum Beispiel um Selbstprofilierung, unterstellt Pahl-Humbert.  Ein bisschen mehr Profilierung täte freilich auch dem Bodensee-Tourismus gut.

Foto: wak

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