Böllern ist badisches Brauchtum

FDP-Abgeordneter unterstützt Böllerschützen in ihrem Kampf gegen Bürokratie und hohe Gebühren

Bodenseekreis/Sipplingen (red) Große Feste werden durch den Auftritt der schmucken Sipplinger Bürgermiliz noch schöner. Das feierliche Salutschießen jedoch ist auch mit großem bürokratischen Aufwand verbunden. Den will der FDP-Landtagsabgeordnete am liebsten verringern. Böller seien Bestandteil der badischen Kulturlandschaft.

Hohe Kosten für Bürgerwehren

So werden die Vorderlader der Schützen von Amts wegen alle fünf Jahre als Gewehre und nicht als Böller überprüft – mit immensen Kosten für den Verein. Der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel setzt sich deshalb nun für die ehrenamtlichen Bürgerwehren und Milizen im Land bei Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Landeswirtschaftsminister Ernst Pfister ein – mit der Bitte, nach einer erstmaliger Prüfung, auf die Wiederholung der staatlichen Beschusspflicht entweder ganz zu verzichten oder den Prüfintervall auf zum Beispiel zehn Jahre zu verlängern.

Bürgermilizen sind Brauchtum und keine Schützenvereine

Wetzel erklärt den Ministern in seinem Schreiben, dass die Bürgerwehren und -milizen ein „zentraler Bestandteil der badischen Kulturlandschaft“ seien und an die Badische Revolution von 1848/49 erinnerten, in der sie auf beiden Seiten gekämpft hatten. „Sie bereichern bis heute kirchliche und weltliche Anlässe in unserer Heimat.“ Natürlich, so Wetzel, sei eine erstmalige Prüfung der Waffen aus Sicherheitsgründen unstrittig. „Hinsichtlich der Regularien für den Wiederbeschuss wird jedoch zur Zeit nicht zwischen Brauchtumsvereinen und Sportschützen differenziert, obgleich die Waffe bei Letzteren mehr symbolischen Charakter hat und nicht regelmäßig und zu Wettkampfzwecken eingesetzt wird wie bei Sportschützen.“

Bewahrung der Tradition

Derzeit liegen die Beschussgebühren, die alle fünf Jahre fällig werden, bei den ersten fünf Waffen bei jeweils 81 Euro, ab der sechsten Waffe bei je 41 Euro. Das sei den Vereinen zu hoch, da sie ja keine eigenen Einkommen hätten, schreibt Bernhard Lehmann, Landeskommandant der Bürgerwehren und Milizen Baden-Südhessen. Wetzel findet diese Klage über „übermäßige finanzielle Belastungen“ gerechtfertigt und bittet die Minister, „die Angemessenheit der Gebühren bzw. die Häufigkeit des Wiederbeschusses für Böllerwaffen zu überprüfen und sich gegebenenfalls auch auf Bundesebene für eine entsprechende Modifizierung einzusetzen.“ Wetzel schließt seine Schreiben mit den Worten: „Es gilt, das Ehrenamt zu stärken, und Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in ihrer Freizeit der Brauchtumspflege widmen, nicht unnötig finanziell zu belasten. Die Bewahrung unserer Heimattradition sollte uns dies wert sein.“

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