Co-Abhängigkeit macht selbst krank

Selbsthilfegruppen für Angehörige von Suchtkranken schlagen Alarm

Owingen/Weingarten (red) Ursachen und Symptome einer so genannten Co-Abhängigkeit sind Thema zweier Informationsabende, die am Mittwoch, 16. Juni, in Owingen sowie am Montag 28. Juni, in Weingarten stattfinden. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19 Uhr und richten sich vor allem an Angehörige und Bezugspersonen von Suchtkranken. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, mit den Referenten, den Vertretern der Selbsthilfegruppen und den Suchthilfeeinrichtungen aus der Region in Kontakt zu treten. Der Eintritt ist frei.

Co-Abhängige brauchen Hilfe

Häufig suchen Co-Abhängige Beziehungen zu Menschen in schwierigen Lebenssituationen, die sie „retten“ wollen. Dabei geraten sie oft in Beziehungen zu süchtigen Menschen. Der Weg in die Co-Abhängigkeit ist dann ähnlich schleichend, wie der Weg in die Abhängigkeit selbst: parallel zur Wesensänderung des suchtkranken Menschen gleitet der Co-Abhängige in ein ebenso festgefahrenes Verhaltensmuster ab, das auch ihn am Ende krank macht. Nicht selten äußert sich Co-Abhängigkeit durch eine psychosomatische Erkrankung. Der Co-Abhängige benötigt spätestens dann ebenso wie der Suchtkranke Hilfe und Therapie.

Co-Abhängige haben keine eigenen Bedürfnisse mehr

Im Lebensmittelpunkt eines Co-abhängigen Menschen stehen andere Menschen. Ihr eigenes Leben erscheint ihnen unbedeutend und langweilig. Bis hin zur Selbstverleugnung opfern sie sich für ihre Beziehungen zu Partnern, Kollegen, Familienangehörigen, Klienten oder Patienten auf. Indem die Co-Abhängigen sich so stark auf die Bedürfnisse der anderen konzentrieren, verlieren sie den Bezug zu ihren eigenen Bedürfnissen.

Nicht alle Kümmerer sind Co-Abhängige

Nicht jeder der sich um andere kümmert ist Co-abhängig. Von Co-Abhängigkeit spricht man dann, wenn die Lebensqualität massiv beeinträchtigt ist, das Handeln für andere Menschen als zwanghaft erlebt wird und letztlich auch die physische Gesundheit bedroht ist. Co-abhängige Menschen, die einen Weg aus dieser Situation suchen, finden kompetente Ansprechpartner bei Selbsthilfegruppen und Suchthilfeeinrichtungen.

Selbsthilfegruppen informieren

Organisiert werden die Vortragsveranstaltungen in Owingen und Weingarten durch das regionale Suchthilfenetzwerk Bodensee-Oberschwaben, einem Zusammenschluss der regionalen Suchthilfeeinrichtungen, Selbsthilfegruppen, der Kostenträger und der beiden Landkreise Ravensburg und Bodenseekreis. Ein Faltblatt zum Herunterladen gibt es auf der Website des Bodenseekreises.  Suchwort: Co-Abhängigkeit.

Termine und Orte: Owingen, 16. Juni 2010, 19:00 Uhr Katholisches Gemeindehaus St. Peter und Paul, Kreuzstraße 7 und

Weingarten, 28. Juni 2010, 19:00 Uhr Martin-Luther Gemeindehaus, Abt-Hyller-Straße 17/1

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