Daniel Spoerri in New York, Wien, Konstanz

Galerie Geiger präsentiert neue Fallenbilder von Daniel Spoerri – Werkgruppe des Künstlers erstmals in Deutschland zu sehen

Konstanz. Wir könnten auf einen Sprung ins MoMA nach New York jetten oder wenigstens in den kommenden Wochen noch das Naturhistorischen Museum in Wien besuchen – oder wir ersparen uns weite Anreisen und schauen bei der Galerie Geiger am Konstanzer Fischmarkt vorbei. Sie zeigt ab Samstag Arbeiten von Daniel Spoerri.

Konstanzer Galerie stellt Altmeister der Assemblage-Kunst aus

„Seine Arbeiten hängen im MoMA in New York ebenso wie im Centre Pompidou in Paris oder im Museum Ludwig in Köln und sein vielschichtiges Werk gehört längst zu den Fixpunkten der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts“, schreibt der promovierte Kunsthistoriker Stephan Geiger in einer Medienmitteilung. Stephan Geiger würdigt keinen Geringeren als dem Altmeister der Assemblage-Kunst, Daniel Spoerri, dem die Konstanzer Galerie Geiger ab 1. September eine hochkarätig bestückte Einzelausstellung widmet. Als Gründungsmitglied der „Nouveaux Réalistes“, Schöpfer des Fallenbildes, Ahnherr des Multiples und Erfinder der Eat Art wurde der Künstler in den letzten Jahren in zahlreichen Museumsausstellungen gefeiert.

Heimlicher Stolz der Galeristen

„Wir sind, ehrlich gesagt, schon etwas stolz, Spoerri nun bereits zum vierten Mal mit einer Einzelausstellung in Konstanz präsentieren zu können“, sagte Stephan Geiger bei einer zufälligen Begegnung am Montagabend am Seerhein. Schließlich werde Spoerri international immer gefragter und gehöre zu den wenigen lebenden Künstlern, die bereits einen festen Stammplatz in der Meisterwerk-Galerie des MoMA haben. Bis 17. September ist im Naturhistorischen Museum in Wien noch der Dialog von Werken Spoerris mit Exponaten des Museums zu sehen. Der Kunsthistoriker und Galerist, der nicht protzt und sich eher bescheiden gibt, schafft es mit den neuen Fallenbildern wieder einmal eine kleine, feine, eigens für die Galerie zusammengestellte, großartige Ausstellung in Konstanz zu zeigen.

Zum vierten Mal Spoerri

Nach den vielbeachteten Präsentationen von 2002, 2004 und 2008 ist es bereits die vierte Spoerri-Einzelausstellung, die Stephan Geiger speziell für Konstanz zusammengestellt hat. Wie bei den früheren Ausstellungen konzentriert sich auch die aktuelle Präsentation auf eine neue Werkgruppe des Künstlers, die noch nie zuvor in Deutschland zu sehen war. In der Serie der „Mosaiques Années Cinquantes“ arrangiert Daniel Spoerri Alltagssituationen über Mosaiktischen der Fünfziger Jahre, die er auf Flohmärkten gesammelt hat. Diese Werke gehören zu den „Faux Tableaux-piège“, also zu jenen Fallenbildern, bei denen Spoerri die Situation nicht mehr nur zufällig vorfindet, sondern bewusst gestaltet und verändert. Damit greift er seine kunstgeschichtlich einflussreichste Schöpfung, das den Alltag einfangende „Fallenbild“, wieder auf und bereichert dieses um eine ganz neue Komponente. So liegt der besondere Reiz dieser neuen Arbeiten im Kontrast zwischen den handwerklich aufwendigen Mosaikenoberflächen im Zeitgeschmack der Fünfziger Jahre und der bewusst arrangierten Alltäglichkeit der Essenssituation. Mit dieser Kontinuität im Wandel erweist sich Daniel Spoerri einmal mehr als kongenialer geistiger Nachfolger seines väterlichen Freundes Marcel Duchamp, der gleichfalls bis ins hohe Alter sein Publikum zu überraschen wusste.

Die Ausstellung ist bis 17. Oktober in der Galerie Geiger am Fischmarkt zu sehen.

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