Das Glasverbot am Konstanzer Seeufer ist durch

Gemeinderat hat Vorschlag der Verwaltung einstimmig beschlossen – Sieben Monate im Jahr ist Seeufer Flaschenverbotszone

Konstanz. Keine Überraschung hat es im Konstanzer Gemeinderat bei der Abstimmung über ein Glasverbot am Seeufer gegeben. Es gilt schon in wenigen Tagen und dann bis Ende Oktober an drei Uferabschnitten. Ein noch großflächigeres Verbot, wie es sich einige Mitglieder des Gemeinderats wünschten, oder ein Alkoholverbot wären aus rechtlichen Gründen nicht möglich gewesen.

Verbotszone am See

Das Verbot gilt – so wie von der Verwaltung vorgeschlagen – in der Seestraße und am Seeuferweg bis zur Schmugglerbucht, im Herosépark und am Rheinufer bei der Stadt am Seerhein sowie am Schänzle vom Ende der Fischenzstraße bis zur neuen Rheinbrücke. Zerbrechliche Gegenstände – von Bierflaschen über Babygläschen bis hin zu Picknickgeschirr aus Porzellan oder Salatschüsseln – sind dort in Zukunft verboten. Das Verbot gilt vom 1. April bis zum 31. Oktober eines jeden Jahres in der Zeit zwischen 19 Uhr am Abend und 6 Uhr am Morgen. In Kraft tritt die neue Polizeiverordnung am Donnerstag kommender Woche, 28. Juli. Wer das Verbot ignoriert, muss mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen.

Nutzungskonflikte und Verletzungsgefahr

Jugendliche, darunter auch Mitglieder des Konstanzer Schülerparlaments, Studenten, Jusos und Grüne Jugend, hatten sich gegen das Verbot ausgesprochen. Die Stadt und die Kommunalpolitiker setzten es aber durch. Massiv für ein Glasverbot eingesetzt hatten sich auch Anwohner, die sich teilweise durch Feten am See gestört fühlen. Ausschlaggebend waren am Ende Sicherheitsgründe. Von den zerbrochenen Flaschen, die nach Partys am Ufer zurück blieben, ging eine erhebliche Verletzungsgefahr aus. Immer wieder traten Badende oder spielende Kinder am Kiesufer und im Wasser in Scherben. Da das Freizeitgelände am Seeufer tagsüber als Badestrand und nachts als innenstadtnahe Partyzone genutzt wird, kam es immer wieder zu Konflikten.

Aufkleber der Nachtwanderer überflüssig

Überflüssig sind somit demnächst auch die freundlichen Appelle, mit denen die Nachtwanderer auf die Problematik aufmerksam gemacht hatten und die vereinzelt noch an Bäumen und Laternenmasten am Seeufer pappen. Die Nachtwanderer hatten auf die Gefährdung hingewiesen und an die Ufernutzer appelliert, Flaschen nicht zu zerschmettern, sondern sie zu entsorgen.

Auf der Facebook-Seite Junges Konstanz gegen Alkoholverbot, die aktuell 799 Nutzern gefällt, kündigten die Macher noch am Donnerstagabend an, auf dem Konstanzer Weinfest Alkohol trinkende Stadträte fotografieren zu wollen. Wenige Stunden nach der Sitzung bat die Gruppe Junges Konstanz gegen Alkoholverbot außerdem um Vorschläge wie sich die Jugendlichen (gegen das Verbot) zur Wehr setzen könnten.

Foto: wak

2 Kommentare to “Das Glasverbot am Konstanzer Seeufer ist durch”

  1. TB
    21. Juli 2011 at 23:39 #

    Und wer fotografiert mal die saufenden Gipsnacken an der Seestraße?

  2. Markus
    26. Juli 2011 at 18:40 #

    DanIch will jetzt keine Panik auslösen, aber:
    – Jugendliche interessiert dieses Verbot relativ wenig.
    – Es gibt in Konstanz keine anständigen Jugendplätze, da die Jugend immer „im Weg steht“
    – Die Rentnerpolitik wird bald ie gesamte Jugend aus der Stadt jagen.
    – Die ganzen Politiker sollten sich besser mal Gedanken machen, wie die Jugend darauf reagiert! Dann wird halt ab sofort in der Stadt gesoffen! Man sollte das Problem lösen und nicht vor sich herschieben!

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