Debatte über Klein-Venedig abgesetzt

Konstanzer Oberbürgermeister krank gemeldet

Konstanz (wak) Über die Zukunft des Areals Klein Venedig ist gestern im Konstanzer Gemeinderat entgegen der Ankündigung nicht diskutiert und abgestimmt worden. Da Oberbürgermeister Horst Frank erkrankt war, wurden die zwei Tagesordnungspunkte nach Rücksprache mit den Gemeinderatsfraktionen von der Tagesordnung gekommen. Das sei ein Gebot der Fairness, sagte Bürgermeister Claus Boldt, der die Sitzung leitete.

Bürgerliche kontra Linke

Wie bereits berichtet möchten CDU, FWG und FDP, dass das Bebauungsplanverfahren sowie die Flächennutzungs- und Landschaftplanänderung nach dem Bürgerentscheid nur ruhen lassen. Die SPD, die Linke Liste und Teile der Grünen möchten die Verfahren dagegen beenden. Das Projekt KKH auf Klein Venedig wurde beim Bürgerentscheid abgelehnt und darf von Verwaltung und Gemeinderat vorerst jetzt nicht mehr weiter verfolgt werden. Bereits 2003 hatte es einen Bürgerentscheid über ein Konzerthaus auf Klein Venedig gegeben. Auch damals hatte die Mehrheit nein gesagt, das Quorum wurde aber verfehlt.

Turm des OB vorübergehend verwaist

Einigkeit herrscht im Rat offenbar aber darüber, dass die zukünftige Nutzung des Areals, das früher eine Müllkippe war und momentan als Hundefreilaufplatz oder Standplatz für Zirkusse oder andere Veranstaltungen genutzt wird, diskutiert werden soll. Die Stadt und der OB, so fordern es die Räte, sollen sich äußern, ob und wie sie das Projekt Konzerthaus nun weiterverfolgen möchte. Mehrere mögliche Standorte wie das Herosé-Gelände, der Büdingen-Park oder sogar das Hallenbad am Seerhein könnten offenbar in Frage kommen. Das Rheinbad hatte die Initiative „Nein-zu-Klein-Venedig“ vorgeschlagen. Von der Ratssitzung erhofften sich Interessierte ein erstes Stimmungsbild darüber, ob Horst Frank in Konstanz einen neuen Anlauf machen wird. Doch der Turm des OB ist derzeit verwaist. CDU, FWG und FDP möchten zudem ergründen lassen, welche Motive die Nein-Sager hatten. Herausfinden soll das, ginge es nach den drei Fraktionen, das Meinungsforschungsinstitut in Allensbach.

Initiative Nein-zu-Klein-Venedig hat  Ziel erreicht

In der kommenden Woche wird sich der harte Kern der Initiative Nein-zu-Klein-Venedig wieder treffen. Die ehemaligen Sprecher der Initiative werden allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit nur zu einer normalen internen Arbeitssitzung zusammen kommen. Ziel der Initiative war es bei dem Bürgerentscheid, das KKH zu kippen. Das ist der Initiative am 21. März gelungen. Grundsätzlich hat sich die Initiative Nein-zu-Klein-Venedig nach der Entscheidung gegen das KKH für den Bau eines Konzerthauses an einem anderen Standort als Klein Venedig ausgesprochen. Rudy Haenel, der sich vor dem Bürgerentscheid mit vielen anderen Aktiven in der Initiative engagiert hat, sagte bereits beim zweiten großen öffentlichen Treffen der Initiative nach dem Bürgerentscheid im Hotel „Barbarossa“, er sehe es nicht als seine Aufgabe an, den Planungsprozess für die Stadt voranzutreiben. Auch andere Mitglieder der Initiative sehen das ähnlich. Sie wollen nicht die Hausaufgaben der Verwaltung erledigen. Ob die Initiative in Zukunft mögliche Planungsprozesse für ein Konzerthaus noch kritisch begleitet oder zum Beispiel zu einem regelmäßigen Bürgerstammtisch zu kommunalen Themen einlädt, ist aber noch völlig offen.

Foto: wak/Verwaister Turm des OB.

Ein Kommentar to “Debatte über Klein-Venedig abgesetzt”

  1. Fenedig
    30. April 2010 at 10:32 #

    Die „Nein-Klein-Venediger“ haben anscheinend ihr Pulver verschossen (zumindest nach Haenel zu schliessen). Und die städtische Administration hat vorerst wohl keine gesteigerte Lust, sich mit der bunten Schar von Nein-Protagonisten zur Sache zu unterhalten. So bleibt halt alles wie es ist: Irgendwie konstanzerisch.

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