Der Bodensee verdurstet

Freitzeitkapitäne können Segelboote nicht einwassern – Dalben stehen im verlandeten See

Konstanz. Der Bodensee hat einen so tiefen Wasserstand wie seit fünf oder zehn Jahren nicht mehr. Der ufernahe See verlandet. Der Pegel Konstanz lag am Montagmorgen bei bei 279,5 cm. Viele Freizeitkapitäne können ihre Schiffe nicht einwassern. Andere fahren ihre Boote im Niedrigwasser fest. Längst klar ist, dass auch ein Gewitterregen an der Situation erst einmal nicht viel ändern wird.

Noch nicht so schlimm wie 2003

Noch wäre es verfrüht, um die Situation mit der von 2003 zu vergleichen. Doch, dass Skipper ihre Schiffe so lange und vielleicht sogar gar nicht einwassern können, kommt nicht sehr häufig vor. Auch die Personenschifffahrt leidet unter dem niedrigen Wasserstand. Zwischen Rorschach, Staad, Altenrhein und Rheineck geht wegen des niedrigen Pegels momentan gar nichts. Die Schweizerische Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein in Schaffhausen verkehrt zwischen den Anlegestellen in Diessenhofen (TG) und Stein am Rhein (SH) wegen Niedrigwassers nicht. Die Bodenseeschiffsbetriebe können die Landestellen Langenargen und Bad Schachen nicht anlaufen.

Der See verschwindet trocknet nicht aus

Wie prekär die Situation ist, zeigt sich an vielen Stellen des Bodenseeufers. Bootsstege führen nicht mehr ins Wasser. Dalben stehen am ausgetrockneten Ufer. Badeplätze sind verlandet und der Weg von den Liegewiesen bis zum Badewasser ist weit geworden. Im Rheinstrandbad liegen die sonst auf dem Wasser treibenden Balken auf Kies. Der Nichtschwimmerbereich existiert gerade nicht. Der See, so scheint es, geht immer weiter zurück. Trotzdem sind solche Schwankungen aber immer noch normal. Die Gefahr, dass der Bodensee austrocknen könnte, besteht natürlich nicht. Selbst, wenn die Bodensee-Wasserversorgung wegen der Trockenheit und des sommerlichen Wetters besonders viel Wasser aus dem See entnehmen sollte, auf den Seepegel hat das keinen Einfluss. Verdunsten kann das Seewasser nicht – und leer trinken kann ihn auch niemand.

So sah es am Strandbad in Triboltingen aus, wo normalerweise Boote an den Dalben festgemacht sind.

Foto + Video: wak

httpv://www.youtube.com/watch?v=07LLmJIQy2E

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