Der Fall Paul Amrod kein Einzelfall?

Südwestdeutsche Philharmonie bestraft laut Bürgerinitiative angeblich KKH-Gegner

Konstanz (wak) Nach Aussage von Günther Schäfer, Sprecher der Initiative Nein-zu-Klein-Venedig, ist der Fall Paul Amrod (Foto) in Konstanz kein Einzelfall gewesen. Wie bereits berichtet, lehnte die Südwestdeutsche Philharmonie eine erneute Zusammenarbeit mit dem Musiker vor wenigen Wochen ab, nachdem Amrod die Kampagne der KKH-Gegner unterstützt hatte. Die Südwestdeutsche Philharmonie habe aber nicht nur Amrod, sondern auch das Kulturblatt „QLT Konstanz“ für seine Haltung zum Konzert- und Kongresshaus bestraft, erklärte Schäfer. Das Orchester habe seither keine Anzeigen mehr im „QLT“ geschaltet. Florian Riem, Intendant der Südwestdeutschen Philharmonie, hatte solche Behauptungen zumindest in Zusammenhang mit Paul Amrod bereits zurückgewiesen. Ausschlaggebend seien im Fall Amrod ausschließlich künstlerische Gründe gewesen.

Bürgerinitiative empört über Riem

Für große Empörung bei Unterstützern der Bürgerinitiative Nein-zu-Klein-Venedig sorgte die Mitteilung Schäfers Paul Amrod und das Kulturblatt QLT Konstanz betreffend aber trotzdem. „Wir sind keine Feinde der Philharmonie“, stellte Schäfer klar. Es könne nicht sein, dass, wer vor dem Bürgerentscheid politisch anderer Meinung war, dafür jetzt bestraft werde. „Das können wir nicht zulassen“, so Schäfer.

Gefühl unerwünscht zu sein

Paul Amrod, der an dem Treffen der Bürgerinitiative am Mittwochabend im „Barbarossa“ teilnahm, wiederholte noch einmal seine Darstellung. Er lobte den Dirigenten Vassilis Christopoulos, der „Weltklasse“ sei. Es habe mehrere gemeinsame Aufführungen mit ihm und dem Orchester gegeben. „Es hat kein Problem, neue Musik zu spielen.“ Als Amrod versucht habe, in der Woche nach dem Bürgerentscheid, den Intendanten Riem zu erreichen, habe ihm das Sekretariat aber den Eindruck vermittelt: „Sie sind nicht erwünscht.“ Amrod bleibt bei seiner Darstellung.

3 Kommentare to “Der Fall Paul Amrod kein Einzelfall?”

  1. p.schmidt
    15. April 2010 at 08:35 #

    Muss die Philharmonie jetzt mit jedem drittklassigen Künstler zusammenarbeiten der ein öffentliches Politikum aus seinere Meinung zum KKH macht?

  2. Fenedig
    16. April 2010 at 10:06 #

    Herr Schäfer fühlt sich anscheinend für alles zuständig: Es bleibt ganz der Philharmonie überlassen, mit wem sie zusammenarbeitet und wo sie Anzeigen schaltet. Dass damit derzeit Animositäten verbunden sein könnten, ist nicht ganz abwegig, jedoch „beim besten Willen“ auch irgendwie verständlich. Oder ist das wirklich ganz unverständlich?

  3. Wassermann
    18. April 2010 at 18:18 #

    @Fenedig

    Die Philharmonie ist ein städtischer Betrieb mit ca 70 Planstellen, finanziert aus dem Konstanzer Haushalt und Landeszuschüssen. Es ist also wirklich fraglich, inwieweit sie totale Hohheit über sich hat.
    Gut, künstlerisch will man gerne den angestellten Intendanten und Dirigenten nicht reinreden.
    Bei Klientelpolitik, persönlichen Animositäten und ähnlichen Befindlichkeiten reden aber der Steuerzahler, bzw. seine Vertreter ein Wort mit. Und auch die Presse.

    Ist das die Verfasstheit dieser Stadt, daß sich seit Jahrhunderten einige wenige Bürger dieser Stadt das Recht herausnehmen, über die städtischen Einrichtungen der Kultur und wichtiger Lebensbereiche alleine entscheiden zu wollen?

    Sie scheinen dazu zu gehören, Fenedig.

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