Deutsche, Schweizer und Franzosen

Gemeinsame Kontrolle über den Himmel machbar?

soi wrack kameras(wak) Den Himmel über dem Bodensee könnten in Zukunft die Schweizerische Flugsicherung Skyguide, die Deutsche Flugsicherung (DFS) und die französische DSNA gemeinsam kontrollieren. Die drei Flugsicherungsorganisationen wollen eine Machbarkeitsstudie über ein gemeinsames Kontrollzentrum erstellen. Das teilte Skyguide mit.

Ergebnisse gibt es 2010

Die nationalen Luftfahrtbehörden von Deutschland, Frankreich und der Schweiz haben die Flugsicherungsorganisationen Skyguide, DFS und DSNA beauftragt, eine Machbarkeitsstudie für ein gemeinsam betriebenes Kontrollzentrum in der Grenzregion zwischen Deutschland, Frankreich und der Schweiz zu erarbeiten. Ergebnisse werden in einem Jahr erwartet.

EU will bessere Überwachung

Die Machbarkeitsstudie steht in Zusammenhang mit der EU-Initiative für einen einheitlichen europäischen Luftraum (Single European Sky, SES). Diese Initiative hat zum Ziel, das europäische Flugsicherungssystem zu harmonisieren, um dessen Effizienz zu erhöhen. Voraussetzung dafür ist die Schaffung von größeren, zusammenhängenden Lufträumen in Europa.

Lehre aus dem Flugzeugunglück

Die Schweizer Flugsicherung Skyguide trägt mit die Hauptschuld am Flugzeugunglück von Überlingen 2002. Am Abend des 1. Juli 2002, als eine Passagiermaschine aus der russischen Republik Baschkirien und ein Frachtflugzeug der DHL über dem Bodensee zusammenstießen, starben 71 Menschen. Die Kollision zwischen dem DHL-Flugzeug und der Maschine der Bashkirian-Airlines ist mit 71 Toten – 49 von ihnen waren Kinder – bis heute eines der folgenschwersten Flugunglücke im deutschen Luftraum. Die Trümmer und die Toten fielen bei Überlingen und Owingen – außerhalb des Siedlungsgebiets – auf die Erde. Wie durch ein Wunder gab es auf dem Boden so keine Toten oder Verletzten und auch keine größeren Sachschäden.

Panne im Tower mit tödlichen Folgen

Um 23:34:42 meldete das Kollisionswarnsystem TCAS den Piloten in beiden Flugzeugcockpits akustisch die Unterschreitung des Sicherheitsabstandes. Zeitgleich erkannte bei Skyguide in Zürich der Fluglotse Peter Nielsen auf seinem Radarschirm die gefährliche Situation. Er wies die Tupolew sieben Sekunden nach dem Auslösen des TCAS Traffic Advisory an, umgehend zu sinken. Die Tupolew-Besatzung befolgte die Aufforderung des Fluglotsen. Gleichzeitig hatte das automatische Kollisionswarnsystem TCAS ein Ausweichmanöver errechnet und wies die Tupolew an, in den Steigflug zu gehen. Die Crew der Boeing wies TCAS an, zu sinken. Da die Tupolew Piloten aber nicht TCAC, sondern den widersprechenden Anweisungen Fluglotsen Nielsen folgten und beide Maschinen in Sinkflug übergingen, war die Kollision am Himmel über Überlingen unvermeidlich.

Lotse überwachte zwei Monitore

Der zweite Skyguide-Lotse war zum Zeitpunkt der Kollision der Flugzeuge über dem Himmel von Überlingen aufgrund einer Ruhepause nicht an seinem Arbeitsplatz, so dass Nielsen zwei Radarmonitore überwachen musste. Zeitgleich war der Züricher Fluglotse mit dem Landeanflug eines Flugzeuges auf den Flughafen in Friedrichshafen beschäftigt. Das Unglück zog zahlreiche Diskussionen rund um die Flugsicherung und verschiedene Flugsicherungssysteme nach sich.


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