Deutsche Umwelthilfe mit Sitz am Bodensee fordert Abschaltung von Neckarwestheim I

Appell an Mappus – Deutschen Atomkraftwerke auf in Deutschland erwartbare Erdbeben ausgelegt

Konstanz/Radolfzell. Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung aus Union und FDP auf, unverzüglich den Beschluss über die Laufzeitverlängerung deutscher Atomkraftwerke rückgängig zu machen und die sieben ältesten Reaktorblöcke unverzüglich stillzulegen. Die Regierung Mappus in Stuttgart müsse sofort die Abschaltung des Atomkraftwerks Neckarwestheim I verfügen, des ersten Reaktors in Deutschland, der auf Grundlage des Laufzeitverlängerungs-Gesetzes betrieben wird.

 

Wahlaufruf der Umwelthilfe: Nein zur AKWs

Die Deutsche Umwelthilfe rief am Samstag alle Menschen in Deutschland und insbesondere in Baden-Württemberg auf, sich an der seit Monaten vorbereiteten Menschenkette von Stuttgart zum AKW Neckarwestheim zu beteiligen. „Wählen sie bei den bevorstehenden Landtagswahlen keine Kandidaten oder Kandidatinnen, die aus den Erfahrungen dieser Tage keine Konsequenzen ziehen und weiter an der Atomkraft festhalten“, heißt es in einer Pressemitteilung der Deutsche Umwelthilfe. Weiter schreibt die in Radolfzell sitzende Organisation: „Die unfassbare Aktualität der heutigen Massenaktion in Baden-Württemberg haben wir uns nicht gewünscht.“

Katastrophe hätte nie passieren dürfen

Die Deutsche Umwelthilfe erklärte: „Unsere Gedanken sind bei den Opfern der Naturkatastrophe, ihren Angehörigen, den Hunderttausenden, die obdachlos geworden sind und den Zehntausenden, die in der Umgebung der Atomkraftwerke aus ihren Häusern fliehen mussten und in diesen Stunden nicht wissen, wann und ob sie jemals in sie zurückkehren können.“ Nach Russland/UdSSR (Majak,1957), den USA (Harrisburg, 1979), der Ukraine/UdSSR (Tschernobyl, 1986) sei nun Japan das nächste Land, in dem sich die „nukleare Katastrophe“ realisiere, die nie passieren dürfe.

Auslöser des Super-GAU

Es sei für die Deutsche Umwelthilfe besonders schmerzlich, in diesem Fall mit ihren Mahnungen Recht behalten zu haben. Wir hätten gern darauf verzichtet. Dass erstmals eine Naturkatastrophe der Auslöser ist, bedeutet nicht, dass es nicht jederzeit und überall passieren könne, wo Staaten auf diese letztlich nicht beherrschbare Technik setzen. Versagende Technik (Forsmark, Schweden, 2006), Terroranschläge (AKW Indian Point, USA, 2001), oder einfach das schleichende Gift der Routine (AKW Paks, Ungarn, 2003 oder Wiederaufarbeitungsanlage Tokaimura, Japan, 1999) könnten ebenso leicht zum Auslöser des Super-GAU werden. In den genannten Fällen habe jeweils ein „gnädiges Schicksal“ dafür gesorgt, dass es glimpflicher verlief als in Tschernobyl.

Atomkraft bewegte Wahlkämpfer

Die Deutsche Umwelthilfe stellte fest: „Die japanischen Atomkraftwerke waren auf die in Japan erwartbaren Erdbeben ausgelegt. Die deutschen sind es auf die in Deutschland erwartbaren.“ Die Ereignisse im japanischen Atomkraftwerk Fukushima waren am Samstag auch Thema an den Wahlkampfständen der Parteien in der Konstanzer Innenstadt.

Hier geht es zu der Presseerklärung der Deutschen Umwelthilfe.

Foto: wak

 

Ein Kommentar to “Deutsche Umwelthilfe mit Sitz am Bodensee fordert Abschaltung von Neckarwestheim I”

  1. Lothar Herzog
    13. März 2011 at 15:40 #

    GAU. Dieser Ausdruck bedeutet „Größter anzunehmender Unfall“
    Es gibt keine Steigerung. SUPER-GAU ist eine Erfindung der
    Wahrheitsdesigner.
    Ich bin für ein sofortiges Verbot von Erdbeben und Tsunamis.
    Was erlauben die sich eigentlich. Die Naturgewalten.

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