Die Fehler anderer fahren bei Bikern mit

214 Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern im Bodenseekreis 2009

Bodenseekreis (wak) Die Polizeidirektion Friedrichshafen hat die Statistik der Motorradunfälle für das vergangene Jahr vorgelegt. Biker waren an insgesamt 214 Unfällen beteiligt. 182 Motorrad- und Motorrollerfahrer wurden verletzt und drei starben. Oft sind die Motorradfahrer zu schnell unterwegs und verschulden schwere Unfälle selbst. Sie jagen ohne Airbag über Motorradstrecken und gehen durch ihre Fahrweise hohe Risiken ein. So verfolgte das Video-Motorrad der Polizei im vergangenen Jahr einen Motorradfahrer der auf einer Landstraße im Bodenseekreis schneller als mit Tempo 200 unterwegs war. Das Risiko fährt aber auch mit, weil andere Verkehrsteilnehmer Fehler machen.

58 Motorradfahrer erlitten schwere Verletzungen

Traditionell treffen sich Biker zu Beginn der Saison zu Biker-Gottesdiensten. Nicht alle Biker werden die Saison unverletzt überstehen. Manche kommen nie wieder, weil sie mit ihren Maschinen schwer verunglücken und nie wieder auf ein Motorrad steigen können. Allein im Bodenseekreis erlitten 58 Motorradfahrer in der vergangenen Saison schwere Verletzungen. Insgesamt hatte die Polizei im Bodenseekreis 214 Verkehrsunfälle aufgenommen, bei denen motorisierte Zweiradfahrer beteiligt waren. Das waren genauso viele wie im Jahr zuvor.

Fast die Hälfte der Unfälle selbst mit verschuldet


Insgesamt wurden bei den Unfällen 182 Biker verletzt. 128 Zweiradlenker kamen mit leichten Verletzungen davon. 58 wurden schwer verletzt. Drei starben. Besonders hoch ist das Risiko für Motorrad- und Motorrollerfahrer. Nicht alle motorisierten Zweiradfahrer verunglückten gleich häufig. Krafträder und Kraftroller waren mit 45 % an den Unfällen beteiligt. Es folgten Kleinkrafträder wie Mopeds und Mokicks mit 29 % und Leichtkrafträdern mit 21%. Mehr als die Hälfte der Unfälle wurden von den Zweiradfahrern selbst oder mitverursacht.

Tempo von Motorrädern von anderen unterschätzt

Die Hauptursache bei den von den Zweiradfahrern (mit-)verursachten Verkehrsunfällenwar zu hohe Geschwindigkeit. Bei Unfällen, in die Zweiradfahrer ohne eigenes Verschulden verwickelt waren, waren die Hauptursachen Vorfahrtsverletzungen und Fehler beim Abbiegen. „Das zeigt, dass Motorradfahrer häufig übersehen werden und andere Verkehrsteilnehmer deren Geschwindigkeiten oft unterschätzen“, so ein Sprecher der Polizeidirektion Friedrichshafen.

Polizei rät zu Signalkleidung

Der Leiter der Polizeidirektion Friedrichshafen, Karl-Heinz Wolfsturm, appelliert deshalb an die motorisierten Zweiradfahrer, sich zu ihrer eigenen Sicherheit an Kreuzungen und Einmündungen auf Fehleinschätzungen anderer Verkehrsteilnehmer einzustellen. Durch auffällige Bekleidung und speziell für Motorradfahrer erhältliche Warnwesten könne zusätzlich die „Erkennbarkeit“ verbessert werden, rät der Polizist.

Video-Motorrad verfolgt Raser

Die Polizei im Bodenseekreis setzt wie ihre Kollegen anderswo auf Verkehrsüberwachung. Der spektakulärste Fall im vergangenen Jahr war eine Verfolgungsfahrt bei Salem, bei dem das Video-Motorrades im Einsatz war. Der Motorradpolizist verfolgte einen Motorradfahrer, der auf der L 205 zwischen Bermatingen und Salem mit mehr als 200 km/h unterwegs war. Der Motorradfahrer wurde aus dem Verkehr gezogen. Neben einem Bußgeld von über 1.000 Euro erhielt der junge Mann vier Punkte in Flensburg und ein Fahrverbot von drei Monaten.

Polizei kündigt Kontrollen an Wochenenden an

„Aufklärung ist wichtig und sinnvoll. Allerdings gilt auch: Wenn einzelne Motorradfahrer die Appelle an die Vernunft nicht umsetzen, müssen sie die Konsequenzen ragen“, so Polizeichef Wolfsturm. Die Polizei werde deshalb speziell an Wochenenden auf beliebten Motorradstrecken und unfallträchtigen Routen auf konsequente Verkehrsüberwachung setzen.

Bild: Dietmar Ematinger PIXELIO www.pixelio.de

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