Dr. Lang und Dr. Kleespies säen in der Konstanzer Opelstraße

Vision von einer „Werkstadt“ mit bezahlbaren Mietpreisen – 17 Firmen plus X sollen in Akademie einziehen

Konstanz. Etwa fünf Fußballfelder groß ist die Gewerbefläche, die in Konstanz aktuell leer steht. Selbst Premiumlagen direkt am Seerhein lassen sich nicht ohne weiteres vermieten. Da schnappen sich Dr. Lang & Dr. Kleespies auch noch die ehemalige Bildungsakademie der Handwerkskammer und möchten die Fläche vermarkten. Die Immobilienprofis wollen keinen weiteren Fußballrasen säen, sondern einen Kräutergarten angelegen. Werkstätten, Büros, Seminarräume, ein Low Budget Hotel und am liebsten Bio-Gastronomie sollen in die Immobilie in der Opelstraße einziehen. Ob das gut gehen kann?

Glasfaseranschluss und Parkplätze vorm Haus

Kirsten Kleinöder, für Vertrieb und Gestaltung zuständig, Projektleiter Kornelius Laukhuf und Manuel Weiner, bei Dr. Lang & Dr. Kleespies Chef der Abteilung Gewerbeimmobilien, sehen ganz entspannt aus. Die Konstanzer Innenstadt befindet sich nicht in fußläufiger Entfernung, der Seerhein und Restaurants mit Mittagsbuffets und Blick aufs Wasser auch nicht. Dafür gibt es in der Opelstraße vor den Gebäuden, die aus den 70-er, 80-er und 90-er Jahren stammen, Parkplätze und einen Glasfaseranschluss der Stadtwerke für super schnelles Internet und Datentransfer. Und noch einen Standortvorteil sehen die Immobilienbesitzer, die gekauft haben und selbst einziehen möchten, sobald die Bildungsakademie der Handwerkskammer im März 2012 nach Singen umgezogen ist: Weiner geht von einem Mietpreis von sechs bis acht Euro pro Quadratmeter aus. In Innenstadtlagen oder am Seerhein zahlen Unternehmen zehn bis zwölf Euro und damit fast das Doppelte, sagt er.

Kosmos an der Opelstraße

Die Akademie, die Dr. Lang & Dr. Kleespies unter dem Motto „leben, arbeiten, genießen – Hier entsteht was Neues“ vermarkten möchten, soll nicht nur eine Aneinanderreihung von Büroflächen und Werkstätten oder eben ein weiterer Businesspark sein. Entstehen soll in den sieben Gebäudeteilen ein kleiner Kosmos, eine städtische „Werkstadt“ im urbanen Raum, in dem etwa 17 bis 20 Mieter nicht nur Platz zum Arbeiten finden, sondern auch Aufenthaltsqualität.

Gr0ße Wünsche und grüne Küche

Manuel Weiner verteilt kleine Tütchen mit Samen. Inhalt: bunte Kräutermischung. Wer sich mit der Aussaat beeilt, könnte noch in diesem Sommer frische, grüne Kräuter ernten. Das Konzept – nicht nur das Werbekonzept – der Akademie wirkt durchdacht: Entstehen soll auch ein günstiges 0 Sterne Hotel mit etwa 100 Betten. Die Zielgruppe sind Schüler und preisbewusste Reisende, die sonst zur Klientel von Jugendherbergen und Jugendhotels gehören. Wenige Schritte vom neuen Hotel entfernt könnte in einigen Monaten ein Restaurant eröffnen. Eine Fläche für Außengastronomie ist fest eingeplant. Die Investoren setzen in der Opelstraße einen Kontrapunkt und wünschen sich von ihrem Gastronomen in Sichtweite des Schnellrestaurants Mc Donald’s „frische, gesunde, leichte, grüne Speisen“. So sagt es Manuel Weiner, der findet, dass ein „grüner“ Mittagstisch im Gewerbegebiet an der Max-Stromeyer-Straße bisher noch fehlt. Kontakte mit einem Erzeuger von Bioprodukten haben die Vermarkter schon aufgenommen. Es sieht gut aus.

Alles außer wohnen

Vieles wäre auf den 5.800 Quadratmetern vorstellbar. Wer mindestens 150 Quadratmeter oder auch 500 Quadratemter Fläche sucht, könnte in der Opelstraße richtig sein. Gerade denken die Immobilienbesitzer noch über grüne Fassaden und Dächer nach. Noch ist nicht alles entschieden. Fest steht nur: Der Slogan „Die kreative Werkstadt“ soll in der Opelstraße mehr als ein flotter Werbespruch sein. Co-Working-Spaces? Ja, warum nicht. Vielleicht sogar eine Kita? Oder die Gebäude noch aufstocken? Manuel Weiner sagt niemals nein. „Hängt vom Bedarf ab“, erklärt er. Nur Wohnungen wird es im Space wohl nicht geben. Das hat die Stadt in einer Sitzung des Technischen und Umweltausschusses schon einmal nebenbei vorsorglich klar gestellt.

Erst einmal Nischen besetzen

Mit der Wirtschaftsförderung arbeite man gut zusammen, sagt Manuel Weiner. Ob Konstanz ein ganz neues Innovations- und Technologiezentrum braucht, so wie es die Wirtschaftsförderer auf dem Flugplatzareal angedacht haben? In der Opelstraße ist das erst einmal kein Thema. Dr. Lang & Dr. Kleespies entwickelt eine Immobilie, die schon vorhanden ist. Denn solche Nischen gibt es noch.

Mehr Infos unter www.akademie-konstanz.de und www.lkfinanz.de.

Foto: wak

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