Drei Verletzte bei Großbrand in Salem

130 Einsatzkräfte bekämpfen Brand an drei Gebäuden – Zehn Menschen nach Feuer obdachlos

Salem/Bodenseekreis (gor) Zwei verletzte Feuerwehrmänner, ein unter Schock stehender Bewohner und Sachschaden in Höhe von mehreren 100.000 Euro sind die Bilanz eines Brandes, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Salem am Sonntag kurz nach 14 Uhr 30 in der  Bodenseestraße im Salemer Ortsteil Mimmenhausen ausgebrochen ist. Zehn Menschen wurden obdachlos. Die Brandursache ist noch unklar. Das teilte der Kreisfeuerwehrverband Bodenseekreis mit.

Landwirtschaftliches Betriebsgebäude brannte lichterloh

Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung trafen erste Einsatzkräfte der Salemer Feuerwehrwehr unter Leitung des stellvertretenden Gesamtkommandanten Jürgen Nell am Einsatzort ein. Zu diesem Zeitpunkt stand ein landwirtschaftliches Betriebsgebäude bereits im Vollbrand und das Feuer war im Begriff auf ein angrenzendes Mehrfamilienwohnhaus, ein Garagengebäude und auf ein Wohn- und Ökonomiegebäude überzugreifen. Daraufhin gab der Einsatzleiter zunächst Vollalarm für die Salemer Feuerwehr und forderte Überlandhilfe von den Nachbarwehren aus Uhldingen-Mühlhofen, Markdorf und Bermatingen ein. Zusätzlich stellte die Freiwillige Feuerwehr Frickingen ein Löschgruppenfahrzeug zur Sicherstellung des Grundschutzes und weitere Führungskräfte zur Unterstützung der Einsatzleitung bereit.

Überspringen der Flammen auf  Mehrfamilienhaus verhindert

Buchstäblich in letzter Sekunde konnte die Feuerwehr ein Übergreifen des Brandes auf das nur knapp drei Meter entfernt stehende Mehrfamilienwohnhaus sowie auf ein weiteres Nachbargebäude verhindern. Bei dem Mehrfamilienwohnhaus waren durch die enorme Wärmestrahlung bereits Rollläden geschmolzen, Fensterscheiben gesprungen, der Rasen vor dem Haus und Wäsche auf der Wäscheleine verbrannt. Trotz eines massiven Löschangriffs gelang es in der Anfangsphase nicht, ein Übergreifen des Brandes auf ein ebenfalls angrenzendes Wohn- und Ökonomiegebäude zu verhindern. Dort breitete sich der Brand zunächst im Ökonomieteil und dann rasch im Dachgeschoss des gesamten Hauses aus. Obwohl die weitere Brandausdehnung rasch gestoppt werden konnte, wurde auch der Wohnteil des Wohn- und Ökonomiegebäudes unbewohnbar.

Zwei Feuerwehrleute verletzt

Bei den Löscharbeiten erlitten zwei Feuerwehrleute Verletzungen durch elektrischen Strom; sie mussten vom Rettungsdienst ins Krankenhaus eingeliefert werden und bleiben dort bis auf weiteres zur Überwachung. Ein Bewohner erlitt einen Schock und musste durch die Schnelleinsatzgruppe des DRK betreut werden. Insgesamt waren rund 100 Feuerwehrleute mit 19 Fahrzeugen, 24 Einsatzkräfte des DRK mit sieben Fahrzeugen sowie zwei Streifenwagenbesatzungen der Polizei im Einsatz.

Zehn Menschen obdachlos geworden

Der Salemer Bürgermeister Manfred Härle war ebenfalls zum Brandplatz geeilt und wurde durch Kreisbrandmeister Henning Nöh und das Salemer Kommando in die Lage eingewiesen. Härle sorgte für die Unterbringung der zehn obdachlos gewordenen Bewohner des Wohn- und Ökonomiegebäudes. Die ebenfalls zehn Bewohner des vor den Flammen geretteten Mehrfamilienhauses konnten am späten Nachmittag dagegen wieder zurück in ihr Haus.

Feuer nach einer Stunde unter Kontrolle

Ein großes Lob zollte Kreisbrandmeister Henning Nöh den Einsatzkräften: „Aufgrund von schnell getroffenen Entscheidungen zur Riegelstellung konnte die Brandausbreitung in der ersten Phase entscheidend eingegrenzt werden. Es war eine hervorragende Leistung der eingesetzten Kräfte, dass der Brand trotz der extrem beengten Platzverhältnisse in weniger als einer Stunde unter Kontrolle gebracht wurde.“ Die Ursache des Brandes sowie die genaue Höhe des Sachschadens ist nach Mitteilung der Feuerwehr noch unklar, die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Fotos: Gorber

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