Druck auf das Singener „Wochenblatt“ erhöht

Linke Gruppierung ruft in offenem Brief zum Boykott auf – Am Aschermittwoch Protestaktion geplant

Konstanz/Singen. VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes), der DGB und die Dienstleistungsgewerkschaft verdi sowie verschiedene antifaschistische und linke Organisationen rufen für Aschermittwoch zu einer Protestaktionen vor der Singener Scheffelhalle auf. Die Initiatoren des Protests fordern einen Boykott der Wochenblatt-Veranstaltung. Damit möchten die Gewerkschaft und die linken Gruppierungen Druck auf den Veranstaltender des politischen Aschermittwochs ausüben. Gegenüber See-Online wollte sich Wochenblatt-Geschäftsführer Anatol Hennig bisher über die Veranstaltung nicht äußern.Noch unbeantwortet ist aktuell noch immer die Frage, ob es die Geschäftsführung des „Wochenblatts“ aufgrund des öffentlichen Drucks in Erwägung zieht, die Vertreter der Rechten wieder auszuladen.

 

Kein Forum für Neonazis

 

In dem offenen Brief heißt es unter anderem: „Das ,Singener Wochenblatt‘ gibt ein schlechtes Beispiel: Zum Politischen Aschermittwoch am 9.3. lädt es neben den Landtagswahl-Kandidaten demokratischer Parteien auch die Kandidaten von NPD und der Rep. zur Podiumsdiskussion in die Singener Scheffelhalle ein.“ Erstmals würde in diesem Wahlkampf den Neonazis im Landkreis ein Forum geboten, kritisieren die Linken.

 

Linke fordern „Ausladung“

 

Wörtlich heißt es in dem offenen Brief: „Die VVN/BdA Konstanz-Singen wehrt sich gegen solche klammheimlichen Legitimations-Versuche für rechtsradikale Parteien und fordert die Verantwortlichen im ,Singener Wochenblatt‘ auf, die VertreterInnen dieser undemokratischen Parteien vor der Podiumsdiskussion auszuladen.“

 

Scharfe Kritik am Singener „Wochenblatt“

 

Der bereits vielfältige Protest von Gewerkschaften und Parteien gegen die Teilnahme der Neonazis an dieser Veranstaltung beweise: Aus der Geschichte lernen, bedeute, der „menschenverachtenden Ideologie rechter Prägung“ kein Forum in der demokratischen Diskussion zu bieten. In dem offenen Brief steht: „Wir von der VVN/BdA bedauern, dass die zahlreiche Kritik an dieser Einladung das ,Singener Wochenblatt‘ bislang nicht zum Umdenken bewegt hat.“ Weiter heißt es: „Man muss befürchten, dass die Verantwortlichen bestimmte Leser- und Wählerschichten im Auge haben, um ihrer Veranstaltung ein medienträchtiges Echo zu verschaffen.“

 

Aufruf zu Boykott und Protest

 

Gemeinsam mit Demokraten aus Gewerkschaften, demokratischen Jugendorganisationen und linken Parteien fordere die VVN/BdA darum dazu auf, den Politischen Aschermittwoch in der Scheffelhalle, sollte es bis dahin nicht zu einem Einlenken der Verantwortlichen kommen, zu boykottieren und den Protest deutlich vorzutragen.

 

Grafik: http://commons.wikimedia.org/wiki/

 

6 Kommentare to “Druck auf das Singener „Wochenblatt“ erhöht”

  1. Lothar Herzog
    3. März 2011 at 18:46 #

    Wir fordern. Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
    Ich würde die ganze Veranstaltung absagen. Da kommt
    jetzt in dieser aufgheizten Stimmung sowieso nichts
    vernünftiges mehr raus.
    Wenn es stattfindet wünsche ich mir 35 Grad Minus an
    diesem Abend. Dann können die Freunde der Demokratie
    ihre Standhaftigkeit unter Beweis stellen.

  2. Efraim Langstrumpf
    4. März 2011 at 11:55 #

    Ein wunderbares Verständnis von Demokratie. Hetze gegen Andersdenkende, wie sie Hitlers Schergen in den 20er Jahren nicht besser hätten betreiben können. In dieser Tradition stehen offensichtlich die im Bericht genannte Gruppen. Denn Boykotte und öffentliche Diffamierungen waren damals auch ein beliebtes Mittel.

    Es ist übrigens kein „öffentlicher“ Druck, sondern Druck äußerst fragwürdiger linker Gruppierungen. Wie sich in der Vergangenheit öfters gezeigt hat, haben diese Ansichten nichts mit der öffentlichen Meinung zu tun. Die Veranstalter sollen sich deshalb nicht einschüchtern lassen. Ich zähle mich zwar nicht zum rechtskonservativen Rand, aber mir sind diskutierende Vertreter suspekter rechter Ansichten AUF einem Podium lieber, als prügelnde, randalierende und pöbelnde Vertreter suspekter linker Ansichten VOR einem Podium.

    Abgesehen davon, daß ich bei den Republikanern nichts „undemokratisches“ finden kann, ist es doch wohl ein Merkmal von Demokratien, daß eben auch Randgruppen zu Wort kommen dürfen. Wenn aber von bestimmten Leuten bereits darüber entschieden wird, wer sprechen darf und wer nicht, ist höchste Wachsamkeit geboten! Und wenn ebendiese Leute offene Hetze gegen Andersdenkende betreiben und Veranstalter(!) von Podiumsdiskussionen unter Druck setzen ist unsere demokratische Grundordnung ernsthaft in Gefahr.

  3. Ottobauer
    4. März 2011 at 13:38 #

    Die demokratische Grundordnung ist in Gefahr, wenn man alten und neuen Nazis ein Podium für ihre erbärmlichen und letztendlich mörderischen Gedanken gibt! Ihre Ideen gehören nie und nimmer ins demokratische Spektrum. Schlimm genug, daß die NPD nicht verboten ist. NPD und REP müssen draussen bleiben oder alle anderen bleiben weg. Im zweiten Fall würde der Veranstalter bundesweit berühmt – eher berüchtigt – werden. Die Anzeigenkunden sollten das Wochenblatt boykottieren.

  4. Bolle
    4. März 2011 at 14:58 #

    Der Schriftsteller Ignacio Silone hat bereits vor mehr dreißig Jahren prophezeit: „Der neue Faschismus wird nicht sagen: Ich bin der Faschismus. Er wird sagen: Ich bin der Antifaschismus.“

    Drei pickelige „Neonazis“, die durch Mecklenburg-Vorpommern marschieren oder eine zutiefst konservative und zurückgewandte Unter-5%-Partei wie die Republikaner sind keine Gefahr für unsere Demokratie. Eher Angst muss man heute haben vor dem islamischen Faschismus, dem hier Tür und Tor geöffnet wird und vor dem faschistoidem Gehabe einer Linkspartei, die als direkte Nachfolgeorganisation der SED sich wieder aufmacht, mißliebige Personen zu unterdrücken und mundtot zu machen.

    Die wahren Feinde der Demokratie sitzen links und tun so, als würden sie „Nazis“ bekämpfen und dabei das dumme Volk beschützen, das ja nicht in der Lage ist, zwischen gut und böse zu unterscheiden. Dabei wollen sie nur an die Macht, um erneut eine Diktatur in diesem Land zu errichten!

    Und was ja wohl wirklich grotesk ist, ist ja wohl die Tatsache, daß nicht nur gegen NPD und REP aufgestachelt wird, sondern daß nun das Singener Wochenblatt in übelster Weise angegriffen und verleumdet wird. Das Singener Wochenblatt organisiert eine Podiumsdiskussion und lässt dort Redner zu Wort kommen, die in den Augen einiger sich erhaben fühlenden Minderheit nichts sagen dürfen. Und deswegen wird das Singener Wochenblatt massiv unter Druck gesetzt? Das soll Demokratie sein?

    Lasst die Linken keinen Einfluß haben! Denn dann sind Unterdrückung und Verfolgung Andersdenkender vorprogrammiert! Die Linkspartei und ihre Helfershelfer haben schon längst ihr wahres Gesicht gezeigt: Eine hässliche Fratze der Unterdrückung!

  5. Lothar Herzog
    4. März 2011 at 16:24 #

    Ich wähle nicht die Republikaner. Das ist Fakt.
    Es sollte sich aber jeder mal des Wahlomaten bedienen. Ich
    habe es für BW – und RP gemacht.
    Beide male kam REP raus. Wähle aber trotzdem etwas anderes.
    Ich war dagegen das es mehr Polizisten mit Migrationshintergrund
    geben soll. Ich war auch gegen einen getrennten Unterricht an
    Schulen.
    Ich denke das die Manipulation schon bei der Fragestellung
    angefangen hat.
    Geht mir aber am Ar… vorbei. Ich lasse mich von niemanden als
    Rechts einordnen oder beschimpfen.

  6. Lothar Herzog
    4. März 2011 at 16:26 #

    Nr. 3
    Boykott der Anzeigenkunden. Leben Sie eigentlich noch auf dem
    Boden des Grundgesetzes.
    Solche Aussagen erinnern an eine gewisse Zeit. Sie sollen mit
    anständigen Argumenten kommen.

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