„Ehrenamtlich Tätige leben länger“

FDP-Abgeordneter Wetzel setzt sich für Ehrenamtliche ein

wetzel hans-peter miniFriedrichshafen/Überlingen (red) Ehrenamtliche leisten unentbehrliche Arbeit und müssen auch von staatlicher Seite mehr unterstützt werden, etwa durch höhere Steuerfreibeträge für ihre Aufwandsentschädigungen. Das sagte der FDP-Landtagsabgeordnete Hans-Peter Wetzel beim „Liberalen Club“ Friedrichshafen.

Kommunale Mandatsträger im Fokus

Wetzel konzentrierte sich in seiner Ansprache vor allem auf die ehrenamtliche Tätigkeit von kommunalen Mandatsträgern, also zum Beispiel von Stadträten. Um deren Situation zu verbessern, schlage die FDP unter anderem auch vor, die Haftung nicht nur für Vereinsvorstände auf Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit zu beschränken, sondern diese beschränkte Haftung auch auf kommunale Mandatsträger und Ehrenamtliche in Parteien und Initiativen auszudehnen. Kommunale Mandatsträger sitzen auch in Aufsichtsräten kommunaler GmbHs, wofür sie allerdings gesondert und oft großzügig honoriert werden.

Ohne Ehrenamtliche wären Städte finanziell am Anschlag

Das Engagement dieser Menschen sei wichtiger denn je. Wetzel: „Unsere Gemeinden und Städte, unser Land könnten ohne die ehrenamtliche Tätigkeit ihrer Menschen finanziell nicht überleben.“ Und auch die Gesellschaft wäre ohne ihren Einsatz „ärmer und kälter.“

42 Prozent der Menschen im Land engagieren sich

Etwa 36 Prozent aller Bundesbürger über 14 Jahre arbeiteten ehrenamtlich. In Baden-Württemberg seien es sogar 42 Prozent. Die meisten setzten sich im Sport ein. Nur eine relativ kleine Gruppe, fünf Prozent, engagiere sich im Bereich der politischen Interessenvertretung.

Ehrenamtliche Bürgermeister und Ortsvorsteher, so Wetzel, „übernehmen einen Teil der Verwaltungsaufgaben.“ Ortsvorsteher stellten die „notwendige Bindung zur Kernstadt her“ und „Gemeinderäte bilden das Scharnier zwischen Verwaltung und Bürgerschaft.“

Trend zu ehrenamtlichen Bürgermeistern

Die Demokratie lebe davon, dass Menschen mitmachten, sich für die Gemeinschaft einsetzten. Es könne sogar der Trend entstehen, so Wetzel weiter, dass kleine Gemeinden, die derzeit noch hauptamtliche Bürgermeister hätten, diese künftig durch ehrenamtliche ersetzten. „Die Arbeit der Leute ist jedenfalls schon jetzt unentbehrlich und kann nicht hoch genug angerechnet werden“ – auch wenn es dafür oft nur eine kleine Aufwandsentschädigung gebe. „Diese ist aber teilweise knauserig“, kritisiert Wetzel.

Wetzel fordert mehr öffentliche Anerkennung

Natürlich verdienten sich Ehrenamtliche auch nicht-materiellen Lohn, etwa gesellschaftliche Anerkennung und sie eröffneten sich persönlich neue Horizonte. Oft ergäben sich durch solche Kontakte enge Freundschaften oder auch Städtepartnerschaften. Außerdem, so Wetzel, hätten amerikanische Wissenschaftler herausgefunden: „Ehrenamtlich Tätige sind glücklicher und leben länger.“ Doch die Politik und die Gesellschaft sollten es nicht dabei belassen, sondern Ehrenamtliche noch stärker anerkennen. Dazu gehörten auch regelmäßige, öffentliche Ehrungen.

Wir freuen uns über Ihren Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Hinterlassen Sie hier Ihren Kommentar. Bleiben Sie bitte nett. Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.