Pilot an Uni Konstanz: Ein alternativer Zugang zum Lehrerberuf

Pilotprojekt der Universität Konstanz und der PH Freiburg zur Lehrerbildung in Bachelor- und Master-Struktur

Konstanz. Die Universität Konstanz und die Pädagogische Hochschule Freiburg bringen ein modellgebendes Pilotprojekt der Lehrerausbildung auf den Weg, das angehenden Lehrerinnen und Lehrern eine Alternative zu den bestehenden Lehramts-Studiengängen bietet: Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst (MWK) Baden-Württemberg bewilligte einen gemeinsamen Antrag der beiden Hochschulen, einen gestuften Bachelor- und Master-Modellstudiengang „Gymnasiales Lehramt“ in den Fächerkombinationen Physik/Mathematik und Physik/Informatik zu entwickeln. Der Innovations- und Qualitätsfonds (IQF) des MWK Baden-Württemberg fördert das Pilotprojekt im Rahmen der Initiative „Kooperationsmodelle in der Lehrerbildung“ über einen Zeitraum von drei Jahren mit insgesamt rund 600.000 Euro.

Voraussetzung bisher Stastexamen

Der bisherige Zugang zum Beruf des Gymnasiallehrers erfolgt in Baden-Württemberg über einen zehnsemestrigen Studiengang, der mit dem 1. Staatsexamen abschließt, und einem sich anschließenden 1,5-jährigen Referendariat, das im 2. Staatsexamen mündet. Mit dem geplanten Modellstudiengang „Gymnasiales Lehramt“ wird ein alternativer Zugang zum Lehrerberuf geschaffen. Studierende mit einem Bachelor-Abschluss in Physik erhalten die Möglichkeit, einen Master of Education zu erwerben und somit über einen Master-Studiengang in den Lehrerberuf zu gelangen. Die Struktur des Referendariats und das 2. Staatsexamen bleiben unverändert. Die Rektoren Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Universität Konstanz, und Prof. Dr. Ulrich Druwe, PH Freiburg, äußern sich zufrieden darüber, dass den Bachelor-Studierenden in Physik ein alternativer Weg in den Lehrerberuf und ihnen damit eine größere Flexibilität in der Berufswahl eröffnet wird. Beide Rektoren verweisen zudem darauf, dass der Modellstudiengang helfen kann, dem bestehenden Lehrermangel in diesen Fächerkombinationen entgegenzuwirken.

Pilotprojekt aus Konstanz und Freiburg

Zentraler Bestandteil des Master-Studiengangs mit dem Abschluss Master of Education ist – neben dem Fachstudium von Mathematik oder Informatik als Zweitfach – die Vermittlung didaktischer und schulpraktischer Kenntnisse und Erfahrungen in Ergänzung zum vorausgegangenen, rein fachwissenschaftlichen Bachelor-Studiengang. Der Bachelor-Studiengang soll nach dem Modell der beiden Hochschulen stets an einer Universität absolviert werden, der Master-Studiengang wird, wie die Uni Konstanz mitteilt, gemeinsam von einer Universität und einer Pädagogischen Hochschule betreut. Das Pilotprojekt aus Konstanz und Freiburg konzentriert sich auf das Fachgebiet Physik als Hauptfach; im Erfolgsfall wäre eine Ausweitung auf weitere Fächer denkbar. Auch Studierende, die ihren Bachelor in Physik an einer anderen Universität erworben haben, können in diesen Modellstudiengang wechseln.

Alternative für Studierende

Im Pilotprojekt aus Konstanz und Freiburg findet das gesamte Studium an der Universität Konstanz sowie an Schulen im Raum Konstanz statt; die Studierenden müssen während ihres Master-Studiums somit keinen Ortswechsel vornehmen. Alternativ können die Studierenden jedoch auch in Freiburg bzw. an Freiburger Schulen Teile des Master-Studiengangs absolvieren. Die Lehrenden der Pädagogischen Hochschule Freiburg reisen für ihre jeweiligen Lehrveranstaltungen nach Konstanz. Die Universität Konstanz nimmt in dem Kooperationsmodell die Fachausbildung der Studierenden vor, während die Pädagogische Hochschule Freiburg die fachdidaktische und bildungswissenschaftliche Ausbildung der angehenden Lehrenden leistet.

Foto: Uni Konstanz Michael Latz

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