Einigung zwischen Konstanzer Klinikum und Prof. Dr. Gert Müller-Esch

Spitalstiftung zieht nach Niederlage in erster Instanz nicht erneut vors Arbeitsgericht – Chefarzt geht mit Abfindung

Konstanz. Der Abstieg des ehemaligen Konstanzer Chefarztes Prof. Dr. Gert Müller-Esch begann mit seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung und setzte sich mit seinem Rücktritt als Ärztlicher Direktor des Konstanzer Klinikums fort. Mit einer fristlosen Kündigung hat das Verhältnis zwischen Krankenhausverwaltung und Mediziner seinen Tiefpunkt erreicht. Das Arbeitsgericht in Radolfzell gab dem gekündigten Mediziner Recht. Er hätte in die Klinik zurückkehren können. Das geschieht nun nicht. Prof. Dr. Gert Müller-Esch akzeptiert die Beendigung des Arbeitsverhältnisses und eine Zahlung.

Streit mit Ex-Chefarzt beendet

Die Spitalstiftung Konstanz als Träger des Klinikums Konstanz und Professor Dr. Gert Müller-Esch, Chefarzt des Zentrums für Innere Medizin (ZIM), haben sich darauf geeinigt, ihr Arbeitsverhältnis zum Jahresende 2011 zu beenden, teilte die Stadt am Freitagnachmittag mit. Sie hätten damit die in den vergangenen Monaten vor dem Arbeitsgericht geführte Auseinandersetzung einvernehmlich beigelegt, so die Botschaft. „Die Einigung ist geprägt und getragen durch die gemeinsame Verantwortung für das Wohl des Klinikums, seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie seiner Patientinnen und Patienten“, heißt es salbungsvoll in einer Pressemitteilung der Stadt Konstanz. Über die Höhe des gezahlten Betrags machten die Parteien keine Angaben.

Entscheidung fiel in nicht-öffentlicher Sitzung

Auch die Mitglieder des Konstanzer Stiftungsrats, der personalidentisch mit dem Gemeinderat ist, nannten in der Öffentlichkeit keine Zahl. In nicht-öffentlicher Sitzung waren sie am Donnerstagabend informiert worden und hatten der Einigung zugestimmt. Offenbar hatten sich die Räte untereinander verständigt, dass sie eine Zahlung akzeptieren würden – sofern ein bestimmter Betrag nicht überschritten würde. Die Erfolgsaussichten in zweiter Instanz wären für die Arbeitgeberseite ungewiss gewesen, auch wenn der Rechtsvertreter trotz der Niederlage in erster Instanz zum Weiterprozessieren geraten hatte. Eine weitere Verhandlung hätte erneut für öffentliches Aufsehen und negative Schlagzeilen gesorgt. Auch das wollten die Verantwortlichen offenbar vermeiden.

2 Kommentare to “Einigung zwischen Konstanzer Klinikum und Prof. Dr. Gert Müller-Esch”

  1. dk
    16. Dezember 2011 at 22:54 #

    Das Klinikum steht sicherlich auch hinsichtlich der „Betriebskultur“ im Wettbewerb zur umliegenden Region: nicht nur zur Schweiz, sondern auch in Richtung Hegau.

    In meinem eher eingeschränkten Bekanntenkreis wurde schon von einer älteren Patientin berichtet, die wegen einer kleineren Operation für 3-4 Tage ins Krankenhaus muss. Sie will nach Radolfzell (Filiale von Singen); der Arzt kommentierte „da machen Sie nichts falsch“.
    Manche Leute kommen in KN auch ohne Web2.0 und SocialMedia aus und scheinen auch ohne Medien bzw. Blogs nach eigener Meinung ausreichend informiert zu sein: zumindest für KN nach ihrem Selbstbildnis. Es können nur einheimische Ureinwohner sein.

  2. dk
    17. Dezember 2011 at 00:43 #

    Während meines Studiums in einer kleinen Fachhochschule in S-Anhalt habe ich ein Jahr den Fachbereich „Wirtschafts-Informatik“ besuchen dürfen.

    Dabei habe ich nicht nur „Freaks“ kennengelernt, die mehr oder weniger sich mit IT schon seit dem Kindergarten beschäftigt haben, sondern auch einen jungen Professor, der sich ausgiebig Projektarbeiten in mittleren bis grossen Betrieben verschrieben hat.

    In diesem Semester gab es auch eine Vorlesung „Geschäftsprozess-Modellierung mit Aris“, um Betriebe intensiv von allen Seiten organisatorisch zu durchleuchten und für die IT darzustellen. Zusammen mit dem Thema „SAP“ war dieses Spezialthema eines seiner zukunftsfähiges Steckenpferde, dass als Vorbereitung für zusätzliche umfangreiche Projektarbeiten in den nächsten Semester dienen sollte.

    Hierzu war eine längerfristige Partnerschaft mit der Uni-Klinik Magdeburg abgeschlossen, um Schritt für Schritt einzelne Bereiche für IT-Erneuerungen (evtl. mit organisatorischen Anpassungen) darzustellen.
    Es dürfte einleuchten, dass für ein solches Vorhaben eine sehr offene, vertrauensvolle und auch lösungs-orientierte Kommunikations-Kultur vorausgesetzt wurde. Das Projekt lief bereits seit wenigen Jahren und sollte sicher die „Freaks“ für die kommen Semester zusätzlich motivieren, die öfters noch eher unterfordert erschienen.

    Damit man einen sehr oberlächlichen Eindruck der Aufgabenstellung erhält …

    http://de.wikipedia.org/wiki/ARIS
    http://de.wikipedia.org/wiki/ARIS_Toolset
    http://www.softwareag.com/de/products/aris_platform/default.asp

    Solche „Experimente“ sind wahrscheinlich nur für „arme BL“ geeignet und dort machbar.

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