Elektrifizierung der Regionalbahn bis 2017 gefordert

Region will Interessenverband für elektrifizierte „Gürtelbahn“ gründen

Konstanz/Friedrichshafen (red) Ein neuer Interessenverband soll sich künftig für die Elektrifizierung der sogenannten Bodenseegürtelbahn zwischen Friedrichshafen und Radolfzell einsetzen. Das ist der Inhalt einer schriftlichen Absichtserklärung, die am 20. Mai in Friedrichshafen unterzeichnet wurde. Die Landräte des Landkreises Konstanz und des Bodenseekreises hatten die Bürgermeister der betreffenden Städte und Gemeinden sowie wichtige Verbandsrepräsentanten zu dieser Auftaktsitzung eingeladen.

„Wenn die Bahnlinie Friedrichshafen-Radolfzell weiterhin viele Jahre lang mit Dieselfahrzeugen betrieben wird, verlieren wir möglicherweise den Anschluss an das überregionale und internationale Verkehrsnetz“, machte der Konstanzer Landrat Frank Hämmerle die strategische Bedeutung einer Elektrifizierung deutlich.

„Mit einem Interessenverband wollen wir die politischen Kräfte bündeln, um die Attraktivität des Schienenverkehrs in unser Region zu erhalten“, erklärt dazu Lothar Wölfle, Landrat des Bodenseekreises. „Die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn ist wirtschaftlich sowie verkehrs- und umweltpolitisch absolut sinnvoll und notwendig“, so Wölfle weiter.

Zur Auftaktsitzung im Landratsamt des Bodenseekreises waren die Bürgermeister der von der Bahnlinie durchzogenen Städte Friedrichshafen, Markdorf, Radolfzell und Überlingen sowie der Gemeinden Bermatingen, Bodman-Ludwigshafen, Salem, Sipplingen und Uhldingen-Mühlhofen eingeladen. Darüber hinaus richtete sich die Einladung der beiden Landräte auch an die Regionalverbände sowie Industrie- und Handelskammern der betroffenen Regionen Bodensee-Oberschwaben und Hochrhein-Bodensee sowie auch der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg.

Bis auf zwei noch ausstehende Unterschriften wurde die Absichtserklärung von allen Vertretern sofort nach der Auftaktsitzung unterzeichnet. Als nächster Schritt soll von den Landratsämtern ein Vorschlag zur künftigen organisatorischen Struktur des neu zu gründenden Interessenverbandes sowie das weitere formelle Vorgehen erarbeitet werden.

Der Wortlaut der Absichtserklärung:

Die Städte Friedrichshafen, Markdorf, Radolfzell und Überlingen, die Gemeinden Bermatingen, Bodman-Ludwigshafen, Salem, Sipplingen und Uhldingen-Mühlhofen, der Bodenseekreis und der Landkreis Konstanz, die Regionalverbände Bodensee-Oberschwaben und Hochrhein-Bodensee, die IHK Bodensee-Oberschwaben und die IHK Hochrhein-Bodensee streben die Gründung eines Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn an.

Die Unterzeichner dieser Erklärung beabsichtigen, über gemeinsame Maßnahmen und Projekte die Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn zwischen Radolfzell und Friedrichshafen koordiniert voranzutreiben und vereint gegenüber den Entscheidungsträgern aufzutreten. Als künftige Partner eines Interessenverbandes Bodenseegürtelbahn sind die Unterzeichner davon überzeugt, dass mit den für die Jahre 2016 bzw. 2017 geplanten Elektrifizierungen der Südbahn (auf dem Streckenabschnitt Ulm-Friedrichshafen-Lindau) und der Hochrheinstrecke Schaffhausen-Waldshut-Basel nur in Verbindung mit einer möglichst gleichzeitigen Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn ein zukunftsfähiger Schienenverkehr entlang des westlichen Bodenseeraums gewährleistet ist, attraktive interregionale Verbindungen zwischen Lindau/Ulm und Basel über Friedrichshafen-Singen-Schaffhausen ermöglicht und zusätzliche Umstiege an den Knotenpunkten vermieden werden, die für den Tourismus und den Wirtschaftsraum Bodensee wichtigen Verbindungen an das Fernverkehrsnetz erhalten bleiben, der Anschluss des westlichen Bodenseeraums an die Zentren Basel und Ulm sowie die Direktverbindung zum Flughafen Friedrichshafen gewährleistet sind und ein attraktives Angebot zur Erleichterung des Umstiegs auf das Verkehrsmittel Zug zur Verfügung stehen wird.

Die Unterzeichnenden werden sich in intensiver Zusammenarbeit und mittels gebündelter Aktivitäten dafür einsetzen, dass die Planungen sowohl zur Elektrifizierung der Südbahn wie der Hochrheinbahn als auch der Bodenseegürtelbahn fortgesetzt werden und der westliche Bodenseeraum nicht durch eine isolierte „Dieselbetriebs-Insel“ massiv benachteiligt wird.

Darüber hinaus gilt es im Rahmen des anstehenden Planungsprozesses sicherzustellen, dass bei der Ausgestaltung der technischen und sonstigen Maßnahmen zur Elektrifizierung besondere Rücksicht auf die touristischen Belange der Anliegergemeinden genommen wird.

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