Elektrifizierung der Südbahn auf dem Gleis

Eisenbahnbundesamt gibt Planungsauftrag – Regierungspräsidium Tübingen leitet im Januar Planfeststellungsverfahren

Friedrichshafen. Die Elektrifizierung der Südbahn ist auf dem Weg. Die Bahnstrecke zwischen Ulm und Lindau wird in fünf Planfeststellungsabschnitte aufgeteilt. Für jeden Abschnitt werde ein eigenes Genehmigungsverfahren geben. Der erste Abschnitt (PFA 1) betreffe die Stadt Ulm und die Gemeinden Einsingen, Erbach und Achstetten im Alb-Donau-Kreis. Für diesen Abschnitt werde im Januar die Anhörung der Träger öffentlicher Belange und die öffentliche Auslegung der Planunterlagen eingeleitet. Das teilte das Regierungspräsidium Tübingen mit.

Hier verläuft die Südbahn

Die „Südbahn“ (Strecke 4500) beginnt in Ulm und führt über Biberach an der Riß, Aulendorf und Ravensburg nach Friedrichshafen. Die Südbahn ist eine nicht elektrifizierte Hauptbahn in Baden-Württemberg. Sie wurde im Zeitraum von 1846 bis 1850 erbaut und von 1905 bis 1913 zweigleisig ausgebaut. Die Strecke von Ulm Hbf nach Friedrichshafen-Stadt ist 104,5 km lang.

Anschluss nach München

Über eine Stichstrecke wird der Bahnhof Friedrichshafen-Stadt mit dem Bahnhof Friedrichshafen Hafen verbunden. Über die eingleisige „Bodensee-Gürtelbahn“ (Strecke 4530) führt die Strecke weiter nach Lindau. Diese Strecke beginnt in Friedrichshafen Stadt und endet in Lindau-Aeschach. Sie ist 21,2 km lang. In Lindau-Aeschach bindet die Bodensee-Gürtelbahn an die zweigleisige Strecke von München über Buchloe nach Lindau Hbf an. Diese Strecke ist allerdings nicht Teil des Vorhabens.

Elektrifizierung geplant

Die Südbahn selbst, die oben genannten Anschlussstrecken und die Bodenseegürtelbahn sollen nach dem Stand der Technik elektrifiziert werden. Darüber hinaus sei vorgesehen, die Höchstgeschwindigkeit von derzeit 140 km/h auf 160 km/h anzuheben, um die Fahrzeit zwischen Ulm und Friedrichshafen zu verkürzen. Die Elektrifizierung der Strecke soll zwischen Ulm und Friedrichshafen Reisezeiten von circa 60 Minuten als Grundlage zur Realisierung des integrierten Taktfahrplanes (ITF) schaffen. Die verkürzte Fahrzeit von Ulm-Friedrichshafen verbessere die Verknüpfung mit Friedrichshafen-Basel wesentlich. Eine stündliche Umsteigeverbindung von Ulm-Basel sei angestrebt.

Anbindung an Fernverkehr

Die Strecken 4500 und 4530 stellen eine Verbindung von der Europäischen Eisenbahnmagistrale Paris –Stuttgart – München – Wien – Bratislava von Ulm aus zur Bodensee-Gürtelbahn und weiter über Lindau zum österreichischen und schweizerischen Eisenbahnnetz her. Sie verbinden damit auch die Wirtschaftsräume Stuttgart / Ulm mit dem oberschwäbischen Wirtschaftsraum, dem österreichischen Wirtschaftsraum Vorarlberg und dem Wirtschaftsraum der schweizerischen Kantonen St. Gallen und Graubünden. Das teilte das Regierungspräsidium mit.

4 Kommentare to “Elektrifizierung der Südbahn auf dem Gleis”

  1. Winfried Kropp
    22. Dezember 2011 at 18:06 #

    Das ist für Bahnfahrer ein schönes Weihnachtsgeschenk! Am Ende des Planfeststellungsverfahrens steht für die Bahn die Baugenehmigung. Aber die Verfahren gehen lange, so dass wir sicher noch einige Jahre warten müssen, bis die Züge nach Ulm schneller fahren.

    Im Kreis Konstanz dürfte es nur einigen Einzigen geben, dem die Nachricht nicht gefallen dürfte: Dem grünen MdL Siegfried Lehmann. Der hatte groß getönt, dass die Elektrifizierung der Südbahn gestrichen worden sei. Und nun zeigt sich zum wiederholten Mal in der Verkehrspolitik, dass Lehmann die Öffentlichkeit in die Irre geführt hat.

  2. wak
    22. Dezember 2011 at 18:25 #

    @Winfried Kropp Wir haben aber schon noch eine grün-rote Koalition in Stuttgart, oder?

  3. dk
    22. Dezember 2011 at 22:03 #

    Frage an den Weihnachtsmann, Stadtpolitik bzw. -marketing

    Vermutlich gibt es zumindest im Krankenhauswesen, Pflegebereich und anderen sozialen Diensten eine grössere Anzahl von Personen aus Osteuropa, Russland, Türkei oder sonstigen Drittstaaten gibt, die sich zur Ausbildung, zum Praktikum oder in Niedriglohn-Jobs in KN aufhalten.

    Könnte es für diese Personen (kostenlose?) Kultur-Angebote geben in Bereichen, wo noch ausreichend Kapazitäten frei sind? Also eher Stehplätze im Museum und nicht teure Plätze in Stadttheater und Philharmonie. Können freie Plätze bei kulturellen VHS-Angeboten genutzt werden?

    In östlichen Ländern soll Kultur als Alltags-Ausgleich grosse Zusprüche erlebt haben und war fast kostenlos. Neben vielgenannten politischen Zielen gibt es auch Multiplikatoren-Effekte in den Heimatländern: man lernt beim dortigen Goethe-Institut nicht nur Deutsch für den Beruf, sondern wird auch neugierig für künftige Besuche mit Bekanntenkreis. Eine gewisse zusätzliche Anerkennung bei Ausländer/innen für soziale Tätigkeiten ist sicherlich vorteilhaft.

    PS. Malawi/Afrika kann auch unter Drittländer verstanden werden.

  4. dk
    29. Dezember 2011 at 18:04 #

    … Europäischen Eisenbahnmagistrale Paris –Stuttgart – München – Wien – Bratislava …

    Es ist die Frage, ob Europa schon hinter Paris und Bratislava endet. Persönlich würde ich eher das ganze EU-Gebiet und weitere angrenzende Staaten (Russland, Ukraine, usw) einbeziehen. Eine europäisch abgestimmte Verkehrs-Infrastruktur bzw. -politik scheint es nicht zu geben.

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